Volksbank will keine weiteren Filialen schließen

Zufriedene Banker: Karsten Petersen (li,) und Holger Siem.
Foto:
Zufriedene Banker: Karsten Petersen (li,) und Holger Siem.

Vorstand präsentiert Geschäftsbericht für 2014: Gewinn wie im Vorjahr bei 1,2 Millionen Euro

von
08. Mai 2015, 17:35 Uhr

Zwischen Erfde im Süden und Steinbergkirche im Norden betreibt die Schleswiger Volksbank 14 Filialen. Und bei dieser Zahl soll es auch bleiben. Das bekräftigten die Vorstände Holger Siem und Karsten Petersen gestern, nachdem sie am Donnerstagabend vor ihrer Vertreterversammlung den Geschäftsbericht 2014 vorlegt hatten.

Erst Anfang des Jahres waren die Außenstellen in Fahrdorf, Ulsnis und Sterup geschlossen worden. „Damit haben wir auf die zunehmende Digitalisierung reagiert“, sagt Petersen. 40 Prozent der Volksbank-Kunden würden ihre Geschäfte inzwischen über das Internet abwickeln. Auch wenn dieser Anteil noch weiter steigen dürfte, ist der Vorstand überzeugt, dass die Filialen vor Ort auch in Zukunft ihre Berechtigung haben. „Auch wer normalerweise seine Überweisungen zu Hause am Computer erledigt, kommt weiterhin persönlich zu uns, wenn es um fachkundige Beratung geht“, sagt Petersen. Auch deshalb habe man jetzt begonnen, Service-Mitarbeiter „aufzuqualifizieren“.

In den bundesweit operierenden Direktbanken sehen Petersen und Siem deshalb keine Bedrohung für ihr Kerngeschäft. Das untermauern sie mit Zahlen. Die Ertragslage sei „solide“. Der Geschäftsbericht weist 1,2 Millionen Euro Gewinn aus. Das ist derselbe Betrag wie 2013. Auch die Zahl der Kunden ist konstant. Sie liegt bei 37  000. Die Bilanzsumme stieg um 4,6 Prozent auf 636 Millionen Euro. „Die Entwicklung zeigt, dass es bei uns keine Kreditklemme gibt“, sagt Siem. Das Geschäft wird vor allem von Investitionen in die Landwirtschaft und in Windparks getragen, aber auch von der privaten Baufinanzierung. Der Druck auf die Ertragslage durch das extrem niedrige Zinsniveau werde dennoch spürbar, räumt Siem ein.

Mehr Rendite bekommen die 14  216 Mitglieder der Schleswiger Volksbank für ihre Genossenschaftsanteile. Die Dividende liegt zwar nicht mehr wie in den vergangenen Jahren bei sechs Prozent, aber auch die jetzt beschlossenen fünf Prozent seien ein „attraktiver Wert“, so Siem. Die Bank schüttet insgesamt 562  000 Euro an ihre Mitglieder aus. Dass die Zahl der Volksbank-Genossen zuletzt deutlich angestiegen ist, führen die Vorstände auch auf die Dividendenzahlungen zurück.

Die Vertreterversammlung bestätigte die Aufsichtsratsmitglieder Holger Jürgensen aus Tolk, Hans-Julius Mau aus Süderbrarup, Elke Prätorius-Schmidt aus Kappeln und Hans Paul Sierts aus Dörpstedt einstimmig in ihren Ämtern.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen