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Schlei-Bote

11. Dezember 2017 | 16:44 Uhr

Viele Veränderungen zum Schulstart

vom

Karby startet mit Ganztagsangebot / Nur noch Erst- bis Viertklässler an der Gorch-Fock-Schule / Gymnasium bereitet größten Abijahrgang vor

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln/Karby | Heute früh werden nach sechs langen Wochen wieder etliche Wecker klingeln und ihre Besitzer daran erinnern, dass die Zeit des ungetrübten Ausschlafens erstmal vorüber ist. Heute geht die Schule wieder los. Für die meisten Kinder und Jugendlichen beginnt also wieder der bekannte Alltag mit den nicht immer geliebten Pflichten. Einige allerdings sind gerade erst dabei, diesen Alltag für sich zu entdecken - entweder weil sie in dieser Woche zum ersten Mal eine Schule besuchen oder weil ihnen der wichtige Schulwechsel bevorsteht.

So hat etwa Britta Pichatzek 68 Anmeldungen für drei fünfte Klassen in der Gemeinschaftsschule vorliegen. "Erstaunlich viele haben sich während der Ferien angemeldet", sagt die Schulleiterin. Alle Fünftklässler legen zwar eine Empfehlung mit Blick auf ihren potenziellen Abschluss vor, starten jedoch erstmal völlig losgelöst davon in ihre Gemeinschaftsschulzeit, die ihnen den Real-, Haupt- oder Förderabschluss ermöglicht. "Bei uns sind alle willkommen", sagt Pichatzek. Und erstmals seit Langem starten auch alle Schüler wieder unter einem Dach, nachdem Ende April der hochmoderne Anbau eingeweiht wurde und die ungeliebten Klassencontainer endlich überflüssig gemacht hat. Abgesehen von einem neuen Physiksaal und einer fortschrittlichen Schulküche profitieren die höheren Jahrgänge der Gemeinschaftsschule vor allem von frischen Klassenräumen mit digitalen Tafeln. "Aber auch dort bleibt das Lernen nicht aus", kündigt Britta Pichatzek vorsichtshalber schon mal an. Um die Kinder auch für das Mittagessen in der Mensa stärker zu begeistern, plant die Schulleiterin, das Ganztagsangebot auszubauen - "denn davon lebt das Ganze ja".

Auf 85 Fünftklässler freut sich derweil Thomas Hellmuth, die er in dieser Woche in der Klaus-Harms-Schule begrüßen will. Sie sind jedoch nicht die einzigen, für die der Schulleiter des Gymnasiums so etwas wie einen Neustart bereit hält. Um das Ziel G 8 (also Abitur nach acht Jahren am Gymnasium) umzusetzen, stehen Kollegium, vor allem aber die neuen Zehnt- und Elftklässler vor einer besonderen Herausforderung: Die insgesamt 198 Schüler betreten nach den Ferien gemeinsam die sogenannte Einführungsphase, die ihnen helfen soll, zu einem elften Jahrgang zu verschmelzen, um dann 2016 zusammen das Abitur abzulegen - für die eigentlichen Zehntklässler dann nach acht Jahren. Hellmuth ist froh, diesen Schülern alle Profile anbieten zu können, räumt aber ein: "Die Stundenplanung war eine ziemliche Herausforderung." Beispiel: Alle elf Klassen der Einführungsphase müssen im Fach Wirtschaft/Politik unterrichtet werden, für das an der Klaus-Harms-Schule fünf Lehrer zur Verfügung stehen. Folglich erteilt allein in diesem Jahrgang jeder Lehrer mindestens zwei Klassen WiPo-Unterricht. Aber auch unabhängig davon spricht Thomas Hellmuth von jeder Menge Abstimmung, die schon im Vorfeld getroffen werden musste. So soll etwa auch das in diesem Jahrgang obligatorische Wirtschaftspraktikum kürzer ausfallen, damit auch alle Schüler in der Region tatsächlich einen Praktikumsplatz finden. Und Hellmuth weiß auch, dass aufgrund des unterschiedlichen Alters und Wissenstandes der Schüler sein Kollegium zumindest zu Beginn unweigerlich methodisch differenzieren muss. "Es ist wichtig, solche Dinge auch in dieser speziellen Phase zu berücksichtigen", sagt der Schulleiter, dessen erklärtes Ziel es ist, diese 198 Schüler am Schuljahresende auf einem gleichen Level zu wissen.

Die 70 Abc-Schützen, die Barbara Scheufler in der Gorch-Fock-Schule willkommen heißt, sind von solchen Gedankenspielen noch weit entfernt. Zum ersten Mal startet die Schule mit den Standorten Ellenberg (51 Erstklässler) und Haber twedt (19 Erstklässler) als reine Grundschule und hat sich vorbereitet: Der Physiksaal wird zum Raum für Sachunterricht, Kinder, die noch keinen Schulvormittag durchhalten, erhalten einen eigenen Raum, der, so Scheufler, "extra aufgepeppt wurde". In Kleingruppen verbringen diese Kinder einige Stunden außerhalb ihres Klassenverbandes, auch um eventuell beginnender Schulfrustration vorzubeugen. Mit etwas mehr Zeit werden sie an den Schulalltag herangeführt, um sie später wieder komplett in ihre Klasse einzubinden.

Elf Kinder starten in dieser Woche in der dänischen Kaj-Munk-Schule, neun von ihnen wechseln vom gegenüberliegenden dänischen Kindergarten. Und Schulleiterin Helga Bade freut sich über einen ganz besonderen Umstand: "Wir haben so guten Zulauf, dass zwar dritte und vierte sowie fünfte und sechste Klasse nach wie vor zusammen unterrichtet werden, die erste und zwei Klasse allerdings seit Langem erstmals getrennt." Und es sieht ganz so aus, als könnte sich dieser Trend fortsetzen, denn Bade weiß, dass der dänische Kindergarten bereits eine Warteliste vorliegen hat.

Ohne Warteliste, aber als frisch eröffnete Ganztagsschule geht die Grundschule Karby ins neue Schuljahr. 23 Erstklässler profitieren davon von Beginn an und können etwa eine gesicherte Betreuung nach Schulschluss inklusive Mittagessen und Hausaufgabenhilfe nutzen. Insgesamt hat Schulleiterin Inka Gorecki von etwa der Hälfte aller ihrer 102 Grundschüler Anmeldungen zum Ganztagsangebot, zu dem auch Musik und Gesang, Konzentrations- und Bewegungsspiele, Kochkursus und ein Schulgarten gehören, vorliegen. Das Besondere: Die Kurse können pro Halbjahr tageweise je nach Bedarf gebucht werden. "Wir hoffen, dass noch mehr Kinder das Angebot nutzen", sagt Gorecki. "Aber schon jetzt starten wir mit einer großen Euphorie ins neue Schuljahr."

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