Design-Wettbewerb : Was macht Kappeln aus?

Heringe in Massen: Jetzt, da das Wetter besser wird, sind sie endlich da, die Angler stehen an der Kaimauer. Trotzdem macht dieser Aspekt nur einen Teil der Stadt aus.
Heringe in Massen: Jetzt, da das Wetter besser wird, sind sie endlich da, die Angler stehen an der Kaimauer. Trotzdem macht dieser Aspekt nur einen Teil der Stadt aus.

Die WTK ruft einen Wettbewerb aus, an dessen Ende ein Logo und ein Slogan für die Stadt stehen sollen.

shz.de von
10. April 2018, 07:00 Uhr

„Zwischen Himmel und Förde“ – so lockt die Stadt Flensburg. „Wikingerstadt“ – das ist das Leitmotiv der Stadt Schleswig. Kiel trägt den Untertitel „Sailing City“. Wer einen Blick auf die jeweiligen Internetauftritte dieser drei Städte wirft, dem springen diese Losungen ins Auge. Und Kappeln? Landarzt, Schlei, Ostsee, Hering, Brücke, Schifffahrt – schon irgendwie spezifisch, aber eben nicht genug. „Eine Stadt von Kappelns Größenordnung kann nicht alles sein und wollen. Die Stadt braucht ein Profil.“ Das hatte Max Triphaus, damals noch als Geschäftsführer der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK), gesagt. In einem Strategieprozess der WTK sind dann im vergangenen Jahr die Schlagworte maritim, aktiv und nachhaltig herausgefiltert worden – und jetzt folgt der zweite Schritt: Kappeln soll ein Logo haben, eine Devise, ein Motto. Und im Idealfall sollen sich alle Protagonisten der Stadt, vor allem die aus Verwaltung, Touristik und Wirtschaft, daran orientieren und damit arbeiten. Corporate Design nennt man das in der Fachsprache. Und liefern soll das ein Wettbewerb.

Lara Zemite stellte den Gedanken dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Touristik (WuT) vor. „Ziel ist, sich einheitlich sowohl nach innen als auch nach außen darzustellen“, sagte die WTK-Geschäftsführerin. Leisten sollen das ein Slogan und ein Logo, beides müssen die Wettbewerbsteilnehmer erstellen, die sich an den inhaltlichen Vorgaben, die aus dem Strategieprozess entstanden sind, entlanghangeln können. Starten soll der Wettbewerb nach den Heringstagen, etwa drei Monate lang können Entwürfe eingereicht werden. Eine Jury entscheidet dann über die ersten drei Plätze, die jeweils mit einer Geldsumme, insgesamt 5500 Euro, prämiert werden. Der Wirtschaftskreis Pro Kappeln übernimmt davon offenbar 2500 Euro, von der Stadt wollte die WTK nun weitere 2500 Euro einwerben – und stieß beim WuT-Ausschuss auf offene Ohren. Einstimmig empfahl das Gremium, die Summe bereitzustellen. Über die restlichen 500 Euro liegt dem Touristikverein ein Antrag vor.

Max Triphaus erinnert sich als Geschäftsführer der Ostseefjord-Schlei GmbH derweil lebhaft an den Wettbewerb, der aus Schleswig die „Wikingerstadt“ gemacht hat. Der Ablauf war dem, wie er jetzt in Kappeln geplant ist, ähnlich, der Rücklauf an Einsendungen beträchtlich. „Die Wände hingen voll“, sagt Triphaus. Inzwischen haben Logo und Schriftzug nicht nur auf der städtischen Homepage, sondern auch auf Briefpapier, Visitenkarten, sogar auf Strafzetteln Einzug gehalten. In der Fußgängerzone steht eine Wikingerbank, Stromkästen tragen Wikingermotive – „und einiges ist noch im Werden“, sagt Triphaus. Gleichwohl glaubt er, dass es vielleicht ratsam wäre, an der ein oder anderen Stelle eine noch exaktere Richtschnur vorzugeben. „Bislang hängt es sehr an der Fantasie jedes einzelnen“, sagt er. Trotzdem: Die Wikinger sind angekommen in Schleswig. In Kappeln wird es etwas Anderes sein, das ist klar. Und manchmal mag der Blick von außen helfen, um zu erkennen, was die Stadt wirklich ausmacht.

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