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Tourismus in Kappeln : Urlaubsmagazin rückt in weite Ferne

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Touristikvereine Kappeln und Gelting sowie die Ostseefjord-Schlei GmbH veröffentlichen „auch in Zukunft“ eigene Gastgeberverzeichnisse.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2015 | 07:30 Uhr

Von außen betrachtet hatte man den Eindruck gewinnen können, dass sich die Touristikvereine Kappeln, Ferienland Ostsee Geltinger Bucht und die Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS) auf einem guten und relativ geräuschlosen Weg zum endgültigen Miteinander befunden haben. Man traf sich, sprach untereinander, organisierte gemeinsame Veranstaltungen. Einzig: Bei einem endgültigen Miteinander erwarteten viele, dass dort am Ende auch ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis stehen würde. Das Magazin ist für die Vereine immer ein entscheidendes Instrument gewesen, das sie nicht so einfach aus der Hand geben wollten. Die OFS jedoch publiziert ein eigenes Verzeichnis mit Urlaubsquartieren der Region, darunter auch Unterkünfte an der Geltinger Bucht und Kappeln. Seit gestern ist klar: Ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis wird es auch künftig nicht geben – das ließen alle Beteiligten in einer gemeinsamen Presseerklärung verlauten. Darüber hinaus hatten die drei Parteien zudem vereinbart, keine weiteren persönlichen Stellungnahmen zu äußern.

In der Mitteilung heißt es nun: „Trotz langer Verhandlungen haben sich die Touristikvereine Ferienland Ostsee Geltinger Bucht, Kappeln/Schlei-Ostsee und die Ostseefjord Schlei GmbH nicht auf ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis einigen können. Alle Beteiligten bemühten sich um einen Kompromiss, am Ende musste man aber feststellen, dass einige Punkte nicht zur Zufriedenheit aller gelöst werden konnten. Nach einem Jahr Verhandlung verständigte man sich darauf, auch in Zukunft eigene Gastverzeichnisse herauszugeben.“

Von dieser Entscheidung unberührt soll derweil die sogenannte themenbezogene Zusammenarbeit bleiben. Bereits in der Vergangenheit haben etwa gemeinsame Vortragsveranstaltungen stattgefunden, in der Mitteilung ist auch von gemeinsamen Marketingprojeken die Rede: „Bei der Erarbeitung der „Langsamzeit“-Kampagne der OFS haben die Touristikvereine mitgearbeitet und sich darüber hinaus finanziell beteiligt.“

Kappelns Bürgermeister Heiko Traulsen lag die Erklärung noch nicht vor, entsprechend überrascht zeigte er sich gestern Vormittag. „Das ist sehr schade“, lautete seine erste Reaktion. „Denn die Zielrichtung war eine andere.“ Nämlich die eines gemeinsamen Gastgeberverzeichnisses. Dass dies nun vorerst – ohne eine konkreten Zeitraum zu nennen – auf Eis gelegt worden ist, löste gemischte Gefühle bei Traulsen aus. „Ich nehme das mit Sorge und Befremden zur Kenntnis“, sagte er. Er habe erwartet, dass sich die Region in absehbarer Zeit tatsächlich als Einheit darstelle und das Marketing an einer Stelle zusammenlaufe – „an welcher ist dabei erstmal zweitrangig“. Auf die Frage, ob er es an dieser Stelle als Aufgabe der Stadt betrachte, zur Klärung beizutragen, betonte der Bürgermeister: „Stadt und Verwaltung haben schon alle Optionen ausgeschöpft, um den Gesprächsfluss zu diesem Thema am Laufen zu halten.“

Weniger verblüfft von der neuen Situation war derweil Geltings Bürgermeister Uwe Linde. „Ich habe eigentlich nichts anderes erwartet“, sagte Linde, der die Erklärung bis gestern Mittag ebenfalls nicht kannte. „Die Unterschiede in den jeweiligen Auffassungen waren einfach zu groß.“ Ihm sei wichtig, dass Vereine und OFS in Ruhe weiterarbeiten könnten, zumal alle drei wüssten, was sie touristisch für die Region tun müssten. Er betonte aber auch: „Die Vereine arbeiten ehrenamtlich, machen gute Arbeit und sparen uns eine Menge Geld. Es wäre nicht richtig gewesen, die Zusammenarbeit mit Zwang zu bewirken.“ Gleichzeitig glaubt Linde weiter daran, dass die drei Parteien zueinander finden: „Die werden sich schon zusammenraufen.“

Das nächste gemeinsame Projekt jedenfalls steht schon fest. In der Pressemitteilung heißt es: „Die Ostseefjord-Schlei GmbH beauftragte in Zusammenarbeit mit dem Touristikverein Ferienland Ostsee einen Imagefilm an der Geltinger Bucht.“ Das Ansehen der Region also scheint die Touristiker am Ende tatsächlich wieder zu vereinen.

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