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Gemeinschaftsschule Kappeln : Vom Schmuddelkind zum Schmuckstück

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Neuer Kautschukboden und Prallschutz: In der Gemeinschaftsschule ist die Sanierung der kleinen Turnhalle abgeschlossen.

shz.de von
erstellt am 11.Jun.2016 | 07:30 Uhr

„Halt! Stopp! Bitte nicht mit Straßenschuhen in die Turnhalle gehen“, sagt Ralf Storck. Der Hausmeister der Gemeinschaftsschule verteilt dünne Schuh-Überzieher mit Gummi-Bündchen an die Besucher. Also keine Ausreden und die dünnen weißen Hüllen über die Schuhe stülpen. Dann ist es soweit. Der Eingang zur neugestalteten Sporthalle der Gemeinschaftsschule öffnet sich. Es riecht etwas nach Kunststoff. Mit den Füßen in den „Museumspantoffeln“ wirkt die frisch sanierte kleine Turnhalle noch feierlicher. Kein Kratzer auf dem Boden. Und in der Halle ist es still wie in einer Kathedrale zur Mittagszeit. Jeder ist zunächst von der andächtigen Stille und von der unberührt wirkenden Sportanlage gefangen.

Marta Kraft findet als erste die Worte. „Das ist schön“, entfährt es der Vorsitzenden des Nahbereichschulverbandes Kappeln nach einem Rundumblick. Schulleiterin Britta Pichatzek ist mit der Hallensanierung „total zufrieden“. „Ich bin glücklich und froh, vor allem auch für die Fachschaft Sport und die Schüler, die diese Halle jetzt wieder nutzen können und zwar so nutzen können, wie es auch ursprünglich gedacht war“, sagt Pichatzek.

Denn vor der Sanierung war dort nur eingeschränkter Sportunterricht möglich. Eltern hatten sich über den Zustand der Halle und der Geräte beschwert. Manche Bereiche mussten wegen Unfallgefahr abgesperrt werden. Vor über zwei Jahren war der alte Mahagoniboden zu einem Drittel abgesackt, und damit wurden auch die Löcher für die Bodenverankerungen von Sportgeräten unbrauchbar. Doch auch Training für Ballsportarten war dort kaum mehr möglich. Sportlehrer Hark Sönnichsen sagt: „Der Ball prallte hier gar nicht mehr richtig auf.“ Das sei jetzt anders. Der Fachschaftsleiter trägt Hallensportschuhe und ist der einzige Erwachsene, der ohne Schuh-Überzug den neuen Hallenboden betreten darf.

Statt eines Mahagonibodens bildet nun ein punkt-elastischer Kautschukbelag den Untergrund, wie Joachim Menge von der Stadtverwaltung ausführt. Menge wirkt mehr als zufrieden. Planung, Übersicht, und Ausführung der Maßnahme – alles lag in seiner Hand. Die Arbeiten blieben nach dem Baubeginn im April im Zeitplan, aber auch im Kostenrahmen. Und nicht nur das: Mit 115.000 Euro blieb die Sanierung rund 20.000 Euro unter den anfangs kalkulierten Kosten. Der Bund übernimmt zudem 90 Prozent der angefallenen Nettokosten. Alle Bodenhülsen sind ausgetauscht, die Linien wurden in den richtigen Abständen zueinander nachgezogen, entsprechend den gültigen Richtlinien, wie Menge versichert.

Für Helmut Andresen, Vorsitzender des Bau- und Finanzausschusses des Schulverbandes, ist der Belag in der 600 Quadratmeter großen Turnhalle der beste Hallenfußboden im gesamten Nahbereichschulverband. „Hier können wir jetzt unter wettkampfmäßigen Bedingungen beispielsweise Volleyball oder Badminton spielen“, versichert Sportlehrer Hark Sönnichsen.

Schulleiterin Britta Pichatzek erläutert, dass man während der Bauarbeiten auf die große Sporthalle ausgewichen sei und diese mittels einer Trennwand unterteilt habe. Dazu konnte man das gute Wetter nutzen, um Sportunterricht draußen zu machen. „Doch das alles sind Behelfsmaßnahmen, verbunden mit einem großen organisatorischen Aufwand“, so Pichatzek. „Und die Kinder haben schon auf den Tag der Fertigstellung gewartet.“

Der elfjährigen Leonie Hostbar aus der 5  b gefällt an der Halle vor allem der sandfarbene Prallschutz aus Schaumstoff und Teppich. „Der ist cool“, findet Leonie. Ihr Klassenkameraden Marvin Scheffler meint: „Nur schade, dass die Fußballtore noch fehlen.“ Beide haben schon Sportunterricht in der frisch sanierten Halle gehabt. „Wir haben Völkerball gespielt. Das war super.“ Und da brauchten sie bestimmt auch keine Schuh-Hüllen. 

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