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Schlei-Bote

22. Oktober 2017 | 08:45 Uhr

Süderbrarup : Vorsichtiges Beschnuppern

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Durch ein Hunde-Projekt lernen Kinder der ADS-Kita richtiges Verhalten im Umgang mit den Tieren.

Zuerst hat die vierjährige Anna noch gewisse Hemmungen, Labradordame „Fricka“ mit einem Leckerli zu füttern. Schließlich wurde kurz vorher das gefährlich aussehende Gebiss der schwarzhaarigen Hündin mit den langen Zähnen noch bestaunt. Doch nach dem Beschnuppern, mit dem die Hündin ihre Akzeptanz erteilt, vergräbt Anna ihre Hände in dem dunklen Pelz von „Fricka“ und streichelt den geduldigen Vierbeiner. Dieses Ritual zum Kennenlernen findet regelmäßig im ADS-Kindergarten von Süderbrarup statt und ist Teil des sogenannten Hunde-Projekts.

„In diesem Projekt sollen Kinder Hunde und ihr Verhalten kennenlernen“, erklärt Ramona Corinth, die seit Dezember Leiterin des ADS-Kindergartens ist. Sie hat ihre Schützlinge mit dem Buch „Der kindersichere Hund“ auf diese Begegnung vorbereitet. Die Regeln werden noch einmal im Kreis durchgesprochen: Keine Hunde streicheln, ohne den Besitzer zu fragen! Den Hund nicht erschrecken! Und bei Begegnungen nicht weglaufen! „Diese Regeln haben die Kinder bereits verinnerlicht“, sagt Corinth. Speziell bei freiem Laufen im Wald würden diese bei Begegnungen mit Hunden stehen bleiben und den Hund nicht fixieren. Es seien dadurch bereits eine Menge Ängste abgebaut worden.

Dann ist die Theorie vorbei. Nachdem alle im Stuhlkreis den Hund gefüttert und gestreichelt haben, darf „Fricka“ noch einmal die Qualität ihrer Nase beweisen und ein Leckerli unter einem umgestülpten Becher aufstöbern. Danach geht es nach draußen, wo sich „Fricka“ und ihre Cousine „Trüffel“ von den Kindern über die Wiese hin und her führen lassen. Dafür werden sie wieder mit einem Leckerli belohnt.

Die beiden zwölf- und neunjährigen Labradordamen gehören der Ärztin Dörte Plenge-Hellhoff, die diese Präventivarbeit ehrenamtlich für den ADS-Kindergarten leistet. „Als Narkoseärztin im Krankenhaus erlebe ich regelmäßig Verletzungen von Kindern durch Hunde, die durch Fehlverhalten des Menschen verursacht wurden“, sagt Plenge-Hellhoff – und dies sei der Grund für ihre Engagement. Man müsse den Kindern richtiges Verhalten beibringen, da vielen Hundebesitzern nicht beizubringen sei, ihre Hunde zu kontrollieren.

„Fricka“ und „Trüffel“ seien ruhige und kontaktfreudige Tiere, die sich für diese Arbeit ausgezeichnet eignen würden, so Plenge-Hellhoff. Und alle, die Ärztin, die Erzieherinnen und die Kinder sind sich einig: Die Begegnungen zwischen ihnen und den Hunden im ADS-Kindergarten sollen fortgesetzt werden.

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