Ulsnis : Übung offenbart Schwächen

Schwierige Bedingungen: Hier trainieren die Feuerwehrleute die Bergung eines Verletzten mit einem Rettungsbrett.
Schwierige Bedingungen: Hier trainieren die Feuerwehrleute die Bergung eines Verletzten mit einem Rettungsbrett.

Die Feuerwehrleute aus Kius-Ulsnis, Gunneby und Steinfeld begehen beim Manöver einige Fehler.

shz.de von
13. Mai 2015, 12:30 Uhr

Die Manöverkritik bei der Feuerwehr-Teilamtsübung im Bezirk Ulsnis fiel Amtswehrführer Jürgen Werner sichtlich schwer. „Das hätte im Einsatz nicht so laufen dürfen“, war sein Fazit.

Die von der Gunnebyer Wehrführerin Frauke Thiesen ausgearbeitete Übung war anspruchsvoll und ungewöhnlich – könnte aber jederzeit real werden. Fiktive Grundlage war ein von Jugendlichen ausgelöstes Feuer, das vor allem Rauch verursachte. Ein Mädchen wurde in der verqualmten Scheune vermisst. Zusätzlich wurde ein Arbeiter unter einem Anhänger eingeklemmt. Die Feuerwehren von Kius-Ulsnis, Gunneby und Steinfeld wurden alarmiert, die zunächst den Rauch mit einem Drucklüfter vertrieben. Den eingeklemmten Dummy schnitten die Feuerwehrleute mit Rettungswerkzeugen frei und transportierten ihn auf einem Rettungsbrett ab.

Der Amtswehrführer kritisierte den Umstand, dass die Kameraden den Drucklüfter einsetzten ohne vorher den Raum ausreichend erkundet zu haben. Das Problem: Bei einer Restglut wäre das Feuer damit angefacht worden. Auch wurde die Art der Rettung des Eingeklemmten bemängelt, die zu lange gedauert hatte und dem Verletzten vermutlich unnötige Schmerzen bereitet hätte.

Gegen diese Aufzählung fiel die Kritik von Manöverbeobachter Nikolaus Restorff moderat aus. Er monierte Hosen, die in die Stiefel gesteckt wurden und bei Funkenflug Brandwunden am Bein verursachen könnten sowie die mangelnde Absicherung des Hängers, der bei der Rettung bedenklich hin und her schwankte.

Doch zeigten beide auch Verständnis für das Verhalten der Retter, die in voller Atemschutzmontur in gebückter Haltung und bei großem Lärm des Drucklüfters arbeiten mussten. „Eine Übung ist dazu da, um genau solche Schwachpunkte aufzuzeigen“, relativierte Werner seine Kritik. Beim nächsten Mal werde man es besser machen. Er selbst würde diese Übung gerne wiederholen.

Durchweg gute Kritik erhielten die Akku-betriebenen Rettungswerkzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Steinfeld. Hydraulisch betriebene Schere und Spreizer wären bei dem beengten Arbeitsraum nur sehr schwer zu handhaben gewesen.

Steinfelds Bürgermeister Heinrich Buch war versöhnlich. „Im Ernstfall wäre es garantiert besser gelaufen“, sagte er. Zum Abschluss der Übung wurde Steinfelds stellvertretender Wehrführer Volker Uck zum Hauptlöschmeister mit drei Sternen befördert.

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