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Strassensanierung in Holzdorf : Was zahlen die Anwohner?

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Ausbau der Straße Neu-Seeholz sorgt für Unmut, denn die Beiträge der Anwohner stehen erst nach Abschluss der Arbeiten fest.

„Das ist alles ein großes Fragezeichen“, beschwerte sich Iris Dahl. Die Friseurin hat ihr Wohnhaus und die Geschäftsräume unmittelbar an der Kreuzung der Straßen Seeholz und Neu-Seeholz und ärgerte sich nun über die Ungewissheit, in der sie mit Blick auf die avisierte Straßensanierung gelassen wird. Auch in Holzdorf nämlich können Anwohner für den Straßenausbau finanziell herangezogen werden. Im Raum steht derzeit die Summe von 271.000 Euro, aber die Anwohner wissen nicht, welche Beteiligung konkret auf sie zukommt.

Die Straße Neu-Seeholz ist in einem schlechten Zustand, das ist unstrittig. Schon auf den ersten Blick sind die vielen ausgebesserten Stellen und einige tiefe Schlaglöcher zu erkennen. Sönke Röhe, Vorsitzender des Holzdorfer Bauausschusses erklärte, dass die Schwarzdecke auf der Straße nur noch 2,9 Zentimeter hoch sei – eigentlich sollten es 14 sein. „Damit steht sie für die Gemeinde Holzdorf auf Platz eins der überarbeitungswürdigen Straßen“, so Röhe. Die Sanierung sollte – laut der Prognose, die ein Ingenieurbüro vor eineinhalb Jahren aufgestellt hatte – rund 230.000 Euro kosten. Seitdem hat sich der Zustand der Straße jedoch weiter verschlechtert. Die Fachleute gehen mittlerweile von Kosten in Höhe von 287.000 Euro aus. Diesen Preis konnte der Ausschuss jedoch in Absprache mit dem Ingenieurbüro auf 271.000 Euro senken, indem beim Ausbau gespart wird. Zum Beispiel soll der Gehweg nicht wie zunächst vorgesehen verlängert werden, sodass die gepflasterte Strecke 100 Meter kürzer wird als geplant.

Wie hoch die Anliegerbeiträge sind, ist in der Straßenausbaubeitragssatzung geregelt. Die Gemeindevertretung beschloss vor wenigen Monaten folgende Anteile: Anwohner einer Anliegerstraße müssen 70 Prozent zahlen, falls ihre Straße ausgebaut wird. Wer an einer Haupterschließungsstraße wohnt, zahlt 50 Prozent, an Hauptverkehrsstraßen fallen 35 Prozent an. In welche der Kategorien die Straße Neu-Seeholz fällt, sorgt für Diskussionen. Iris Dahl hat die Trecker, Laster und Autos, die von Thumby, Lindaunis oder Kappeln kommend die Abkürzung über ihre Straße zur B 203 nehmen jeden Tag im Blick. „Unsere Straße ist der kürzeste Weg. Den Schlenker über Holzdorf machen die wenigsten“, sagte sie und ist deshalb der Meinung, dass es sich um eine Hauptverkehrsstraße handelt.

Das Amt Schlei-Ostsee ist jedoch anderer Ansicht. Susanne Hagemeier aus dem Fachbereich Finanzen ordnete den Weg als Haupterschließungsstraße ein. Nach ihrer Einschätzung müssten sich also Gemeinde und Anwohner zu gleichen Teilen am Ausbau beteiligen. Hagemeier stellte klar, dass es sich bei der Kategorisierung von Straßen nicht um politische Entscheidungen handelt, sondern um eine rein rechtliche Prüfung nach sachlichen Gesichtspunkten.

Obwohl allerdings der Anteil, den die Bürger tragen müssen, im Amt feststeht, kann noch nicht ermittelt werden, wie viel jeder Anwohner im Einzelfall zahlen muss. Dies sei erst möglich, wenn nach der Baumaßnahme die Rechnung vorliege. Dann wird Hagemeier für jedes Grundstück einen individuellen Quadratmeterpreis berechnen, weil beispielsweise die Besitzer von landwirtschaftlichen Flächen einen anderen Nutzen von der Straße haben, als private Anwohner. Erst dann steht fest, wie viel jeder Anlieger zahlen muss. „Ich kann nachvollziehen, dass man sich das anders wünscht“, sagt Hagemeier. „Aber ich möchte den Anwohnern auch keine Preise nennen, die hinterher nicht richtig sind.“

Bis die ersten Baumaschinen anrollen, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Sicher ist: Die Gemeinde Holzdorf muss zunächst in Vorleistung gehen und den Anteil der Anwohner übernehmen, bis diese ihn zurückzahlen. Die Kommunalaufsicht prüft deshalb vorher, ob die Gemeinde einen Kredit aufnehmen darf. So oder so ist mit der Straße Neu-Seeholz für die Gemeinde aber erst der Anfang gemacht. In den nächsten 20 Jahren müssen laut Röhe sechs weitere Straßen in der Gemeinde erneuert werden.

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erstellt am 12.Sep.2014 | 07:30 Uhr

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