Ausstellungseröffnung : Verbunden über das Meer

Die Ausstellung ist eröffnet: Laurenz-Alexander Schettler (li.) erklärt den Gästen, wie seine Fotos den Weg auf die gebürstete Aluminiumplatte finden.
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Die Ausstellung ist eröffnet: Laurenz-Alexander Schettler (li.) erklärt den Gästen, wie seine Fotos den Weg auf die gebürstete Aluminiumplatte finden.

Gestern öffnete die Ausstellung „Wasserlinie/Vandlinje“ im Kappelner Rathaus.

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21. April 2018, 12:00 Uhr

Zwei Städte, zwei Künstler – verbunden durch das Wasser: Gestern öffnete im ersten Stock des Kappelner Rathauses die Ausstellung „Wasserlinie/Vandlinje – Verbindung zwischen Faaborg und Kappeln“. Zu sehen sind die Werke des Kappelners Laurenz-Alexander Schettler und des Faaborgers Marius Jensen.

Dass Kappeln und Faaborg eine Städtefreundschaft pflegen, ist in den vergangenen Jahren ein bisschen in Vergessenheit geraten. „Es gibt sie seit 34 Jahren, aber sie schlummerte, seit in Dänemark eine Gebietsreform stattfand und wir keine Ansprechpartner mehr hatten“, erklärte Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker. Und hier komme Christian Andresen, Fraktionsvorsitzender des SSW, ins Spiel. Der habe das einfach nicht hinnehmen wollen und weiter an den Beziehungen gearbeitet. „Und hier sehen wir nun die Quittung seiner Hartnäckigkeit“, erklärte sie, dankte ihm dafür und lud die Gäste ein, sich die 35 Exponate der Künstler anzusehen.

„Wie kommt das Foto auf die Platte?“, wollten die Besucher von Schettler wissen. In einer Druckerei werde das Negativ der Analog-Fotografie aufgebracht. Das Aluminium ist gebürstet, der Künstler entscheidet, je nach Motiv, ob die Oberfläche grob oder fein, senkrecht oder waagerecht bearbeitet werden soll. Wonach entscheidet er das? „Das ist Intuition“, sagte Schettler und lachte. Am Ende schimmern die Bilder und verändern sich, je nach Lichteinfall.

Jensen malt gern großformatig und lässt hier und da den Bauhaus-Stil wieder aufleben. „Ich mag es, mich mit einfachen Formen auszudrücken“, sagte er. Marlies Seemann war unter den Besuchern, die Kappelnerin ist selbst Künstlerin. Sie stand vor Jensens Bild „Alles fließt“ und war begeistert. „Das ist so lebendig und hat so viel Kraft. Dabei ist es schön proportioniert und voller Bewegung. Es ist richtig gut“, schwärmte sie.

Beide Künstler nahmen sich Zeit, ihre Bilder zu erklären. Der Schwerpunkt liegt bei allen Werke auf der Auseinandersetzung mit dem Begriff „Wasser“ – aber eben auf ganz unterschiedliche Weise. Organisiert wurde die Ausstellung von den Künstlern und Schettlers Partnerin Ann-Kristin Jahrmann. „Es klingt vielleicht ein bisschen altmodisch, aber es geht hier weniger um Kunst als viel mehr um Völkerverständigung“, sagte sie. Das Wasser sei schon immer ein Kommunikationsweg gewesen. Es würden nicht nur Güter darüber transportiert, sondern vor allem auch Ideen – und das sei das wichtigere Gut.

Bürgermeister Heiko Traulsen lud alle Interessierten ein, die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besuchen: „Sie bleibt bei uns bis zum 8. Juni.“

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