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Kappelner Volkshochschule : VHS geht in die Verlängerung

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Auflösung vertagt: Die Volkshochschule sucht weiterhin Nachfolger für den Vorstand.

Der Raum des Gastes war mehr als gut gefüllt, geschätzte 45 Menschen waren gekommen, um das Ende, den Neuanfang, auf jeden Fall Zukunftsweisendes für die Kappelner Volkshochschule (VHS) zu erleben. Der Vorstand hatte bereits im Vorfeld seinen Rücktritt erklärt, das VHS-Büro in der Mühlenstraße ist zum Jahresende gekündigt, die Kommunalpolitik hatte erst finanzielle Unterstützung in fünfstelliger Höhe angekündigt, dieses Versprechen aber nachher wieder einkassiert. Seit Langem war zudem die Suche nach Nachfolgern im Vorstand erfolglos geblieben. Die Voraussetzungen für einen sanften Übergang hätten also durchaus erquicklicher sein können. Und da half es auch wenig, dass VHS-Leiterin Swantje Kretschmann gleich zu Beginn der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montagabend von „mangelnder Zahlungsmoral“ der Kursteilnehmer und „Raumproblemen“ der VHS sprach – Aussagen, die nicht unbedingt dazu taugten, potenzielle Vorstandsnachfolger zu locken.

Gleichwohl umrissen sie die Situation, in der sich die VHS derzeit befindet: zwölf Unterrichtsstandorte im Stadtgebiet verteilt, ein immenser organisatorischer Aufwand, finanzielle Unsicherheiten. Aber: Die Zahl der Kursteilnehmer ist offenbar relativ konstant, die Kooperationen stabil, die Dozenten und Mitglieder eifrig und interessiert. Schriftführerin Christina Kohla sprach daher auch von einer „guten Basis“ der VHS, die allerdings nun einen frischen Impuls und ein neues Konzept benötige. Kohla: „Es gibt viele Fragen, Bedingungen müssen neu verhandelt werden, aber wir freuen uns, wenn sich jemand findet, der weitermacht.“ Klappt das nicht, droht die Vereinsauflösung. Am Montagabend konnte dieser Schritt allerdings ohnehin noch nicht getan werden, da dieser Entscheidung mindestens zwei Drittel aller Mitglieder hätten zustimmen müssen.

VHS-Mitglied Roderich Felsberg ließ derweil keinen Zweifel daran aufkommen, dass „diese Versammlung selbstverständlich will, dass es mit der VHS weitergeht“. Vielmehr kreidete er der Stadt an, der VHS die erforderliche finanzielle Hilfe von jährlich 20.000 Euro, die Kohla zuvor noch als „Sparpaket“ bezeichnet hatte, versagt zu haben. „Wenn man sieht, wofür alles Geld ausgegeben wird“, sagte Felsberg, „ist es mir völlig unverständlich, dass man ausgerechnet die Ausgaben für den Bildungsbereich auf Null setzt“.

VHS-Beisitzer Volker Ramge konnte den Anwesenden derweil mitteilen, dass sich Interessenten gemeldet und signalisiert hätten, die Vorstandsarbeit zu übernehmen. „Eventuell könnte man die VHS im ersten Halbjahr 2017 ruhen lassen und dann wieder starten, wenn ab Sommer Räume in der früheren Hans-Christian-Andersen-Schule zur Verfügung stehen“, sagte er. „Dann wird es auch finanziell einfacher.“ Mit den möglichen neuen Vorstandsmitgliedern, von denen am Montagabend drei die Hand hoben, will der bisherige Vorstand nun noch im Laufe dieses Jahres intern weitere Details besprechen.

Klar ist indes, das wurde mehrfach betont: Ab Januar finden unter dem Dach der VHS zunächst keine Kurse mehr statt. Ebenfalls für Januar ist die nächste außerordentliche Mitgliederversammlung angesetzt (12. Januar, 19 Uhr, Raum des Gastes), und dann heißt es endgültig: Auflösung oder Neuwahlen? Christina Kohlas Schlusswort: „Und wenn es unter einem neuen Vorstand dann erstmal nur drei Kurse sind – Hauptsache, die VHS bleibt bestehen.“

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erstellt am 14.Dez.2016 | 07:00 Uhr

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