Kappeln : Urlauber-Parkplatz soll nicht viel kosten

In Reih und Glied standen gestern Mittag elf Fahrzeuge auf der Rasenfläche hinter der Schleibrücke.
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In Reih und Glied standen gestern Mittag elf Fahrzeuge auf der Rasenfläche hinter der Schleibrücke.

135 Stellflächen in Ellenberg sollen für 323.000 Euro in unbefestigter Bauweise entstehen.

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25. März 2017, 07:30 Uhr

Elf Pkw standen gestern Mittag auf dem Ausweichparkplatz in Ellenberg. Aus Itzehoe, aus Hannover, aus Kassel, aus Hildesheim. Keiner hatte sie eingewiesen, keiner hatten ihnen gesagt, wie sie sich hinstellen sollen. Funktioniert hat es dennoch. Trotzdem: Die Grünfläche soll in irgendeiner Form befestigt, vielleicht sogar bewirtschaftet werden. Denn eins ist klar: Parken auf einer ansteigenden Wiese hinterlässt auf Dauer an mehreren Stellen unliebsame Spuren: auf der Grasoberfläche, an den Autoreifen und an Schuhsohlen.

Der Bauausschuss hatte sich bereits vor einer Weile mit dem Thema beschäftigt und dann mit dem Kappelner Frank Haase einen Bauingenieur darauf angesetzt, der in einer ersten losen Rechnung Parkplatzvarianten mit Entstehungskosten von 320.000 bis 570.000 Euro vorstellte. Jetzt hatte Haase diese Alternativen noch verfeinert, hatte mal mit mal ohne Schulweg kalkuliert, die Qualität der Befestigung der Stellflächen konkretisiert und genauere, wenn auch keine verbindlichen, Preise genannt. Die teuerste Variante geht nun von 528.000 Euro aus. Dafür erhält man senkrecht zum vorhandenen Geländegefälle 137 Stellplätze auf Rasengittersteinen und mit gepflasterter Fahrspur, außerdem einen Schulweg für Radfahrer und Fußgänger. Mit wassergebundener Oberfläche und Schotterrasen kostet die gleiche Anzahl an Plätzen 383.000 Euro. Variante zwei bietet in gleicher Anordnung 145 Stellplätze – in höherer Qualität für 511.000 Euro, in niedrigerer 367.000 Euro und in beiden Fällen ohne Schulweg. Die dritte Alternative schafft parallel zum Geländegefälle in terrassenartiger Anordnung 135 Stellflächen ebenfalls ohne Schulweg – 450.000 Euro in höherwertiger, 323.000 Euro in weniger hochwertiger Form. Sollte der Parkplatz wie diejenigen in der Innenstadt bewirtschaftet werden, kämen weitere 18.000 Euro für einen Parkscheinautomaten hinzu. Und grundsätzlich gelte: Je niedriger die Qualität des Parkplatzes desto aufwendiger und am Ende kostenintensiver die Pflege und Unterhaltung. Jede Menge Zahlen für eine derzeit nur sporadisch genutzte Fläche. Jetzt sollen dort von März bis Oktober Urlauber parken können.

Auf Anregung von Norbert Leukert aus dem Bauamt einigte sich der Bauausschuss schnell darauf, auf den Schulweg zu verzichten. Leukert erkannte darin eher ein Gefährdungs- als ein Sicherheitspotenzial für die Kinder, unter anderem weil die Zuwegung zu eng sein würde. Auch über den Umstand, die Plätze kostenfrei zur Verfügung zu stellen, herrschte weitestgehend Einklang. Der Ausschussvorsitzende Volker Ramge (CDU) sagte dazu: „Die Leute sollten belohnt werden, wenn sie außerhalb der Stadt parken.“

Bei der Art der Gestaltung aber gab es durchaus Gesprächsbedarf. So machte sich Rainer Moll (SPD) für die gepflasterte Variante stark. „Die ist erheblich sicherer, und die Standfestigkeit ist gewährleistet“, sagte er. Auch Christian Andresen (SSW) plädierte für die höhere Qualität. „Wir sollten es gleich vernünftig machen, dann wird es am Ende günstiger“, prognostizierte er. Die knappe Mehrheit (vier Ja-, drei Nein-Stimmen, eine Enthaltung) sprach sich allerdings für die kostengünstigste Variante aus: 323.000 Euro für einen wassergebundenen Parkplatz in terrassierter Anordnung. Damit folgte das Gremium der Vorgabe, die der Hauptausschussvorsitzende Matthias Mau (CDU) bereits vor einiger Zeit formuliert hatte: „Wir wollen den Parkplatz günstig halten.“ Gleichzeitig sollen auf dem Platz auf Anregung von Norbert Dick (Grüne) die Voraussetzungen geschaffen werden, um eine Elektrotankstelle aufstellen zu können.

Als nächstes muss der Hauptausschuss das Geld dafür freigeben. Vorhanden ist es allemal. Dafür haben Bürger und Besucher der Stadt mehrere Jahre Parkgebühren entrichtet.

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