Hebammen in Kappeln : Von Anfang an in guten Händen

Bieten in ihrer neuen Praxis an der Reeperbahn ganzheitliche Betreuung für Schwangere an: Dorith Jacobi, Silke Hoffmann-Timm und Lena Gieseke (v. l.).
Bieten in ihrer neuen Praxis an der Reeperbahn ganzheitliche Betreuung für Schwangere an: Dorith Jacobi, Silke Hoffmann-Timm und Lena Gieseke (v. l.).

Ganzheitliche Versorgung: Hebammenpraxis Kappeln seit Dezember im Haus der Diakonie an der Reeperbahn und lädt zum Tag der offenen Tür am 20. Januar ein.

shz.de von
27. Dezember 2017, 06:48 Uhr

Kappeln | Jede Schwangerschaft bringt Unsicherheit und meist viele Fragen mit sich. Vor allem die erste. Da ist es eine große Hilfe, wenn vom ersten Moment an, ein Ansprechpartner da ist, der sich gut auskennt: Eine Hebamme, die eine Frau vom Beginn der Schwangerschaft bis nahezu zum ersten Geburtstag des Kindes begleitet. Genau diesen Service bieten Dorith Jacobi, Silke Hoffmann-Timm und Lena Gieseke von der Hebammenpraxis Kappeln, die seit Anfang des Monats im Haus der Diakonie an der Reeperbahn zu finden ist. Beratung, Untersuchungen, Bewegungskurse, Massagen, vor allem aber auch Begleitung während der Entbindung und in der Zeit danach – das Angebot in der Hebammen ist groß.

Die ganzheitliche Hebammenarbeit – das ist es, was die Arbeit der drei Frauen ausmacht. Etwa ab der neunten Schwangerschaftswoche sind sie für die Familien da. Beratung und Tipps, aber auch schon erste Anwendungen, etwa bei Übelkeit und anderen leichten Beschwerden, durch Akupunktur, Homöopathie, Massagen oder Taping werden angeboten – die entsprechenden Zusatzausbildungen haben die drei Hebammen absolviert. Die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen können gut im Wechsel mit dem behandelnden Gynäkologen übernommen werden. Die Geburtsvorbereitung wird als Frauenkurs angeboten, aber an zwei der sechs Abende werden die Väter dazu eingeladen. Jede Hebamme übernimmt zwei der Abende. „Damit die Frauen auch alle unsere Gesichter kennen“, erklärt Dorith Jacobi. „Das kommt ganz gut an“, stimmt Silke Hoffmann-Timm zu. Darüber hinaus kann Yoga oder der Kurs „Zeit für mich“ besucht werden.

Die Kappelner Hebammen haben einen Vertrag mit der Imland-Klinik Eckernförde. Nur dort können sie auch die Entbindung begleiten. Die Vor- und Nachsorge übernehmen sie aber gern auch für Frauen, die in einer anderen Klinik entbinden möchten. Die Rufbereitschaft besteht rund um die Uhr. Wenn Unsicherheit besteht, ob „es losgeht“ oder noch nicht, helfen die Hebammen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Die meiste Sicherheit gibt es der Frau wohl, wenn die Hebamme die Geburt begleitet und dabei bleibt, bis das Kind das erste Mal angelegt wird. „1-zu-1-Betreuung nennen wir das“, sagt Silke Hoffmann-Timm. Wieder zu Hause besucht die Hebamme die junge Mutter bis kein Bedarf mehr besteht. „Viele haben keine Vorstellung davon, was diese Veränderung mit einem macht“, beschreibt Hoffmann-Timm. „Eine Frau sollte diese Wochenbett-Zeit für sich und ihr Kind nehmen“, empfiehlt sie. Langsam beginnen dann die Rückbildungskurse, unter anderem Nordic-Walking, aber auch das Still-Café – ausdrücklich auch für nicht stillende Mütter – bei dem es meist einen lebhaften und wichtigen Austausch gibt.

Das Team der Hebammenpraxis Kappeln: Silke Hoffmann-Timm ist Hebamme mit Leib und Seele und in Kappeln und Umland bekannt. Die 56-Jährige wurde in Böel geboren und wusste schon mit 17 Jahren, dass Hebamme ihr Beruf sein sollte. „Die Hebamme, die ich schon als junges Mädchen kannte, hieß Tante Inge und alle haben immer mit Hochachtung von ihr gesprochen. Alle schwärmten von Tante Inge – so einen Beruf wollte ich auch“, sagt sie und lacht. In der Gynäkologie der Uni-Klinik in Kiel absolvierte sie ihre Ausbildung und arbeitete anschließend begleitend in einer Frauenarztpraxis, bevor sie 2008 die Hebammenpraxis mit ihrer Kollegin Ute Daniel in der Arnisser Straße bezog.

Lena Giesecke arbeitet seit zweieinhalb Jahren mit Silke Hoffmann-Timm zusammen. „Es war mein Berufswunsch seit ich mit 17 ein Praktikum bei Silke und Ute gemacht habe“, berichtet die heute 32-Jährige. Für das Studium sei sie von 2012 bis 2015 nach Österreich gegangen. „Das dreimonatige Auslandspraktikum konnte ich so wieder bei Silke machen“, sagt die gelernte Krankenschwester. „Dann war für mich klar, dass ich später auch genau so arbeiten möchte.“ Eine Stelle im Schichtdienst einer Klinik sollte für sie nicht in Frage kommen. „Und dann hat sich das ganz wunderbar so ergeben.“

Die dritte im Bunde ist Dorith Jacobi (30). Sie hat zunächst eine Ausbildung zur Masseurin und medizinischen Bademeisterin gemacht. Auch Schwangerschaftsmassagen gehörten zu ihren Aufgaben. Hebamme war schon früher ihr Berufswunsch. So absolvierte auch sie im Sommer vor fünf Jahren ein Praktikum bei Silke Hoffmann-Timm und schloss dann eine dreijährige Ausbildung an der Uni-Klinik in Göttingen an. Vor einem halben Jahr erfüllte sich ihr Wunsch und sie konnte das Team der Hebammenpraxis Kappeln ergänzen.

Das Angebot der Hebammenpraxis Kappeln ist vielfältig, die Kombination der Zusatzqualifikationen hilfreich. Am Sonnabend, 20. Januar, stellen sich Hoffmann-Timm, Giesecke und Jacobi allen Interessierten an einem Tag der offenen Tür von 10 bis 13 Uhr vor. Es gibt viele Infos über die Arbeit, einen Einblick in die Räume, Snacks und eine kleine Baby-Börse. „Jeder ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns darauf, Menschen wiederzutreffen und neue Gesichter zu sehen“, sind sie sich einig.

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