zur Navigation springen
Schlei-Bote

21. August 2017 | 06:55 Uhr

Glücksburg : Wald-Verbot für Hunde

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ein Teil des Geländes im Forst bei Glücksburg wird Naturwald, und Förster Klaus-Dieter Schmidt will die Fläche für freilaufende Hunde verringern.

Hundehalter müssen sich wohl umstellen, denn ein großer Teil des Hundefreilaufs im Glücksburger Forst wird Naturwald werden. In diesem Zuge will Förster Klaus-Dieter Schmidt, beim Waldeigentümer Schleswig-Holsteinische Landesforsten beschäftigt, den Freilauf für Hunde deutlich einschränken. Statt der bisherigen 20 Hektar sollen Hund und Herrchen ab 2015 nur noch neun Hektar östlich des Westerwerker Sees zur Verfügung stehen. So ist der Plan.

Auslöser der Entwicklung ist ein Erlass des Landwirtschaftsministeriums aus diesem Herbst, Wäldern eine möglichst natürliche Entwicklung zu gewährleisten, sagt Martin Schmidt vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Die Landespflegerin Martina Kairies ergänzt, die Waldeigentümer seien aufgefordert, keine Forstpflege mehr durchzuführen. Das gelte ab sofort. Damit einher geht eine eingeschränkte Verkehrssicherheit, erklärt Klaus-Dieter Schmidt, die er in Glücksburg entlang der Wege am Rande des Naturwalds aber gewährleisten wolle.

Das Betreten des Naturwalds, der mit der angrenzenden Grünfläche und einem alten Eichenbestand einen besonderen Komplex in Glücksburg bildet, sei Besuchern nach wie vor erlaubt, erklärt Kairies. „Der Spaziergänger akzeptiert damit aber die waldtypischen Gefahren wie herabfallende Äste und betritt solche Bereiche eigenverantwortlich“, sagt die Mitarbeiterin des Landesamts. Auch ein Hundefreilauf sei damit nicht verboten. Die Landespflegerin zeigt jedoch Verständnis für den Plan des Försters: „Grundsätzlich besteht ein Interesse daran, die Naherholung auf den Bereich außerhalb des Naturwaldes zu konzentrieren.“ Dann könnten Bäume natürlich altern, böten Käfern, Pilzen und Vögeln wie dem Mittelspecht einen Lebensraum.

Förster Klaus-Dieter Schmidt denkt bereits einen Schritt weiter. Er rät allen Hundehaltern dringend, die künftigen Hinweise auf den Naturwald zu beachten und das Gelände ab 2015 nicht mehr als Hundeauslauf zu nutzen. Försterei und Ordnungsamt wollen verstärkt kontrollieren. „Das Beste wäre, wenn sich die Leute am Riemen reißen würden“, sagt Schmidt und warnt: „Ansonsten müssten wir den Hundefreilauf einzäunen.“

In diesem Fall würde das Gelände ein weiteres Mal verkleinert und nur noch zwei bis drei Hektar umfassen. Dann sähe Schmidt die Stadt in der Pflicht: „Wir würden das Gelände noch einzäunen. Aber die Pflege müsste Glücksburg übernehmen.“ Sollte die Stadt das nicht wollen oder können, wäre das das Aus für den Hundefreilauf, betont Schmidt und fügt hinzu: „Im Wald gilt grundsätzlich die Anleinpflicht.“

zur Startseite

von
erstellt am 19.Nov.2014 | 12:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen