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Kappeln : Unterstützer fürs Schwimmbad gesucht

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Finanzierung der Schwimmhalle ist nur bis Ende 2014 gesichert. Bürgermeister Heiko Traulsen bittet die Nachbargemeinden, Vereine und Verbände am Montag zum Gespräch.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 07:30 Uhr

Schüler, Senioren, Mitglieder des DLRG und der Sportvereine, Freizeitsportler, Einheimische und Touristen nutzen intensiv das Kappelner Schwimmbad. Doch das Gebäude ist marode, die Technik veraltet und der Betrieb nur bis Ende 2014 gesichert. Dann ist Schluss mit Schwimmunterricht für Kinder, Gesundheitskursen für Erwachsene, Ausbildung der Rettungsschwimmer und Badespaß – wenn sich die Stadt und die Umlandgemeinden nicht zusammenraufen und gemeinsam für den Erhalt einer Schwimmmöglichkeit sorgen. Angesichts der Frist hat sich der Förderverein Schwimmhalle nun an den Bürgermeister gewandt mit der Bitte, alles für den Erhalt einer Schwimmmöglichkeit in der Schleistadt zu tun. Heiko Traulsen nahm sich des Problems an und lud die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Vertreter von Vereinen, Verbänden und Organisationen und die Schleswiger Stadtwerke für Montag, 21. Oktober, ein, um die Möglichkeiten für ein gemeinsames Vorgehen zu erörtern – Stichwort: interkommunales Schwimmbad.

Über die Notwendigkeit eine Schwimmmöglichkeit in Kappeln zu erhalten sind sich alle einig. Klar ist jedoch auch, alleine kann die Stadt das dauerhaft zu erwartende Defizit für den Unterhalt des Bades nicht schultern. Fördervereinsvorsitzender Rainer Moll: „Dass finde ich in Ordnung, das auf breite Füße zu stellen.“ Das alte Schwimmbad sei nicht mehr zu halten. „Eine Sanierung würde mehr kosten als ein Neubau“, so Moll. „Ich hoffe, dass die Umlandgemeinden über ihren Schatten springen und sich an einer Finanzierung beteiligen. Ein Schwimmbad in Kappeln ist für die ganze Region interessant.“ Mehr als 2000 Unterschriften hat der Förderverein Schwimmhalle bereits zum Erhalt einer Schwimmmöglichkeit in Kappeln gesammelt – und es sollen noch mehr werden.

Bei Bürgermeister Traulsen stößt die Bitte des Fördervereins auf offenen Ohren. „Es gibt den politischen Willen zum Erhalt eines Schwimmbades“, sagt er. Neben der Schwimmausbildung von Kindern und Rettern, stelle das Schwimmbad auch eine wertvolle touristische Einrichtung dar, etwa an Regentagen und zur Saisonverlängerung.

Der Bau eines neuen Schwimmbades ließe sich finanzieren, glaubt Traulsen. Als problematischer sieht er die langfristige Finanzierung des zu erwartenden wiederkehrenden Defizits an, das sich seiner Einschätzung nach, zwangsläufig einstellen wird. Dies sei nur in einer gemeinsamen Anstrengung der Stadt und der Umlandgemeinden zu wuppen, meint er. Ein Betrag von einem Euro je Einwohner monatlich von den Gemeinden und das über 20 Jahre könne eine Basis sein, das Projekt interkommunales Schwimmbad in Angriff zu nehmen.

Helmut Andresen, Bürgermeister der Nachbargemeinde Grödersby, signalisiert Kooperationsbereitschaft: „Wir haben in der Vergangenheit immer gesagt, dass die Gemeinde die Stadt unterstützt, wenn es ums Schwimmbad geht.“ Er bemängelt allerdings, dass in jüngster Vergangenheit Kappeln die Schwimmbadplanungen vorangetrieben habe, ohne die Umlandgemeinden zu beteiligen. Es könne nicht sein, dass die Stadt alleine bestimmen wolle, und erst wenn es schwierig werde, die Nachbargemeinden ins Boot hole. Andresen stellt aber auch klar: Grundsätzlich sei Unterstützung zu erwarten. „Man kann ein Schwimmbad nicht mit schwarzen Zahlen betreiben. Wenn man sein Schwimmbad behalten will, muss man es alimentieren.“

Ilona Mende, stellvertretende DLRG-Vorsitzende, betont die Wichtigkeit, Kindern die Möglichkeit einer Schwimmausbildung zu bieten. Die vergangene Sommersaison mit vielen Badetoten habe gezeigt, wie wichtig Schwimmunterricht und Strandwachen seien. „Wo sollen wir die Rettungsschwimmer ausbilden, wenn es das Kappelner Schwimmbad nicht mehr gibt?“, fragt sie. Die nächsten Schwimmhallen mit entsprechenden Trainingsmöglichkeiten befänden sich in Schleswig, Flensburg oder Eckernförde – zwischen 30 und 40 Kilometer entfernt.

 

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