Kappeln : Wellness-Pakete auf zehn Kilometern

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Ein Sportereignis mit familiärem Touch: Am 21. Juni startet die neunte Auflage des Stadtlaufs „Kappeln rund“.

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30. Mai 2015, 08:30 Uhr

Es sind gerade mal noch drei Wochen bis zum Startschuss. Für Sonntag, 21. Juni, steht der neunte Stadtlauf „Kappeln rund“ im Kalender, und der TSV Kappeln, Initiator und Organisator der Sportveranstaltung, steckt mitten in den Vorbereitungen. Dabei kommt dem Verein zugute, dass er auf ein inzwischen ziemlich perfekt eingespieltes Team zurückgreifen kann, dessen Mitglieder gar nicht alle dem TSV angehören. „Das sind einfach Menschen, die sich der Aktion verbunden fühlen und zum Gelingen etwas beitragen möchten“, sagt Vorsitzende Dagmar Ungethüm-Ancker. Sie sind neben vielen anderen Aspekten deutlicher Ausdruck dafür, dass „Kappeln rund“ mehr ist als ein mit großer Ernsthaftigkeit betriebenes Sportereignis, das durchaus immer wieder die Läuferelite der Region anzieht. „Es ist aber eben nicht nur Last und Mühsal“, sagt Ungethüm-Ancker. Stattdessen ein Lauftag mit vertrauter Atmosphäre und familiärem Gespür.

Und trotzdem ist er durchdacht organisiert, weist eine amtlich vermessene Strecke vor, verfügt mit Hans Erich Jungnickel über einen versierten Kommentator und mit dem Sportservice Hamburg über einen professionellen Zeitnehmer. Aber „Kappeln rund“ sind eben auch die Lions, die ihre Zeit dafür geben, die Kuchenspenden des TSV für die Kasse des Sportvereins an diesem Tag zu verkaufen. Es sind das Kinderschminken und das Massageangebot örtlicher Unternehmen, es sind Feuerwehr, DRK und Polizei, die die Strecke absichern. Ungethüm-Ancker weiß um die Unterstützung, die der TSV erfährt. „Das ist ganz wunderbar, denn wir könnten das alles gar nicht leisten, weil wir mit dem Lauf an sich beansprucht sind“, sagt sie. Ohne solche Sponsoren und auch ohne die insgesamt 60 Streckenposten sei das Ereignis gar nicht umzusetzen. Gerade die Streckenposten sind äußerst gefragt an diesem Tag, dafür erhalten sie aber auch eine Rund-um-Ausstattung – Ungethüm-Ancker nennt das „ein Wellness-Paket“. Darin enthalten: Getränke, Proviant, Warnweste, Klappstuhl – mindestens. TSV-Vorstandsmitglied Frauke Detlefsen betont: „Viele Streckenposten sagen hinterher, dass es ihnen viel Spaß gemacht habe. Sie tragen dazu bei, dass das Ganze eben auch ein bisschen gefeiert wird.“

Die Läufer selber haben die Wahl zwischen der „Kappeln-rund“-Strecke von 5,9 Kilometern oder der „Doppel-Rund“-Strecke von zehn Kilometern. Hin und wieder gibt es sogar ganz Eiserne, die beides direkt hintereinander absolvieren. Die Schüler gehen in Fünfer-Staffeln auf den Zehn-Kilometer-Lauf, die Jüngsten rennen 600 Meter am Hafen entlang. Besonders schön für den TSV: Etliche Sportler haben bei den „Bambini“ zu ersten Mal Läuferluft geschnuppert, waren dann in der Staffel dabei und schaffen heute „Kappeln rund“. Detlefsen sagt: „Das ist genau das, was wir uns wünschen.“ An Attraktivität verloren hat dagegen das 5,9 Kilometer lange Nordic Walking. In den Anfangsjahren zählte der TSV allein dort um die 100 Teilnehmer, im vergangenen Jahr waren es gerade mal noch um die 20. Was weiterhin lockt, sind die Preise: Neben Pokal und Medaillen sind das vor allem der getöpferte Erinnerungsbecher und die T-Shirts – jedes Jahr in einer anderen Farbe. Und die Palette an Schattierungen ist groß. Das allein wird jedoch kaum ausschlaggebend dafür sein, dass Dagmar Ungethüm-Ancker fest an ihr selbst auferlegtes Motto glaubt: „Die Menschen fragen immer schon danach, wann wieder Lauftag ist. Wir könnten also gar nicht aufhören mit dem Stadtlauf.“ Vor allem weil nächstes Jahr der zehnte ansteht. Und was kann man besser feiern, als runde Geburtstage?

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