Arnis : Verborgene Talente trauen sich

Die drei malenden Männer von Arnis: Knut Nielsen, Hinrich Prohn und Christian Ulderup (von links).
Die drei malenden Männer von Arnis: Knut Nielsen, Hinrich Prohn und Christian Ulderup (von links).

Drei Hobbykünstler aus Arnis zeigen ihre Bilder erstmals bis zum 4. Juli im Rathaus der Stadt. Maritime Motive überwiegen.

shz.de von
16. Juni 2014, 10:00 Uhr

„Was sich in unseren Mauern verbirgt, ist erstaunlich“, betonte mit Stolz in der Stimme Hans-Joachim Schock. Als Touristikausschuss-Vorsitzender eröffnete Schock die erste Sommer-Ausstellung dieses Jahres im Arnisser Rathaus. Diese Ausstellung zeige, fügte er hinzu,welche Talente es im Verborgenen gebe.

Er freute sich, den sommerlichen Ausstellungsreigen mit der Präsentation von Bildern, die alle in Arnis entstanden sind, zu eröffnen. Dabei geht es um Bilder von drei Männern, die alle für sich das Malen und Zeichnen entdeckt haben und nach vielen Jahren des Schaffens bereit sind, sich mit ihren Werken erstmals der Öffentlichkeit zu zeigen. Zu sehen sind Öl- und Acrylbilder, Aquarelle, Bleistift- und Kreidezeichnungen – alles überwiegend mit maritimen Motiven.

Zu den drei malenden Arnisser Männern gehört als ältester der 80 Jahre alte Knut Nielsen. Als gelernter Zimmermann kam er nach Arnis und blieb, als Experten für die fachgerechte Sanierung des alten Mühlenhauses gesucht wurden, in der kleinen Stadt hängen – nicht zuletzt auch, weil er passionierter Segler war. Er begann zu malen, probierte aus – insbesondere wintertags, wenn der eisige Ostwind um die Häuser fegte. Zunehmend fand er Gefallen am Malen. Dass er was kann, spiegelt sich in seinen Bildern wider.

Zweiter in der Runde der malenden Männer von Arnis ist Kapitän Hinrich Prohn, 1936 geboren und aufgewachsen in Hamburg. Er fuhr zur See – zum Teil noch auf Segelschiffen mit Hilfsmotor und war am Ende seines Berufslebens Inhaber aller Patente und zum Schluss Kapitän eines Bergungsschleppers und als solcher auf allen Weltmeeren unterwegs. Prohn wurde zu einem Arnisser, der in seinem Leben viel beobachtet hat: Himmel, Wolken und Vögel gehören zu seinem Motiven.

Der dritte malende Arnisser ist Christian Ulderup, den Hans-Joachim Schock als echtes Arnisser Urgestein bezeichnete. 1947 in Deutschlands kleinster Stadt geboren und hier zur Schule gegangen, war er ältester Sohn eines Bootsbauers und des einstigen Fährmanns von Arnis. Ulderup erlernte den Beruf eines Zimmermanns, war später Techniker in der Holzverarbeitung. Schon als Kind hatte er Spaß an musischen Dingen, sang gerne, was seinem Lehrer Pahl sehr gefiel. Was diesem jedoch weniger gefiel, war, dass der kleine Christian auch während des Unterrichts malte. Malen, das mag er auch heute noch gerne und das mit großer Leidenschaft.

Die Ausstellung der drei malenden Arnisser Männer ist im Rathaus bis zum 4. Juli zu sehen: mittwochs und donnerstags von 17 bis 19 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Als nächste Ausstellerin folgte vom 6. Juli bis 1. August die Bildhauerin Andrea Gose aus Gulde. Dazu kommt vom 20. Juli bis 1. August der Künstler Karl-Heinz Schwarzlose aus Hamburg. Für die letzte Ausstellung dieses Jahres, vom 3. bis 22. August, ist wieder Schmuckdesignerin Marie-Eva Tumbrink aus Münster zur Stelle. Außerdem kommt Bernd Sidon aus Hannover mit Skulpturen.

Ein weiterer Höhepunkt erwartet die Arnis-Besucher am 8. und 9. August. Dann steigt zum vierten Mal die längst über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Veranstaltung „Musik am Noor“.

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