31. Figurentheater-Tage : Unterhaltung am Faden

„Das Stück ist zuckersüß.“ – Das verspricht Suzan Smadi über ihr „Traumfresserchen“, das sie am  12. März im Christophorushaus zeigt.
„Das Stück ist zuckersüß.“ – Das verspricht Suzan Smadi über ihr „Traumfresserchen“, das sie am 12. März im Christophorushaus zeigt.

Die 31. Figurentheater-Tage bieten 14 Aufführungen für Kinder und Erwachsene.

shz.de von
24. Februar 2018, 08:00 Uhr

Die 31. Figurentheater-Tage kommen in Farbe daher. Erstmals nämlich können sich die Besucher durch ein Programmheft blättern, das bunte Bilder, rote Seitenköpfe und hellgelb unterlegte Textelemente zeigt. „Das ist einfach kinderfreundlicher“, sagt Sünje Muxfeldt, seit Jahresbeginn bei der Stadtverwaltung zuständig für die Organisation der Veranstaltungsreihe. Das Programm selber richtet sich wie üblich in erster Linie an die ganz junge Generation, zwölf Aufführungen stehen für sie in der Zeit vom 9. bis 16. März auf dem Plan, das ältere Publikum darf sich auf zwei abendliche Vorstellungen freuen.

Eine davon präsentieren das Fantasie-Theater aus Nürnberg und das Dornerei-Theater aus Neustadt zur Eröffnung: „Melodien mit Marionetten“ ist keine geschlossene Geschichte, sondern ein Nummernprogramm, des, so beschreibt es Markus Dorner vom Dornerei-Theater, klassischen Musiktheaters. Die „Comedian Harmonists“ treten auf, außerdem „Die drei Tenöre“, es gibt Chansons, Arien, auf jeden Fall jede Menge Live-Gesang. Neben Dorner steht dann auch Bernd Lang auf der Bühne – „im Frack“, wie Dorner ankündigt, „zeigen wir Unterhaltung am Faden“. Die beiden verbindet übrigens nicht nur diese Theater-Kooperation. „Wir haben dasselbe Internat besucht und im selben Knabenchor gesungen“, sagt Dorner – und mit einem Augenzwinkern: „Das leben wir jetzt in unserem gemeinsam Programm aus.“ Übrigens ein Programm, das die beiden nach eigenen Worten bereits „auf allen Kontinenten bis auf Australien“ gespielt haben. Bernd Lang jedenfalls kündigt „das Beste, was wir in 30 Jahren Puppentheater gespielt haben“ an. Und er findet ohnehin, dass Puppenspiel für Erwachsene eher stiefmütterlich behandelt würde – „aber im Rahmen eines Festivals wie in Kappeln hat sich ein Publikum etabliert, das darin eine Erweiterung der Darstellungsformen erkennt“.

Aus Stuttgart erstmals an die Schlei reist derweil Suzan Smadi von der Hör- und Schaubühne. Gemeinsam mit dem Zentrum für Figurentheater („Fitz!“) hat sie zwei Aufführungen für Kinder in petto – „Kopfüber / Kopfunter“ ist dabei an den Roman „Mary Poppins“ angelehnt – „sehr magisch“ nennt Smadi ihre Inszenierung. Mit „Das Traumfresserchen“ will sie zwei Seiten einer Kinderseele Raum geben, es geht um Ängste und Träume, um die Sehnsucht nach Freundschaft und die innere Kraft, die in jedem Kind steckt. „Die Bühne ist der Ort, wo sich all das direkt auf die Kinder überträgt“, sagt Smadi. „Und wenn sich Erwachsene darauf einlassen, ist es auch für sie ein Schatz.“ Ohnehin gebe es Überschneidungen beim Theater für Kinder und Erwachsene. Smadi: „Da, wo das Herz berührt wird, reagieren Erwachsene oft wie Kinder.“ Auch deshalb knüpft „Fitz!“-Sprecher Christian Bollow eine echte Vielfalt an das Puppenspiel. „Das Biotop Figurentheater wird immer reicher, weil Konstellationen mit Tanz, Multimedia, Schauspiel erwachsen.“

Die Kappelner Figurentheater-Tage wollen das in 14 Vorstellungen beweisen. Allerdings: Die Vormittags-Aufführung „Urmel“ ist bereits ausgebucht, gleiches gilt für „Kopfüber / Kopfunter“. Für „Urmel“ gibt es nachmittags aber eine zweite Chance.

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