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Schlei-Bote

24. Oktober 2017 | 11:51 Uhr

Trecker sorgen für Unruhe

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Großer Andrang bei Einwohnerversammlung in Karby zum Thema Schwerlastverkehr durchs Dorf

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2015 | 18:11 Uhr

Das Thema Erntefahrzeugverkehr im Dorf hatte im Herbst 2014 für großen Trubel in der Gemeinde gesorgt. Zwischen den beteiligten Biogasanlagenbetreibern aus der Umgebung und den Karbyern Kommunalpolitikern war es es zu heftigen Irritationen gekommen, die bis zur Androhung einer Klage reichten (wir berichteten). So war das Interesse der Karbyer Bürger am Montagabend riesig – Bürgermeister Klaus-Dieter Möse (SPD) hatte zur Einwohnerversammlung in das Gasthaus Nüser geladen.

Möse begrüßte Agrarunternehmer Jens Joost mit den Worten: „Ich denke, wenn wir alle im Gespräch bleiben, können wir damit leben.“ Auch Joost verfolgte am Montag dieses Ziel und zeigte Verständnis für die Sorgen und Bedenken der Bürger. In seinem Vortrag warb er um Verständnis für seine Arbeit und die daraus resultierenden Folgen, wie die Fahrten der Treckergespanne zur Erntezeit durchs Dorf.

Vor Eintritt in das Thema Verkehrsführung der Erntefahrzeuge erklärte Jens Joost: „Unabhängig, von welchem Stromanbieter Sie Ihre Rechnung bekommen, geliefert wird er von uns. Wir produzieren Ihren eigenen Strom.“ Um die rund 1000 betroffenen Haushalte mit Strom zu versorgen, würden zirka 110 Hektar Mais oder Getreide benötigt. Von jedem Hektar würden drei Wagen geerntet und zur Biogasanlage gefahren. Joost betonte, dass sich die Erntezeit und die damit verbundenen Transporte durchs Dorf nur auf wenige Wochen im Jahr beschränken. Seiner Rechnung nach könne man von einer Belastung der Eckernförder Straße  /  Am Südhang von rund 400 Touren im Jahr ausgehen. Auf 4800 Transporte im Jahr käme die Strecke Gasthaus Nüser bis Ortsausgang Dörphof. Er zog einen Vergleich mit dem Bus, der 2000 mal im Jahr durch die Eckernförder Straße fahre, was bei den Bürgern nicht auf negative Kritik stoße.

Hoffnung auf Reduzierung der Transporte machte er nicht. Auf der Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) seien Biogasanlagen politisch gewollt. Joost: „Ich bitte um Verständnis. Wir wollen nur unsere Arbeit machen, die legitim und politisch gewollt ist.“ Die Geschwindigkeit vieler Trecker würde künftig von 40 auf 50 Stundenkilometer umgestellt werden. Trotzdem unterlägen auch sie der Straßenverkehrs-Ordnung und seien damit gesetzlich auf der Straße erlaubt. Forderungen, einzelne Straßenbereiche nicht zu befahren, seien rechtlich nicht tragbar. Bei den Fahrern des Lohnunternehmers appelliere er immer wieder an die Einhaltung des Tempolimits, sei aber letztlich nicht dafür verantwortlich.

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