TÜV-Report für Kappeln : Viele Autos mit erheblichen Mängeln

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Das Durchschnittsalter der vorgestellten Fahrzeuge liegt bei über 13 Jahren. Der häufigste Fehler steckt in Licht und Elektrik.

shz.de von
09. November 2018, 18:24 Uhr

Die Autos, die auf Kappelns Straßen unterwegs sind, sind im Durchschnitt gut 13 Jahre alt und haben mehr als 132.000 Kilometer auf dem Tacho – jedenfalls die, die an der TÜV-Station in Kappeln vorgestellt wurden. Diese und andere Zahlen sind dem jetzt veröffentlichten TÜV-Report für den Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018 zu entnehmen.

Dieses recht hohe Durchschnittsalter dürfte einer der Gründe dafür gewesen sein, dass bei immerhin 42,1 Prozent der geprüften Autos „erhebliche Mängel“ festgestellt wurden. Die Plakette gab es für diese Fahrzeuge erst, nachdem sie repariert wurden. Bei zwei Autos reichte aber auch eine Reparatur nicht mehr aus: Sie wurden als „völlig verkehrsunsicher“ eingestuft.

Die gute Nachricht: Insgesamt 41,4 Prozent der Autos, die in Kappeln von den Sachverständigen auf Herz und Handbremse gecheckt wurden, hatten überhaupt keine Mängel. „Das ist ein durchaus erfreuliches Ergebnis“, heißt es seitens der TÜV-Station. Zusätzlich fanden die TÜV Sachverständigen bei 15,0 Prozent nur geringe Mängel, sodass 56,4 Prozent sofort eine TÜV-Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit bekamen. Die fünfte Mängelkategorie „gefährliche Mängel“, die im Mai des Jahres neu eingeführt wurde, hat noch keine statistische Relevanz. Ein „gefährlicher Mangel“ ist dabei ein erheblicher Mangel, der eine direkte und unmittelbare Verkehrsgefährdung darstellt oder die Umwelt erheblich beeinträchtigt. Beispiel: der Ausfall aller Bremslichter an einem Fahrzeug.

Im gesamten Bereich des TÜV Nord hat sich die Zahl der Fahrzeuge mit „erheblichen Mängeln“ schon zum fünften Mal hintereinander verringert; hier sehen die TÜV-Experten einen „dauerhaft positiven Trend“.

Matthias Thrö, der Leiter der TÜV-Station Kappeln sagt: „Wir freuen uns über diese Entwicklung der Mängelquoten. Die Hersteller bauen schließlich sichere Autos und legen auch Wert auf die Langzeitqualität. Die Autofahrer wiederum kümmern sich in Zeiten guter Wirtschaftslage mehr um Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge und nehmen fällige Termine zur Inspektion und Instandhaltung wahr. Besonders freuen würde es uns aber auch, wenn der kurze Check der Beleuchtungsanlage vor Fahrantritt zur Regel wird.“ Dass die Beleuchtungsanlage nämlich mitunter stiefmütterlich behandelt wird, zeigt auch die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt „Licht, Elektrik“ in der Statistik wieder weit vorne, es folgen „Umweltbelastung“, „Achsen, Räder, Reifen“ und „Bremse“.

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