Arved Fuchs in der Alten Maschinenhalle : Vom Segeln im Reich der Stürme

Ausverkauft: Arved Fuchs vor 220 Zuschauern.
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Ausverkauft: Arved Fuchs vor 220 Zuschauern.

Vortrag des Abenteurers Arved Fuchs füllt alle Plätze in der Alten Maschinenhalle. Agentur „Gofi“ plant ein buntes Programm.

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29. Januar 2018, 07:04 Uhr

Kappeln | Schon Wochen zuvor war der Abend ausverkauft. 220 Interessierte waren aus Kappeln, Eckernförde und sogar Kiel gekommen, um den Polarforscher und Buchautoren Arved Fuchs zu sehen und zu hören. Der 64-Jährige hatte viel zu erzählen. Zweieinhalb Stunden berichtete er anschaulich und spannungsgeladen vom „Segeln im Reich der Stürme“, seiner Expedition mit der „Dagmar Aaen“, die ihn und seine Mitstreiter an das Kap Hoorn und in die Antarktis und nach insgesamt 22.000 Seemeilen wieder zurück nach Flensburg geführt haben. Dabei waren Stürme abzuwettern und gewaltige Naturschauspiele zu bewundern. Auch Einblicke in die Geschichte der großen Windjammer und Rückblicke auf eigene frühere Expeditionen in diese kalten südlichen Gefilde waren in beeindruckenden Bildern und Filmsequenzen mitzuerleben. Fuchs zeigte aber auch, dass inzwischen selbst an den abgelegensten Orten der Erde unser Zivilisationsmüll zu finden ist.

Es war die erste Veranstaltung, die unter neuer Leitung in der Alten Maschinenhalle, der ehemaligen Koslowski-Halle, stattfand. Seit Ende 2017 ist das St.-Nikolaiheim Eigentümer der Veranstaltungslocation. Dessen Leiter Stefan Lenz möchte, dass daraus ein interessantes Kultur- und Eventzentrum entsteht, das vom Publikum angenommen wird. Dafür hat er sich mit der Veranstaltungsagentur „Gofi“ aus Bredstedt professionelle Unterstützung gesucht. Hinter dem Namen „Gofi“ stecken Niels Godt und Jens Iwersen, die bereits lange Erfahrung mit der Ausrichtung von Veranstaltungen aller Art haben. „Wir haben Kontakte zu vielen Künstlern und anderen Agenturen. Die kommen uns auch hier zugute“, erklärt Godt. „Kappeln ist ein kleiner Ort. Nicht alle Künstler sind bereit extra hierher zu kommen, wenn sie eine lange und teure Anreise haben. Aber wenn wir für sie Tourneen mit mehrere Terminen organisieren, dann kommen sie.“ So wird im Herbst das bekannte Improvisations-Theater Springmaus aus Bonn zu Gast sein.

Mit 220 Plätzen ist die Alte Maschinenhalle ein eher kleiner Veranstaltungsort. Daher wünschen sich die Betreiber eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Die Verbindung ist ihnen wichtig, regionale Akteure sollen einbezogen werden. So hat das „Cameo“ den Betrieb der Bar übernommen. Lenz und die Eventmanager haben für die Zukunft viele Ideen. Mit der Museumseisenbahn sind sie in Kontakt: Ein alter Eisenbahnwaggon könnte bald als Rauchersalon vor dem Eingang stehen. Lenz kann sich auch vorstellen mit den Schulen der Region ein Kindermusical auf die Beine zu stellen. „Der Tisch ist gedeckt“, sagt er, „nun müssen die Kappelner kommen und mitmachen.“ Für 2018 hat „Gofi“ bereits zehn Termine unter Dach und Fach, der nächste ist der 17. Februar: Das Boulevard-Musical aus Flensburg geht mit „Liebe, Leben, Lovetoys“ auf Tournee und macht einen Abstecher in die Alte Maschinenhalle.

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