Wagersrott : Üppige Farbenpracht, betörender Duft

Gretchen Bartel inmitten ihrer blühenden Rosen. Ihre Sammelleidenschaft begann vor dreißig 30 Jahren.
Gretchen Bartel inmitten ihrer blühenden Rosen. Ihre Sammelleidenschaft begann vor dreißig 30 Jahren.

Blumenliebhaberin Gretchen Bartel lädt für Montag, 6. Juli, zum Rosentag auf ihrem Holländerhof ein.

shz.de von
03. Juli 2015, 12:30 Uhr

„Ich will meine Liebe zu alten Rosen mit anderen Blumenliebhabern teilen“, sagt Gretchen Bartel in ihrem Bauerngarten auf dem Holländerhof. Dorthin lädt Bartel für Montag, 6. Juli, zu einem Rosentag ein – „mein ganz persönlicher Tag des offenen Gartens“. Von
11 bis 18 Uhr sind die Pforten ihres Gartens weit geöffnet, und von dort strömt den Besuchern ein betörender Duft entgegen. Witterungsbedingt zwei Wochen später als im Vorjahr stehen die Rosen in voller Blüte und haben den Garten in eine Oase der üppigen Farbenpracht verwandelt. Doch weil die Pracht nicht ewig währt, ist es höchste Zeit für den Rosentag, wie er seit Anfang der 90er-Jahre regelmäßig begangen wird und sich dabei stetig wachsender Beliebtheit erfreut hat.

Gretchen Bartel ist seit 1975 Rosensammlerin aus Leidenschaft. Überall in Angeln schaut sie sich um, und wo sie historische Rosen (aus der Zeit vor 1867) entdeckt, bittet sie den Besitzer des jeweiligen Gartens, ihr Ausleger zu überlassen, um ihn in ihrem Garten sesshaft zu machen. So zum Beispiel „Tante Dora“, eine Bourbon-Rose, die sie in Gangerschild entdeckte und die in ihrem Garten in voller Blüte steht. Das Sammeln nahm vor über drei Jahrzehnten mit zwei alten Rosen, die sie im eigenen Garten entdeckte, seinen Anfang: „Rosa Alba Maxima“ und „Centifolia Major“ – auch „Schneeweißchen“ und „Rosenrot“ genannt. Beide hatte es schon bei den Vorfahren gegeben. Jedoch führten sie vor der Entdeckung durch Gretchen Bartel ein Schattendasein. Längst haben sie den ihnen gebührenden Platz erhalten, und längst sind aus den anfangs zwei inzwischen über 120 Arten geworden.

Ihr erklärter Liebling, so sagt es die 80-Jährige, ist die „Centifolia Major, die Hundertblättrige, auch „Kohlrose“ genannt. Warum? Als Kind, erzählt Gretchen Bartel, habe sie die intensiv duftenden rosafarbenen Blütenblätter in Gläser gefüllt und diese mit Wasser übergossen. Dieses Wasser nahm den Duft der Blütenblätter auf: „Das war für mich als Kind mein Parfüm.“ Inzwischen ist der Bauerngarten des Holländerhofes zu einem Rosen-Mekka geworden. Und mit von der Rosentag-Partie dieses Jahres ist wiederum die Baumschule Schütt aus Vorder-Neuendorf bei Wilster. Deren Wagen sind voll mit alten Rosen, die das Blühen im Bauerngarten abrunden.

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