Kappeln : Wechsel in der Stadtbücherei

Petra Herzig (r. ) übergibt die Leitung der Stadtbücherei in der Schmiedestraße zum 15. August an Sabrina Weiss.
Petra Herzig (r. ) übergibt die Leitung der Stadtbücherei in der Schmiedestraße zum 15. August an Sabrina Weiss.

Petra Herzig hat morgen ihren letzten Tag als Leiterin. Sabrina Weiss übernimmt ab 15. August.

shz.de von
30. Juli 2018, 06:34 Uhr

Kappeln | In der Schmiedestraße 13 tut sich etwas: Nach nur drei Jahren verlässt Petra Herzig die Kappelner Stadtbücherei wieder und übergibt die Leitung an Sabrina Weiss.

Sie ist 25 Jahre alt, verheiratet und kommt direkt von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg: Sabrina Weiss hat gerade eine Wohnung in der Kappelner Innenstadt bezogen und freut sich auf ihre Aufgaben in der Stadtbücherei. Aus der Großstadt nach Kappeln? Sabrina Weiss lacht. „Ich bin in Steinbergkirche aufgewachsen und in Sterup zur Schule gegangen. Und ich habe festgestellt – ich bin ländlich orientiert“, erklärt sie. Vor dem Studium des Bibliotheks- und Informationsmanagement hat sie eine Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin abgeschlossen. Jetzt hat sie gerade ihre Bachelor-Arbeit abgegeben. Auf der Suche nach einer Anstellung stieß Sabrina Weiss auf die Ausschreibung für Kappeln. „Perfekt, habe ich gedacht. So nah an der Heimat und die Bücherei ist schön.“

Das hört Petra Herzig gern. Und daran hat sie in den letzten Jahren gearbeitet. Sie hat ein gutes Gefühl bei ihrer Nachfolgerin. „Ich war genau so alt wie sie, als ich Anfing, und ihre Ausbildung wird gerade in der Arbeit mit den Kindergärten und Schulen sehr hilfreich sein“, ist sie überzeugt. Und das ist ein Zweig, der Petra Herzig sehr am Herzen liegt – die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. „Als ich hier am 1. September 2015 ankam, waren kaum Kinder hier. Das hat sich sehr geändert“, berichtet sie.

Auch erinnert sie der Start von Sabrina Weiss an ihre eigene Ankunft in Kappeln. Wenn die neue Leiterin ihre Stelle am 15. August antritt, ist Petra Herzig schon weg. „Ich bereite alles so gut vor, wie ich kann. Und ich bin ja nicht aus der Welt“, sagt sie. „Das war anders, als ich hier ankam.“ Ihre Vorgängerin Susanne Freier war plötzlich verstorben. Die beiden Teilzeitkräfte Ute Gieseke und Nicole Tramm hatten den Betrieb so gut, wie es eben ging am Laufen gehalten. „Es war mitten im Sommergeschäft, aber die beiden hatten die Ruhe weg“, erinnert Petra Herzig sich. Alles stürzte damals auf die neue Leiterin ein – der Bestelltisch lief über, es gab Termine bei Schulkonferenzen, Elternabenden in Kitas, Sitzungen und Anfragen aller Art. Sie sorgte für neue Büchereiausweise, versuchte, die Bücherei als Marke zu festigen, überarbeitete die Homepage und bestellte Werbematerial für die Bücherei. Sie kümmerte sich um neue Pappbilderbücher für die Kleinsten, Rückstellwagen und ein Beschriftungsgerät, bevor sie zum Tagesgeschäft übergehen konnte. „Am Anfang war es Improvisation pur“, sagt sie und lacht.

Petra Herzig hat den antiquierten Offline-Katalog in einen Online-Katalog mit integrierter Datenbanken, wie Brockhaus und Munziger, umgewandelt. Sie hat die Aktion der Maxi-Lesekönige für Vorschulkinder weitergeführt und den Ferien-LeseClub in Kappeln angeboten. Sie hat Medien- und Wissensboxen beantragt und E-Book-Reader angeschafft. „Aber hier ist auch noch einiges im Werden, wie interaktive Führungen durch die Stadtbücherei“, beschreibt sie. Petra Herzig hat auch den Umbau der Bücherei angeschoben. „Sie ist nicht nur Ausleihort, sondern auch Aufenthaltsort“, erklärt sie. Eine neue Küche – inklusive Geschirrspüler – ist schon fertig, außerdem wurde die Toilette saniert. Ein Anbau, neue Regale, frische Farbe und einiges mehr soll noch folgen. „Die Ausschreibungen laufen“, sagt sie.

Morgen hat Petra Herzig ihren letzten Tag in der Schmiedestraße 13. „Ich mochte total gern hier arbeiten“, sagt sie, und wenn die Leitung der Stadtbücherei in Schleswig nicht frei geworden wäre, hätte sie gern bleiben wollen. Aber so könne sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren – ein echter Pluspunkt.

„Die Menschen hier mögen ihre Bücherei. Das Bild, das sie haben, ist positiv. Es fällt mir nicht leicht zu gehen“, sagt sie mit Blick auf die guten Kontakte und Kooperationspartner wie den Förderverein „Die Buchstützen“, die Familienbildungsstätte mit „Alt für Jung“, Aleksandra Goschs „Mit Büchern wachsen“ , die Buchhandlungen vor Ort und viele mehr. Und mit Blick auf ihre Kolleginnen: „Mit den Beiden kann man Pferde stehlen.

„Leseförderung war mir immer wichtig“, sagt Petra Herzig. „Die Kinder sind die Kunden von morgen.“ Und auf der Arbeit mit Kindern lag auch für Sabrina Weiss ein Schwerpunkt ihres Studiums. Sie ist gespannt, was sie in Kappeln alles erwartet. „Ich werde mich erstmal akklimatisieren“, sagt sie. „Aber ich bringe auch viel Inspiration aus dem Studium mit.“

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