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MinderheitenPolitik : Waldemarsmauer wird wieder dänisch

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Instandhaltung des Danewerks belastet zunehmend den Kreis-Haushalt. SSF-Generalsekretär begrüßt „positive Geste“.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2016 | 16:01 Uhr

Für die Dänen und die hierlebende dänische Minderheit ist das Danewerk mit Waldemarsmauer, Thyraburg und Schanze XIV ein bedeutendes Denkmal. Für den Kreis als Eigentümer ist dessen Erhaltung ein erheblicher Kostenfaktor. In der Hoffnung, einen Teil der Kosten einsparen zu können, entstand die Idee, knapp 1,5 Kilometer Danewerk von Thyraburg bis Schanze XIV dem Sydslesvigsk Forening (SSF), der kulturellen Organisation der dänischen Minderheit in Deutschland mit Sitz in Flensburg, zu übereignen.

Für den Kreis seien es vor allem praktische Erwägungen gewesen, die zu dem Entschluss geführt hätten, Teile des Danewerks den Dänen zu schenken, sagt Thorsten Roos, Leiter des Fachbereichs Kreisentwicklung, Bau und Umwelt des Kreises. Die Waldemarsmauer ist ein Sanierungsfall, Frost setzt ihr zu und lässt die Ziegelsteine zerbröseln. Wie sie zu erhalten ist, ist bislang unklar. Zur Debatte stehen eine Überdachung, das Legen einer Drainage und sogar das vollständige Abdecken des Mauerabschnitts. In jedem Fall werde es eine kostspielige Angelegenheit, sagt Roos, zu viel für den finanziell klammen Kreis. „Das wäre für uns brenzlig geworden“, sagt Roos.

Ebenfalls als kostspielig erweist sich die Unterhaltung des Denkmals. Rund 20  000 Euro habe der Kreis für Wegesicherung jährlich aufgewendet, solange dies noch unter der Regie der AG Ochsenweg erfolgt sei, erklärt Roos. Nach deren Auflösung sei die Aufgabe dem Servicebetrieb des Kreises übertragen worden. Mehrkosten für den Kreis: 6000 Euro. Geld das in der Kasse fehlt.

In Gesprächen mit dem Leiter des Danewerk-Museums, Nis Haardt, sei die Idee für die Schenkung entstanden, berichtet Roos. Dabei sei selbstverständlich mit offenen Karten gespielt und die Kosten für Unterhalt, Wegesicherung und Sanierung offengelegt worden, so Roos.

Bereits Ende vergangenen Jahres habe der SSF-Vorstand getagt und dem Vorhaben zugestimmt. Auch seien die Fraktionen der im Kreistag vertretenen Parteien über das Vorhaben informiert worden. Von dieser Seite habe es ebenfalls Zustimmung gegeben, berichtet Roos. Derzeit werde der Vertrag vorbereitet. Roos rechnet damit, dass er noch in diesem Sommer unterschrieben, der Kreistag zustimmen und das Danewerk noch in diesem Jahr an den SSF übergeben wird. „Je eher desto besser“, meint Roos angesichts der klammen Kreiskassen.

Neben den positiven finanziellen Aspekten für den Kreis sieht Roos in der Übertragung „ein schönes Signal an die dänische Seite. Die Geste steht uns als Kreis gut zu Gesicht.“

Das sieht Jens A. Christiansen, Generalsekretär des SSF, ganz genauso: „Für uns ist das natürlich sehr positiv.“ Vor allem auch deshalb, weil sich das Danewerk-Museum der dänischen Minderheit auf dem Gelände befindet. An diesem Gelände selbst wolle man nichts ändern, schließlich sei es in den vergangenen 15 Jahren gut instand gesetzt und gepflegt worden. „Diese Arbeit setzen wir fort“, sagt Christansen. Er geht davon aus, dass auch künftig die archäologischen Arbeiten gemeinsam von deutscher und dänischer Seite erfolgen werden.

Christiansen sieht das Danewerk als gemeinsames dänisch-deutsches Kulturerbe und die Übertragung des Geländes als „eine positive Geste der Minderheitspolitik von deutscher Seite“. Die Verantwortung für die archäologischen Arbeiten sei auch in Zukunft eine deutsch-dänische Angelegenheit. Und: „Ich hoffe, dass wenn das Danewerk Weltkulturerbe wird, mit dem ganzen Gebiet etwas Besonderes geschehen wird.“

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