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Risse und Löcher : Waabs warnt vor gefährlichem Radweg

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bürgermeister Udo Steinacker und seine beiden Stellvertreter fordern eine zügige Sanierung des Radweges an der L26.

Risse klaffen in der Teerdecke, der Asphalt bröselt, große Löcher erfordern höchste Aufmerksamkeit – wo einst das Radfahren in herrlicher Landschaft eine Freude war, herrschen heute marode Verhältnisse. Seit der Umwidmung des Radweges an der L 26 (Eckernförde – Waabs) im vergangenen Jahr holt sich die Natur Stück für Stück den Weg zurück. Auf diese Weise wird das Befahren des Weges zu einer Tortur für Mensch und Material.

Der Bürgermeister der Gemeinde, Udo Steinacker (CDU) und seine Stellvertreter Lothar Schaldach (SPD, erster Stellvertreter) sowie Heinz Haller (Wählergemeinschaft Waabs, WGW, zweiter Stellvertreter), ärgern sich darüber sehr und wollen diesen Zustand nicht länger hinnehmen.

Lothar Schaldach sagt: „Der Weg ist Teil des Ostseeküstenradweges und nicht nur schlecht zu befahren, sondern auch brandgefährlich.“ Selbst Eltern mit ihren Kindern würden inzwischen aufgrund des schlechten Radwegezustandes auf der kurvigen Straße fahren. Eine Situation, die Heinz Haller kritisch beurteilt. „Ich warne davor, aus Protest auf der Straße zu fahren“ sagt er. Die Autofahrer vermuteten keine Radfahrer auf der Straße, weil ja ein Radweg sichtbar vorhanden sei. Udo Steinacker sieht das Land trotz Umwidmung in der Pflicht: „Er ist immer noch ein öffentlicher Weg. Rein theoretisch müsste man ihn ansonsten sperren.“

Die Gemeindespitze ist empört. Auf der einen Seite werbe die Landesregierung im Tourismusbereich mit der Schaffung eines landesweiten Verkehrsnetzes, und der Radweg sei als Teilstück des Ostseeküstenradweges in jeder Fahrradkarte verzeichnet. Auf der anderen Seite investiere das Land nicht in eine adäquate Unterhaltung. Haller: „Das ist ein Widerspruch in sich.“

Ärgerlich sei auch die Tatsache, dass die Urlauber vor Ort die Gemeinde Waabs für den Zustand des Radweges verantwortlich machten, da sie ja nicht wüssten, dass Straße und Radweg in den Zuständigkeitsbereich des Landes fallen. Schaldach findet: „Das fällt negativ auf unsere Gemeinde zurück.“ Er bezeichnet das als „einen Imageschaden für unseren Tourismus“. Von Schwastrum bis Hohenstein verläuft der rund 30 Jahre alte Radweg durch die Gemeinde Waabs. Jedes Jahr sind im Sommer rund 10 000 Touristen auf dem Rad unterwegs, so die Schätzung der drei Gemeindechefs. Ihr gemeinsames Ziel ist die zeitnahe Sanierung der schadhaften Stellen durch das Land, möglichst vor dem Saisonauftakt 2015.

Einen Versuch, das Land zur Sanierung zu bewegen, hat es bereits im März in Form eines Schreibens gegeben. Eine Antwort hat die Gemeinde erst vor wenigen Tagen erhalten: „ Die Zustandserfassung durch den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (...) kommt zu dem Ergebnis, dass der Radweg einer Deckenerneuerung bedarf. Damit ist eine Sanierung wünschenswert.“ Mit dem Hinweis auf das Fehlen finanzieller Mittel könne aber kein „konkreter Zeitpunkt“ genannt werden, heißt es in dem Schreiben des Wirtschaftsministeriums. Damit will Lothar Schaldach sich nicht begnügen. Sieht er keine Fortschritte in der Haltung des Landes, will er im nächsten Frühjahr eine Fahrraddemonstration organisieren.

 

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erstellt am 29.Sep.2014 | 17:34 Uhr

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