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Ortswehr Olpenitz : Vorerst weiter heimatlos

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Olpenitzer Wehr muss weiter auf Fördergelder für ein neues Gerätehaus warten. Das alte ist nach Schimmelbefall inzwischen seit zwei Jahren nicht mehr zu nutzen.

shz.de von
erstellt am 19.Jan.2014 | 13:20 Uhr

Natürlich ging es ums Gerätehaus. Seit mittlerweile zwei Jahren herrscht in der Heimstätte der Olpenitzer Ortswehr ein Betretungsverbot. Schuld ist gesundheitsgefährdender Schimmel. Und deshalb drehte sich bei der Hauptversammlung der Wehr am Freitagabend im Gasthaus Müller zwar auch einiges um das zurückliegende Jahr. In erster Linie aber ging es um die Zukunft, die zumindest mit Blick auf die Heimatlosigkeit der Wehr doch einigermaßen ungewiss erscheint.

Ortswehrführer Dirk Langenstein fasste zunächst zügig und präzise das vergangene Jahr zusammen. Der Olpenitzer Wehr bescherte es insgesamt 26 Einsätze, allein 14 davon gingen auf das Orkantief „Christian“ zurück. „Das haben wir alle noch in sehr lebendiger Erinnerung“, sagte Langenstein. Ein Fahrzeugbrand, ein ausgelaufener Öltank, ein vollgelaufener Keller, ein angebranntes Essen zählten zu weiteren Alarmierungsgründen. Daneben absolvierte die Wehr zwölf Übungsabende, der Olpenitzer Musikzug sogar 26. Des Weiteren standen Lehrgänge an in der Gerätewartung, Ölabwehr und Motorsägenhandhabung. Als Plus wertete Langenstein den Umstand, dass die Ortswehr im vergangenen Jahr drei neue Atemschutzgeräteträger hinzugewonnen hat, außerdem ein neues aktives Mitglied. Derzeit gehören 24 Aktive zur Olpenitzer Wehr, davon vier Frauen, 45 Passive, elf Ehrenmitglieder und 20 Mitglieder des Musikzugs.

Und dann also das Gerätehaus. „Wir warten weiter auf den Förderbescheid“, eröffnete Dirk Langenstein. Gleichwohl sei man – obwohl zur Warterei verdammt – nicht untätig gewesen. „In Abstimmung mit der Feuerwehrunfallkasse haben wir Pläne erarbeitet, so dass wir eigentlich direkt in die Umsetzung gehen können“, führte der Ortswehrführer weiter aus – „sobald das Geld da ist“. Wann eben dieses Geld in Form eines Zuwendungsbescheides auf dem Tisch liegt, ist derweil völlig offen. Bürgermeister Heiko Traulsen formulierte es an diesem Abend so: „Ich wage keine Prognose mehr.“ Ursprünglich habe das Olpenitzer Gerätehaus auf der Prioritätenliste noch über dem Mehlbyer Florianhaus gestanden. Das Innenministerium habe diese Rangfolge dann allerdings anders interpretiert und zunächst den Sonderbedarf für das Florianhaus bewilligt. Traulsen: „Ich hoffe nun inständig, dass Olpenitz auch bald dran ist, denn der Zustand ist nicht auszuhalten.“ Zumal wachse mit der zwar langsamen, aber immerhin stattfindenden Entwicklung im Ostsee-Resort Olpenitz (so der neue Name des früheren Port Olpenitz) auch die potenzielle Brandgefahr und damit die erforderliche Einsatzbereitschaft der Wehr.

Und die Notwendigkeit eines neuen Gerätehauses ist noch aus einem weiteren Grund gegeben: In der heutigen Hauptausschusssitzung steht unter anderem die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Olpenitzer Wehr auf der Tagesordnung – eine Investition von immerhin gut 300.000 Euro. Und: Dieses neue Fahrzeug wird aus Gründen gestiegener Brandlast größer ausfallen als das derzeitige, knapp 15 Jahre alte und würde daher ohnehin nicht mehr in das alte Gerätehaus hineinpassen.

Der stellvertretende Bürgervorsteher Helmut Schulz ließ derweil keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Stadt bereit sei, das nötige Geld für die Feuerwehr in die Hand zu nehmen. Zwar sei man aufgrund der miserablen Haushaltslage gehalten zu sparen, aber: „Die Wehren haben wir immer unterstützt, denn sie sind es uns wert“, so Schulz. Hinzu komme, dass die Wehren in ihren Stadtteilen mehr tun, als Sicherheit zu gewährleisten. Sie seien ein kultureller Ort der Zusammenkunft. Und mit Blick auf die in regelmäßigen Abständen geführte Diskussion um potenzielle Zusammenlegung einzelner Ortswehren betonte Schulz: „Wenn es überhaupt um irgendeine Form der Zusammenlegung geht, dann kann der Anstoß dazu nur von den Wehren selber kommen und nicht von außen.“

Das war der Anknüpfungspunkt für den Gemeindewehrführer Dirk Schadewaldt, der ausführte, dass gerade Situationen wie das Orkantief „Christian“ gezeigt hätten, dass in Kappeln flächendeckende Wehren nötig seien. 74 Einsätze hätten die sechs Ortswehren an jenem Tag gefahren. Während des Sturms „Xaver“ habe man dagegen zwar „ein bisschen viel rumgesessen“. Aber, so Schadewaldt: „Der Weg war richtig. Wir müssen einfach vorbereitet sein.“

Dirk Langenstein wies schließlich noch darauf hin, dass die Olpenitzer Wehr 2015 ihr 125-Jahr-Jubiläum feiert. Die Planung dafür laufe langsam an, sein Wunsch sei allerdings, dass sich weitere Mitglieder im Vorfeld aktiv mit einbringen. Einen ersten Schritt unternahm derweil Stadtvertreter und Olpenitzer Philipp Schmitt. In der Vergangenheit hatte er sich bereit erklärt, den jährlichen Weihnachtsbaum für Olpenitzdorf zu spendieren. Weil dies im vergangenen Jahr jedoch ein anderer übernommen hatte, zog Schmitt stattdessen einen Scheck aus seinem Portemonnaie. „Für die Gemeinschaftskasse“, sagte er. „Und als kleinen Anschub für die Jubiläumsfeier.“ Und vielleicht kann die ja sogar in einem neuen Gerätehaus steigen.

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