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Rendsburg : Wenn die Natur zur Mülldeponie wird

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

llegale Abfallentsorgung kostete den Kreis Rendsburg-Eckernförde im vergangenen Jahr fast 30.000 Euro.

shz.de von
erstellt am 20.Jun.2015 | 17:30 Uhr

Gartenabfälle am Waldrand, Sperrmüll im Straßengraben, alte Autoreifen auf dem Parkplatz: Illegale Müllablagerung ist im Kreis Rendsburg-Eckernförde ein Problem. Die Entsorgung dieser Abfälle kostete den Kreis im vergangenen Jahr insgesamt 29.805 Euro: 22.600 Euro für die Entsorgung, 7205 Euro für Laster und Personal.

Anstatt auf Wertstoff- oder Recyclinghöfen landen Fenster, Farbeimer, Teppichreste, Bauschutt oder weiße Ware wie Waschmaschine, Herd oder Geschirrspüler oft in der Natur. „Die meisten Kosten fallen bei der Entsorgung von gefährlichen Abfällen wie Dämmwolle, Asbestzementplatten und Bau-Chemikalienresten an“, weiß Martin Schmedtje, Pressesprecher beim Kreis Rendsburg-Eckernförde. Das ist nicht nur finanziell ärgerlich, sondern auch für die Umwelt gefährlich. Aus alten Geräten beispielsweise kann Altöl ins Erdreich sickern oder können Giftstoffe in Gewässer fließen.

58 Mal mussten Mitarbeiter im vergangenen Jahr ausrücken, um illegal abgeladenen Müll zu beseitigen. 2013 gab es 79 Einsätze, 2012 waren es 68. Aber: „Nicht erfasst sind dabei die Einsätze der Straßenmeistereien, die teilweise auch Müll einsammeln und bei den zugelassenen Entsorgungsstellen abgeben“, so Schmedtje. In den Kosten ist diese Arbeit allerdings enthalten. In diesem Jahr sind nach Auskunft des Kreissprechers bisher auffällig viele Autoreifen illegal entsorgt worden. Vor allem in den Kieler Randgebieten des Kreises kommt es vermehrt zu illegalen Ablagerungen.

Mit zahlreichen Kampagnen, einer Beratungshotline, einem Müllmagazin, Kundenservice oder Flyern in unterschiedlichen Sprachen werben Behörden landesweit für eine „saubere“ Müllentsorgung. Doch trotz aller Bemühungen ist sich Martin Schmedtje sicher: „Diese Ablagerungen lassen sich nicht vermeiden, da es immer Personen geben wird, die sich die fälligen Entsorgungsgebühren sparen wollen.“ Eine umfassende Kontrolle in einem Flächenkreis wie Rendsburg-Eckernförde könne nicht in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen durchgeführt werden. Wird allerdings jemand auf frischer Tat ertappt oder bei dem Müll Hinweise auf den Verursacher gefunden, wird ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet. „Der Kreis ist dabei bestrebt, durch eine angemessene Höhe der Verwarnungsgelder eine abschreckende Wirkung zu erzielen“, sagt Schmedtje. „Für kleinere Verstöße liegt es bei maximal 55 Euro. Es können aber Geldbußen bis zu 100.000 Euro festgesetzt werden.“ Ein Autoanhänger voll Sperrmüll, der unerlaubt entsorgt wird, wird derzeit mit einer Geldbuße zwischen 400 und 500 Euro geahndet.

In anderen Teilen Schleswig-Holsteins ist das Problem noch schwerwiegender als in Rendsburg-Eckernförde: In Lübeck etwa werden jährlich durchschnittlich 480 wilde Müllablagerungen registriert. Das kostet die Stadt bis zu 60.000 Euro pro Jahr. In Dithmarschen hingegen spielen die Müllkippen in der Natur offenbar kaum eine Rolle: Dort würden meist nur kleine Mengen Gartenabfälle, der Müll vom Renovieren oder ein bisschen Bauschutt in die Landschaft gekippt, sagt Melanie Kaacksteen, Sprecherin des Kreises Dithmarschen.

Übrigens kostet die Entsorgung eines Autoreifens ohne Felge derzeit 3 Euro bei der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde. Elektrogeräte können umsonst abgegeben werden.

 

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