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225.000-Euro-Anbau : TSV Kappeln steht vor einem Kraftakt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der neue Sanitärbereich des Sportvereins soll dank Spenden und eigener Kreativität Realität werden.

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2015 | 07:30 Uhr

Es ist zwei Jahre her, dass der TSV Kappeln die schwarze Null vermeldet hat – schuldenfrei, endlich, nachdem der Verein zehn Jahre zuvor noch Verbindlichkeiten von über 100.000 Euro vor sich hergeschoben hatte. Vielleicht ist es genau das Wissen darum, wie viel Geduld und Durchhaltevermögen, wie viel Kreativität und Willen nötig waren, um das große Ziel zu erreichen und gleichzeitig den Verein nicht nur auf dem Papier am Leben zu erhalten, das die Verantwortlichen veranlasst hat, jetzt diesen einen Satz als Leitmotiv auszugeben. Ja, der Anbau ist dringend erforderlich. Und ja, sie wollen ihn auch alle. „Aber wir dürfen uns nicht so hoch verschulden, dass wir den laufenden Sport nicht mehr finanzieren können.“ Das ist das Credo, das TSV-Chefin Dagmar Ungethüm-Ancker gleich mehrfach während der Jahresversammlung des Vereins aussprach. Immerhin verschlingt der Neubau geschätzte 225.000 Euro.

Architekt Thomas Molt präsentierte den rund 75 Anwesenden die ersten Pläne. Demnach soll der 130 Quadratmeter große, eingeschossige Bau Platz für vier Umkleiden, zwei Sanitärbereiche mit je vier Duschen und zusätzlich ein barrierefreies WC bieten. Der Zugang erfolgt unmittelbar vom Sportplatz. Außerdem soll der Anbau eine etwas großzügigere Überdachung erhalten, damit Zuschauer im Außenbereich geschützt stehen. Allerdings: Noch ist das alles Zukunftsmusik. Konkreter wird es zunächst im Bestandsgebäude mit der Erneuerung der Heizungsanlage und einer eingezogenen Wand samt Tür, die für eine Trennung vom Gastraum sorgen soll. Beides soll noch in diesem Jahr für weitere 30.000 Euro umgesetzt werden. Insgesamt nannte Ungethüm-Ancker das Vorhaben einen „Kraftakt“, der auch dank großzügiger Sponsoren realisiert werden soll. Allein im vergangenen Jahr erhielt der TSV 23.100 Euro an Spenden von örtlichen Unternehmen und einem Service-Club. Ab 50 Euro sind zudem kleine Mosaikplaketten zu haben, auf denen der Sponsor seinen Namen verewigen kann und sich am Ende als großes Puzzle an der Wand des Neubaus wiederfindet. Auf jeden Fall muss der TSV auch einen beträchtlichen Eigenanteil aufbringen, zumal Zuschüsse der Aktiv-Region, wie ursprünglich geplant, „sehr unwahrscheinlich“ geworden sind, wie Ungethüm-Ancker sagte. Im Idealfall möchte die Vorsitzende am Ende 80.000 Euro an vereinseigenen Mitteln ansammeln, um den dann immer noch nötigen Kredit so gering wie möglich zu halten. „Aber wir sind sicher, dass wir dieses Vorhaben für die Zukunft des TSV stemmen können“, sagte sie. Denn: „Wir sind Langstreckenläufer.“

Während also das zurückliegende Jahr schon im Zeichen des großen Ziels „Neubau“ stand, konnte der Verein gleichzeitig ein lange Liste an Aktivitäten vorweisen. Neben Turnieren und Wettkämpfen in den 17 verschiedenen Sparten zählten dazu liebgewordene Klassiker wie der Stadtlauf, der Ball des Sport, das Kleine-Kleckse-Lager und der Kinderfasching. Zugenommen habe die Zahl der Kurs-Angebote, für die keine TSV-Mitgliedschaft erforderlich sei, sagte die Vorsitzende. Dazu zählen etwa Pilates oder Reha-Sport. „Und dieses Kurssystem möchten wir gerne weiter ausbauen“, sagte Dagmar Ungethüm-Ancker.

Einen positiven Jahresabschluss konnte auch Kassenwart Björn Meyborg vermelden. Einnahmen von gut 237.300 Euro standen im vergangenen Jahr Ausgaben von knapp 212.700 Euro gegenüber. TSV-Geschäftsstellenleiterin Frauke Detlefsen legte noch ein paar Zahlen oben drauf: Demnach zählt der Verein inzwischen 1532 Mitglieder, 25 mehr als 2014. 52 Kinder nehmen am Sport dank der Bildungsgutscheine teil.

Für den Schulverband informierte Vorsteherin Marta Kraft im Anschluss über den Zustand der Sporthalle der Gemeinschaftsschule, die auch der TSV nutzt. Demnach steht als größte Investition die Erneuerung des Hallenbodens an, jedoch nicht mehr im laufenden Jahr. Gleichwohl sollen aber die großen Sportgeräte sukzessive erneuert oder repariert werden. Bürgermeister Heiko Traulsen stellte schließlich den „erheblichen Anteil an sozialer Arbeit“ heraus, den der TSV leiste und lobte die „unglaublichen sportlichen Erfolge“.

Bei den Vorstandswahlen wurden Silvia Grafunder (zweite Vorsitzende), Frauke Detlefsen (zweite Kassenwartin), Achim Kalbus (zweiter Sportwart) und Susann Schwennsen (zweite Schriftwartin) einstimmig wiedergewählt. Neue zweite Beisitzerin ist Margrit Frahseck.

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