Ausstellung im Arnisser Rathaus : Ungewöhnliche Einblicke im Mini-Format

Harald Schwarzlose (li.) weckt mit seinem „Norddeutschen Wolpertinger“ großes Interesse beim Arnisser Touristikausschuss-Vorsitzenden Hans-Joachim Schock.
Harald Schwarzlose (li.) weckt mit seinem „Norddeutschen Wolpertinger“ großes Interesse beim Arnisser Touristikausschuss-Vorsitzenden Hans-Joachim Schock.

Harald Schwarzlose zeigt im Arnisser Rathaus Mini-Schaukästen mit perspektivischen Darstellungen.

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21. Juli 2014, 11:15 Uhr

„Was der kann, kann ich auch“, befand Harald Schwarzlose während eines Urlaubs auf Fuerteventura, als er einem Hippie dabei zusah, wie der in leere Sardinendosen Postkarten-Panoramen „fummelte“ - als Souvenirs für Touristen. Wieder daheim machte Schwarzlose sich ans Werk. Das war vor zehn Jahren.

Der heute 75 Jahre alte einstige Chefredakteur der Zeitschrift „Yacht“ verfeinerte das mit den Sardinendosen, entdeckte aber bald, dass das für ihn nicht Wahre war. Er wollte mehr und begann das alles zu verändern. So entstanden seine Dioramen, was, aus dem Altgriechischen abgeleitet, so viel wie „Einsichten“ in einem Mini-Schaukasten mit Darstellungen auf verschiedenen Ebenen bedeutet.

Schwarzlose ist gebürtiger Hamburger, lebte 17 Jahre lang – des Segelns wegen – in einer Arnisser Werftwohnung. Doch dann zog es ihn 2011 in die Hansestadt zurück. Aber die Verbundenheit zu Deutschlands kleinster Stadt ist geblieben und so eröffnete er gestern zusammen mit dem Touristikausschussvorsitzenden Hans-Joachim Schock seine mittlerweile zweite Ausstellung im Rathaus. Dort sind seine „ungewöhnlichen Einblicke“ als Ergänzung zu den Werken der Bildhauerin Andrea Gose aus Gulde mit dem Thema „Sieh nur, so klein“ bis zum 1. August zu sehen – freitags bis dienstags von 14 bis 17 sowie mittwochs und donnerstags von 17 bis 19 Uhr.

Schwarzloses erster „Einblick“ in Miniformat befasste sich mit dem Konflikt zwischen Palästina und Israel, wie er gerade wieder hochaktuell ist. Überhaupt waren es politische und ernste Themen, die der Mann aus Hamburg in seinen Dioramen in Szene setzte. „Mach doch mal was Lustiges“, riet ihm seine Frau – ihr Wunsch war ihm Befehl. Und so entstand seine norddeutsche Antwort auf den bayrischen Wolpertinger: ein Thunfisch-Körper mit Hirschkopf.

Was ihm gut und wichtig erscheint, „schnippelt“ Harald Schwarzlose aus Reklame und Zeitschriften aus, arrangiert es zu Motiven, die dem ersten Blick des Betrachters viele weitere „ganz dicht dran“ folgen lassen – wie beispielsweise „La Musica“, Eier-Laufen, Angler-Latein, Spitzenmanager oder Wachstumsbeschaffung – immer mit einer Portion Ironie und Humor versehen.

Für den Mann aus Hamburg sind seine Dioramen „mein Hobby, mein ganz persönlicher Spaß“. Inzwischen gehen auf sein Konto rund 50 ungewöhnliche Einblicke und es sollen noch mehr werden. Allerdings betätigt sich Harald Schwarzlose inzwischen auch als Schriftsteller, er arbeitet an einem Segler-Krimi – voraussichtlich Ende dieses Jahr wird das Werk als Buch vorliegen.

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