Geschäftsleute berichten : Vor Weihnachten geht’s nochmal rund

Die Kunden mögen die gemütliche Atmosphäre bei Hathi von Uwe Horns.
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Die Kunden mögen die gemütliche Atmosphäre bei Hathi von Uwe Horns.

Beim einen mehr, beim anderen weniger – Kappelner Kaufleute berichten von der aktuellen Kauflust ihrer Kunden vor den Feiertagen.

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19. Dezember 2017, 06:28 Uhr

Kappeln | Es duftet angenehm, die Farbkulisse ist bunt und warm. „Wir haben eine gemütliche Atmosphäre, viele Kunden berichten, dass sie erstmal runterfahren, wenn sie den Laden betreten“, erzählt Uwe Horns. Er ist Geschäftsführer bei Hathi. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb er sagen kann: „Das Weihnachtsgeschäft ist zufriedenstellend, wir haben das Vorjahresniveau schon erreicht.“ Horns führt das auf das breite Angebot seines Geschäfts zurück: Mode, Accessoires, Lampen, Tee und vieles mehr. Silberschmuck und die hochwertigen Ledertaschen, das laufe vor den Feiertagen besonders gut, aber auch Duft- und Aromalampen seien im Winter beliebter als im Sommer.

Ein bisschen ruhiger ist es bei Kock’s Bücher und Weine – jedenfalls zeitweise. „Die Kunden kommen immer in Schüben“, sagt Ute Walter und lacht. Da kommt der nächste Schwung rein. Das Ehepaar Dau-Schmidt/Küster sucht Lesestoff für den Enkel und lässt sich beim Whisky beraten. Insgesamt könnte aber schon ein bisschen mehr los sein, verrät Uwe Walter. 51 Prozent der Bevölkerung würden ihre Weihnachtseinkäufe inzwischen online tätigen, hat er gelesen. Dabei genießen einige Kunden gerade das: einen Einkaufsbummel, bei dem man sich eben nicht an den Regalen vorbei schieben muss. „Wir können uns hier Zeit nehmen für die Kunden und ausgiebig beraten, wenn es gewünschtwird“, sieht Uwe Walter das positiv. „Gestern waren zwei Kunden aus Hamburg hier – ganz bewusst, weil es hier in Kappeln so schön ruhig und nicht so voll ist“, beschreibt Ute Walter. So einen richtigen Renner gebe es aber bei ihnen nicht. „Zu Weihnachten gucken einige weniger auf den Preis, da darf es auch schon mal ein schöner Bildband sein – oder der Wein ein bisschen teurer“, sagt Uwe Walter. Die beiden rechnen damit, dass in den letzten zwei, drei Tagen vor dem Fest noch wieder etwas mehr los sein wird: „Da geht es erfahrungsgemäß nochmal rund.“

Das glaubt Helga Thurau von Fahrräder und Spielwaren Schmidt zwar auch, aber sie ist auch jetzt schon sehr zufrieden mit der Nachfrage. Es gibt ein paar Produkte, bei denen die Hersteller mit den Nachlieferungen tatsächlich schon nicht mehr hinterher kommen. Die Kugelbahn Gravitrax von Ravensberger, zum Beispiel, ist bereits nicht mehr zu kriegen. „Keine Chance, alles restlos ausverkauft“, sagt die Geschäftsführerin. Da sei wohl der Hersteller selbst überrascht gewesen, dass die neuartige Bahn, die Kinder ab acht Jahren selbst und individuell zusammenbauen können, so ein Erfolgsschlager wird. Ebenfalls nicht mehr lieferbar sei die „Mobile Tierärztin“ der Firma Schleich. Aber auch die Klassiker wie Playmobil – mit dem modernen Wohnhaus und den entsprechenden Möbeln – sowie Lego-Sets stehen immer wieder hoch im Kurs. „Bei den Spielen könnte „Neues aus Büttenwarder“ ein Hit werden“, schätzt Helga Thurau. Die kleineren Spielkinder freuen sich derweil über die interessanten Geräusche bei „Mister Pups“.

Voller roter Rabattschilder hängt die Decke im Kaufhaus Stolz. Zwischen zehn und 70 Prozent Rabatt in allen Bereichen – das lockt die Kunden, weiß Filialleiter Lars Meyborg. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt er. Jetzt, wo es kälter geworden ist, sei die Nachfrage nach dickeren Jacken, aber auch Mützen, Schals und Handschuhen gestiegen. Bei den Spielsachen laufe bei Stolz Lego mit den verschiedenen Segmenten wie Technik oder Star Wars sehr gut. Aber auch ferngesteuerte Autos: „Das ist ein spannendes Thema.“ Vor Weihnachten sind auch bestimmte Haushaltwaren für die Kunden interessanter als sonst: Raclette-Grills werden verlangt, aber auch Besteckkästen oder Geschirr. Im Schuhladen gibt es 40 Prozent. „Das kann sich bei bestimmten Marken auch schon ordentlich lohnen“, verrät Meyborg. Der letzte verkaufsoffene Adventssonntag, da ginge es immer heiß her. Aber auch in dieser Woche rechne er noch mit guten Verkaufszahlen. Sogar am Sonnabend ist noch bis 19 Uhr geöffnet. Kurz vorher sei immer viel zu tun: „Weihnachten kommt ja jedes Jahr überraschend“, sagt er und lacht. Und dann hat Lars Meyborg noch einen Einkaufstipp besonderer Art: Zwischen den Feiertagen lädt das Kaufhaus Stolz zum Mitternachtsverkauf ein. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist das Kaufhaus von 0.01 bis 2 Uhr geöffnet. Da werden nicht nur pyrotechnische Artikel für den Jahreswechsel verkauft, sondern auch alles andere. „Das ist, gerade mit Kindern, ein tolles Einkaufserlebnis, ein echtes Highlight,“ verspricht Meyborg.

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