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Süderbrarup : Türen öffnen und Ideen entwickeln

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Mitglieder der „Steuergruppe Inklusion“ in der Region Süderbrarup möchten die Vielfalt und die Akzeptanz des „Andersseins“ fördern und bildeten sich dafür fort. Es werden noch Mitstreiter gesucht.

2009 hat sich in Süderbrarup eine Gruppe gegründet, die sich seitdem intensiv mit dem Thema Inklusion auseinandersetzt. Mitglieder der Gruppe kommen aus den umliegenden Schulen, Kitas, der Kirchengemeinde, der Gemeinde Süderbrarup, den Kappelner Werkstätten, dem Diakonischen Werk und einigen kleineren Einrichtungen. Zudem sind Eltern von beeinträchtigten Kindern dabei sowie selbst Betroffene.

Die Gruppe hat sich bereits in der Vergangenheit mit dem „Anderssein“ von Menschen und deren Akzeptanz in der Gesellschaft beschäftigt. Dazu gehört nicht nur die Auseinandersetzung mit beeinträchtigten Menschen, sondern auch die Barrierefreiheit, der Umgang mit einer alternden Gesellschaft, mit Menschen anderer Herkunft, Religion und vielen weiteren individuellen Besonderheiten und Merkmalen.

Durch Fördergelder der Aktion Mensch, die die Steuergruppe über die Kirchengemeinde Süderbrarup beantragte hatte, konnte nun nach langer Vorbereitung ein zweitägiger Workshop unter dem Titel „Diversity Training“ erfolgen. Judy Gummich aus Berlin und Constanze Schnepf aus Oldenburg übernahmen die Moderation der beiden Tage. Judy Gummich ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin. Constanze Schnepf ist tätig für den Verein IBIS in Oldenburg, dort vor allem in der Antidiskriminierungsstelle des Vereins.

16 an der Thematik interessierte Menschen trafen sich an diesen zwei Tagen, um sich mit ihrer eigenen Haltung gegenüber Menschen, die „anders“ sind, zu beschäftigen. Zielsetzung war eine bewusstere Wahrnehmung davon zu erlangen, wie der oder die Einzelne mit der menschlichen Vielfalt umgeht. Wo sind meine Stärken, Schwächen und Grenzen? Was kann ich an meinem Platz, ob im Beruf, meinem persönlichen Lebensumfeld oder in der Gemeinde anstoßen, ändern und in Bewegung setzen, um Vorbehalte, Hemmungen und Ängste zwischen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten aufzuweichen und das Miteinander aller selbstverständlicher zu machen?

Durch die fachliche und persönliche Auseinandersetzung an beiden Tagen bestärkten sich die Teilnehmer darin, deutlich Position beziehen zu können, um anderen Menschen vermitteln und vorleben zu können: Es ist normal, verschieden zu sein. Vielfalt ist gewollt und bereichernd.

Beim Begriff Inklusion richtet sich der Blick nicht ausschließlich auf den Menschen, der anders ist, sondern vor allem auf das Umfeld, das derart gestaltet werden muss, dass jede und jeder sich im Rahmen ihrer und seiner Möglichkeiten frei bewegen kann, lernen kann, an der Gemeinschaft teilhaben kann. Niemand darf behindert werden in der Entfaltung seiner Persönlichkeit, weder durch die Treppen am Bahnsteig noch durch ein starres Bildungssystem oder durch ungünstig strukturierte Arbeitsplätze.

Flexibilität sei im Umgang mit der Vielfalt unter den Menschen gefragt. In diesem Sinne konnten die Seminarteilnehmer ihren Blick für die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen schärfen und unterschiedliche Bereiche im Raum Süderbrarup mit konkreten Ideen und Zielsetzungen in den Blick nehmen, zum Beispiel das Zusammenwachsen des ADS-Kindergartens und der Heilpädagogischen Tagesstätte, die Möglichkeiten im außerschulischen Bereich und die Vernetzung der Schulen der Region untereinander beziehungsweise mit anderen Institutionen.

„Türen öffnen, Ideen entwickeln und neue beziehungsweise andere Wege gehen“, sagt Marianne Puzich, sei die Aufgabe, die sich die Steuergruppe Inklusion nach dieser intensiven Auseinandersetzung nun stelle. Dazu braucht es viele Mitstreiter in und um Süderbrarup, damit gesellschaftliche Teilhabe gelingen könne. Die Arbeitsgruppe Inklusion freut sich daher über jeden, der sich einbringen möchte und sagt „Herzlich Willkommen“.

 


> Infos und Kontakt: Marianne Puzich (Schule am Markt) Tel. 0 46 41/98 61 19 11;
Annedore Rönnau (Im Familienzentrum), Tel. 0 46 41/92 92 22.

 

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erstellt am 16.Okt.2013 | 14:00 Uhr

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