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Brodersby : Verkehrsregeln auf Arabisch, Serbisch, Englisch und Deutsch

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Sicher auf dem Fahrrad unterwegs: Ein Eckernförder Polizist gibt Flüchtlingen Unterricht.

Andere Länder – andere Sitten: Das gilt nicht nur für Umgangsformen, sondern auch für die Verkehrsregeln. Rechtsverkehr gilt bei Weitem nicht in allen Ländern der Erde, besonders in vielen afrikanischen Staaten wird links gefahren. Auch die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft Höxmark kommen mit der deutschen Straßenverkehrsordnung in Berührung, sei es als Fußgänger oder als Fahrradfahrer. So manches Verkehrsschild kennen sie aus ihrer Heimat nicht und wissen deshalb auch nicht um seine Bedeutung.

Dasbek (19), Amin (36) und Ashu (26) stammen aus Eritrea, ein afrikanisches Land, in dem bis 1964 Linksverkehr herrschte. Fahrradfahren ist für die jungen Männer kein Problem – wohl aber die deutschen Verkehrszeichen. Um das zu ändern, bat der Willkommenskreis Höxmark die Polizei um Hilfe. Vor Kurzem erschien Polizeioberkommissar Michael Heinrich aus Eckernförde und erklärte rund 20 Bewohnern aus Höxmark die Straßenverkehrsregeln.

Peter Sauer, Vorsitzender der Demokratische Initiative Brodersby-Schönhagen-Höxmark (demIni) und Mitinitiator des wöchentlichen Fahrradworkshops für Flüchtlinge, erklärte: „Wir wurden von Bürgern in Karby angesprochen, dass viele der Flüchtlinge auf der linken Straßenseite fahren würden.“ Da erst sei allen im Willkommenskreis bewusst geworden, dass die Flüchtlinge die deutschen Verkehrszeichen nicht kennen.

Vor dem Einstieg in die Theorie drehte sich alles um das Fahrrad selbst. Da nahezu alle Räder der Flüchtlinge von diesen in Workshops eigenhändig unter fachkundiger Anleitung zusammengeschraubt wurden, kannten sie Dinge wie Vorder- und Rücklicht, Bremsen oder Reflektor. Die Verständigung lief nahezu reibungslos. Polizeioberkommissar Heinrich erklärte auf Deutsch, Rupert Rompel vom Willkommenskreis übersetzte ins Englische, einer der Teilnehmer erklärte die wesentlichen Dinge auf Arabisch, ein weiterer auf Serbisch. Spannend wurde es bei der Vorstellung der Verkehrszeichen. Während das Stopp-Schild noch international ist, war das deutsche Vorfahrtszeichen unbekannt. Mithilfe einer Tafel und Schildern in Miniaturausgaben versuchten Rompel, Heinrich und Elsbeth Müller, Koordinatorin des Willkommenskreises, verschiedene Verkehrssituationen zu erklären. Wann hat der Radler Vorfahrt? Was bedeutet rechts vor links? Fragen, die in der Runde angesprochen und beantwortet wurden – wobei der Spaß nicht zu kurz kam.

Auf dem Hof der Firma Sauer-Gespannbau wurde danach ein Parcours aufgebaut, in dem die Flüchtlinge mit ihrem Fahrrad das Gelernte üben konnten. So zum Beispiel das Linksabbiegen: Einordnen, linken Arm raus, Schulterblick, großen Bogen fahren, abbiegen. Unter den wohlwollenden Blicken von Polizeioberkommissar Heinrich setzte sich jeder aufs Rad, um zu üben.

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erstellt am 01.Aug.2015 | 12:45 Uhr

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