Hasselberg : Trotz Güllegeruch – Betrieb darf wachsen

Die marode Backsteinscheune auf Hof Eekenhöh war Ausgangspunkt für die Aufstellung eines Bebauungsplans zur Weiterentwicklung des Betriebes.
Die marode Backsteinscheune auf Hof Eekenhöh war Ausgangspunkt für die Aufstellung eines Bebauungsplans zur Weiterentwicklung des Betriebes.

Die Gemeindevertretung Hasselberg stellt die Weichen für eine Hoferweiterung.

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05. Dezember 2014, 07:30 Uhr

Bei ungünstiger Windlage halten sich die Bewohner im südlichen Dorfteil von Gundelsby die Nase zu: Es stinkt dann nach Gülle. Gerd-Ludwig Kraack, Vizebürgermeister von Hasselberg, gehört zu den von der Geruchsbelästigung Betroffenen. Anlässlich der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung warf er dem Gesetzgeber vor, mit zweierlei Maß zu messen: In so genannten Mischgebieten wie in Gundelsby-Süd beträgt der Grenzwert 0,15 Prozent, bezogen auf saubere Luft. Dagegen kommen lupenreine Wohngebiete mit 0,10 Prozent günstiger weg.

Im Zusammenhang mit der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das Gundelsbyer Sondergebiet Eekenhöh flammte die Diskussion über diese Thematik erneut auf. Bürgermeister Hans-Heinrich Franke erläuterte die Vorgeschichte zu diesem Antrag, der inhaltlich vom Flensburger Planungsbüro Plewa mitgetragen wird.

Der Eekenhöher Landwirt Sönke Hansen hatte ursprünglich nur die Genehmigung zum Abriss einer maroden Scheune plus Ersatzbau durchboxen wollen. Doch die Behörden verlangten für den Neubau eine Überplanung des gesamten 4,6 Hektar großen Hof-Areals. Da laut Franke die Planungskosten mit maximal 30 000 Euro zu Buche schlugen, ließ der Hofeigner gleich eine „Lösung für die Zukunft“ auf den Weg bringen: darunter eine Halle zur Winterlagerung von Sportbooten und ein Getreidelager. Allerdings sorgte ein mitgeplanter Güllebehälter für Zündstoff in den Reihen der Kritiker aus Gundelsby.
Knapp unter 2000 Schweine bilden gegenwärtig den betriebswirtschaftlichen Eckpfeiler von Landwirt Hansen.

Einen Antrag auf den Bau eines weiteren Schweinestalls mit 2000 Tieren hat er „um des lieben Friedens willen“ inzwischen zurückgezogen. Durch bereits erledigte vorgeschriebene Änderungen an der Filteranlage im Schornstein ist jetzt ein positiver Effekt im Nahbereich zu verzeichnen: Die Kinder in der Grundschule und in der Kita Kieholm riechen von der Gülle nichts mehr. Der Gestank zieht weiter nach Gundelsby.

Sönke Hansen, selbst Gemeindevertreter in Hasselberg, war wegen Befangenheit von diesem Beratungspunkt ausgeschlossen. Er versteht seine Planungen als betriebswirtschaftliche Chance für spätere Zeiten. Der Planaufstellung gab die Gemeindevertretung einmütig grünes Licht.

Der verabschiedete Etat für 2015 weist ein Volumen von 1,156 Millionen Euro aus. Nicht zu vermeiden ist ein Fehlbetrag von 30.100 Euro. Um das Minus in Grenzen zu halten, erhöhten die Gemeindevertreter die Grundsteuern A und B von 290 auf 310 Prozent.

Als „dicksten Brocken“ bezeichnete der Bürgermeister die anteiligen Kosten von 312.000 Euro, die der Kreis Schleswig-Flensburg für den Bau des Fußwegs entlang der K 111 (Küstenstraße Wormshöft-Kronsgaard) in Rechnung gestellt hat. 37.000 Euro für die Planung hat Hasselberg bereits überwiesen. Unverändert bleibt die Tourismus-Abgabe mit 17 Euro je Vorteilseinheit. Die Abwassergebühren setzten sich aus einer jährlichen Grundgebühr von 60 Euro und einem Zusatzbetrag von 2,96 Euro je Kubikmeter zusammen.

Zum neuen Mitglied im Ausschuss für Touristik, Kultur und Sport wählte die Vertretung Magnus Jödecke.

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