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Kreisfeuerwehrmarsch : Unfall nach dem Feuerwehrmarsch

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ein Löschfahrzeug mit vier Jugendlichen aus Böklund wurde auf der Heimfahrt vom Feuerwehrmarsch von der Straße abgedrängt.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2014 | 07:30 Uhr

Als sich der morgendliche Nebel verzogen hatte und die Mai-Sonne durchbrach, fiel dem Organisationsteam ein Stein vom Herzen. Das Wetter war die halbe Miete, für den Rest waren die 100 Helfer verantwortlich. Die Gemeindewehr Handewitt mit ihren fünf Ortswehren und zwei Jugendabteilungen erntete für die Ausrichtung des 38. Kreisfeuerwehrmarsches viel Lob von den 827 Teilnehmern.

Einen Schatten auf die Veranstaltung warf im Nachhinein ein Unfall: Auf dem Heimweg verunglückte ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Böklund – vier Jugendliche und der Fahrer wurden leicht verletzt. Bei Niederstolk auf der L 28 kam dem acht Tonnen schweren Löschfahrzeug auf der eigenen Spur ein Auto entgegen. Der Fahrer des Feuerwehrwagens wich geistesgegenwärtig nach rechts aus, um einen Frontalzusammenstoß zu vermeiden. „Dabei geriet das Löschfahrzeug aber auf den weichen Grünstreifen, wo der Fahrer es nicht mehr stoppen konnte“, so Böklunds Wehrführer Lothar Beusen. Der Wagen streifte einen Baum, bevor er im Graben an einem Erdwall stehen blieb.

Nach seinen Informationen sollen die Kinder über Knieschmerzen und Kreislaufprobleme geklagt haben. Der Fahrer des Löschfahrzeuges erlitt vermutlich einen Schock und wurde ebenso wie die vier Kinder ins Krankenhaus eingeliefert. Zur Versorgung der Verletzten waren zwei Rettungswagen sowie der Schleswiger Notarzt im Einsatz. „Wir haben großes Glück gehabt, der Unfall hätte auch viel schlimmer ausgehen können“, so Beusen. Von dem Unfallverursacher fehlte gestern noch jede Spur, das Löschfahrzeug erlitt einen Totalschaden.

Der Marsch zuvor war fast reibungslos verlaufen – und mit enormem Organisationsaufwand. Ein Bus beförderte die 103 Startgruppen, darunter 20 Jugendwehren, vom Sammelpunkt in Handewitt zum Start an der Schule in Weding. Die zehn Kilometer waren mit Helfern förmlich gespickt. Wie andernorts auch waren in Haurup die Helfer am Sonnabend früh auf den Beinen. „Um 7.30 Uhr hieß es antreten, um 8 Uhr waren alle auf ihren Posten, und dann kam auch schon bald die erste Gruppe“, erklärte Ortswehrführer Detlef Hansen den Zeitplan. Am Gerätehaus „feierten“ die Teilnehmer das Bergfest: Die ersten fünf Kilometer waren geschafft. Die Hauruper Kameraden rührten in einem großen Topf zur Stärkung einen „Zaubertrank“ an, der irgendwie nach Eistee schmeckte.

Warm wurde so manchem, aufgeben musste aber fast keiner. Die beiden ehrenamtlichen Sanitäter Anja Engelbrechtsen und Dieter Ehler zählten nur fünf Einsätze. Einmal schmerzte der Rücken, vier Mal hatten sich Blasen an den Füßen gebildet. Kurios: Auch ein Vierbeiner, der mit den „Rettungshunden Südschleswig“ unterwegs war, machte schlapp.

Das Gros des Feldes bewies aber gute Kondition, wozu sicherlich auch die erstmals genehmigten Erleichterungen beitrugen. Nur zwei Gruppen waren mit Helmen unterwegs: Zur einen war die Neuerung noch nicht durchgedrungen, die andere zählte offensichtlich zur harten Sorte. Die Jugendwehr aus Böklund hatte ihre roten Helme in der Hand. „Die tragen wir nur am Start und im Ziel auf dem Kopf“, sagten die Jungs lachend.

Während in der Wikinghalle das Feuerwehrorchester Husby aufspielte, gab es auch ein paar nachdenkliche Stimmen zur Resonanz der Veranstaltung. In den besten Zeiten waren bis zu 1000 Männer und Frauen mehr unterwegs gewesen. Reformen wie eine Nachtwanderung oder ein verstärkt familiärer Charakter sollen diskutiert werden. Fest steht: 2015 darf Lürschau den Kreisfeuerwehrmarsch ausrichten.


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