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Stillstand auf der Waffenschule : Verhandlungspoker um Schleiterrassen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Auf dem Areal der Waffenschule passiert derzeit nichts: Stadt und Investor können sich bei den städtebaulichen Verträgen nicht einigen.

shz.de von
erstellt am 08.Nov.2014 | 08:00 Uhr

Das Großbauprojekt Schleiterrassen in Ellenberg kommt nicht voran. Seit nun mehr einem Jahr herrscht auf dem Gelände der ehemaligen Marinewaffenschule Stillstand. Das Planungsverfahren wurde nach ein paar F-Plan-Änderungen ausgesetzt, weil die Stadt und die AMA Schleiterrassen GmbH als Investorin sich bislang nicht bei den städtebaulichen Verträgen einigen konnten (wir berichteten).

„Wir sind zwar nach wie vor regelmäßig im Gespräch, kommen aber derzeit nicht auf einen Nenner“, so Bürgermeister Heiko Traulsen. Als Knackpunkt gelten dabei die Erschließungsbürgschaften. Dem Vernehmen nach geht es dabei um einen einstelligen Millionenbetrag. Dabei sind die Bürgschaften laut Traulsen bereits bei den Kaufverhandlungen für das Gelände der ehemaligen Waffenschule im Herbst 2011 angesprochen worden.

Jan Christopher Kortüm, Hamburger Projektleiter der Schleiterrassen, bestätigte unterschiedliche Haltungen in der Bürgschaftsfrage, wollte aber ebenso wie Traulsen nichts von stockenden Verhandlungen wissen. „Wir sind noch in Verhandlungen“, betonte Kortüm vielmehr. „Wir haben jetzt einen neuen Vorschlag gemacht, der Ball liegt jetzt bei der Stadt.“ Wie dieser Vorschlag aussieht, wollte der Hamburger mit Blick auf die laufenden Verhandlungen nicht sagen. Der Kaufmann bekräftigte aber das Interesse an dem Projekt. „Wir haben das Grundstück damals gekauft und dazu 200.000 Euro für den Betrieb des Schwimmbades gegeben, ohne dass wir bislang auch nur einen Euro Ertrag gehabt hätten.“

Nach den Worten des Projektleiters wollte die Stadt einen umfangreichen Vertrag mit umfassenden Sicherheiten. „Kein Investor kann es sich leisten, umfangreiche Bürgschaften über den vollen Zeitraum von 15 Jahren zu leisten“, sagte Kortüm. Denn zehn bis 15 Jahre braucht es nach Ansicht des Kaufmannes, bis das Projekt verwirklicht ist. Schließlich müsse man die Nachfrage für 200 Wohneinheiten an der Schlei erst einmal schaffen. „Und die Bürgschaften dürfen uns nicht so stark belasten, dass wir unser Unternehmen nicht mehr zum Erfolg führen können“, sagte der Hamburger.

Unterdessen hat der Bürgermeister auf die Verzögerung bei den Schleiterrassen reagiert. „Riesige Flächen sind jetzt nicht am Markt. Wir müssen aber die Konkurrenz im Auge behalten“, sagte Traulsen. So würden die Grundstücksflächen in der Süeskoppel, am Meratebogen sowie im Faaborgweg allmählich volllaufen. „Da müssen wir Plan B ziehen und andere Wohnbauflächen für Zuzugswillige bereit stellen“, so Traulsen. Infrage kämen drei Bauflächen, von der der Stadt mit dem Gelände des SV Kopperby bereits eine Fläche gehöre. „Ich will doch niemanden abweisen, das wäre fatal“, begründete Traulsen dieses Vorgehen.

In puncto Schleiterrassen hofft der Bürgermeister, dass es noch in diesem Jahr zu einer Einigung kommt. Selbst unter dieser Voraussetzung wäre es schwer, noch vor Weihnachten 2015 ein Grundstück zu verkaufen. „Ich hätte es mir leichter gewünscht“, räumte Traulsen ein. „Aber nach den Erfahrungen mit Port Olpenitz geht es nicht ohne Sicherheiten für die Stadt.“ Für Jan Christopher Kortüm hängt alles von den städtebaulichen Verträgen ab. Er betonte: „Wenn wir uns bei den städtebaulichen Verträgen einigen, dann kann es sofort losgehen.“

 

 

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