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Schlei-Bote

23. Oktober 2017 | 21:50 Uhr

Kappeln : Weihnachtsmann gesichtet

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Weihnachten ist für Hans-Niko Dischereit die mit Abstand schönste Zeit des Jahres.

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 17:22 Uhr

„Weihnachten, das ist mein Hobby“, sagt Hans-Niko Dischereit mit fester, aber durch den künstlichen Rauschebart gedämpfter Stimme. Der 61-Jährige trägt ein Weihnachtsmannkostüm und fühlt sich darin sichtlich wohl. Schon als Kind, als Dischereit noch die Olpenitzer Schule besuchte, habe er sich immer ganz besonders auf die jährliche Weihnachtsfeier gefreut. Dort habe es jedes Jahr ein Theaterstück und viele Gedichte gegeben, erklärt der Pensionär. „Das war so schön. Solche Feiern wird’s nie wieder geben“, ist er sich sicher. Sein Lieblingsgedicht von damals – „Knecht Ruprecht war da“ – kann er heute noch flüssig aufsagen.

Seit zehn Jahren verkleidet sich Hans-Niko Dischereit zur Adventszeit als Weihnachtsmann. So macht er nicht nur seinen Kollegen im Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) der Kappelner Werkstätten gelegentlich eine Freude, sondern auch den Menschen auf der Straße. „Gerade habe ich draußen ein kleines Mädchen getroffen“, erzählt er. „Als sie mich gesehen hat, kam sie auf mich zu und hat mir erzählt, dass sie das ganze Jahr über ganz artig gewesen ist“, sagt Dischereit und lacht. Er denkt gern zurück an die Weihnachtsfeste seiner Kindheit mit der Mutter und den zwei Brüdern. „Bei Muttern zu Hause in Olpenitz an Heiligabend war es immer schön“, sagt er. „Wir hatten aber damals keinen Weihnachtsmann.“

Kein anderes Fest ist für ihn so schön wie Weihnachten. „Ostern ist auch ein schönes Fest, aber da hänge ich nicht so sehr dran“, macht Hans-Niko Dischereit deutlich. Schon im Oktober hatte er die Lichterkette und die bunten Lampen an den Schrank seiner Wohnung in der Schmiedestraße gehängt. Und auch seine Lieblingsweihnachtsmusik, das gesteht er kleinlaut, habe der Weihnachtsfan da schon ganz leise gehört. Eine Kassette von Roger Whittaker und zwei CDs mit Weihnachtsliedern von Heintje und Freddy Quinn laufen über vier Wochen lang abwechselnd rauf und runter in seinen vier Wänden, erzählt Dischereit. Und ein „Spezial-Adventskranz“ ist für ihn das Sahnehäubchen seiner durch und durch weihnachtlich geschmückten Wohnung. „Der besteht aus zwei Engeln und vier Zwergen, außerdem vielen Figuren vom Tannenbaum, Kugeln und Lichtern“, sagt der 61-Jährige.

Jedes Jahr an Heiligabend spielt Hans-Niko Dischereit im ABW für alle Bewohner und Betreuer den Weihnachtsmann. „ Das macht immer besonders viel Spaß“, sagt er, „weil ich da auch ab und zu mal jemanden auf dem Kieker habe – natürlich nur im Spaß“. Insbesondere die Betreuer oder die Leitung schimpfe er mit Freude und einem Augenzwinkern aus. „Das ist vor allem für die Kollegen das Highlight“, stellt der Rentner fest. Gedichte oder Lieder müsse bei ihm allerdings niemand aufsagen. „Aber zumindest für die Betreuer wäre das gar nicht mal so schlecht“, fügt der Mann im roten Mantel nachdenklich an.

Am schönsten seien aber immer wieder die Begegnungen mit den Kindern, so der Hobby-Weihnachtsmann, denn: „Die freuen sich immer so.“ Gelegentlich wird Hans-Niko Dischereit sogar für Familienfeiern gebucht. „Ich verlange dafür kein Geld, ich mache es für das Kind. Es ist für mich das Schönste, die strahlenden Augen zu sehen“, sagt er.

Der Weihnachtsfan hat es bei den Bewohnern des ABW in der Hindenburgstraße schon zu einer kleinen Berühmtheit gebracht – das berichtet Betreuerin Marion Matthiesen-Emse. „Hier ist allgemein bekannt, dass Hans-Niko ein kleines bisschen weihnachtsverrückt ist“, sagt sie. „Gerade für die Familien mit Kindern hier ist er eine große Bereicherung.“ Ein bisschen Respekt, sagt sie lachend, habe sie aber schon vor der diesjährigen Weihnachtsfeier: „Da werde ich wohl lieber noch ein Gedicht lernen.“

 

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