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Kappeln : Toter Habicht im Hüholz entdeckt – geriet er in eine Falle?

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Dem Greifvogel fehlen beide Füße. Experten vermuten, dass er in eine Schlagfalle geraten sein könnte. Die Polizei bittet um Hinweise.

Kappeln | Es ist erst wenige Wochen her, dass ein Adlerhorst in Stangheck bei einer Baumfällaktion zerstört wurde. Jetzt fand ein Kappelner im Hüholz einen toten Habicht, der möglicherweise durch eine Schlagfalle zu Tode gekommen ist. Zufall?

Den toten Habicht hatte Nicklas Itzke, Eigentümer des Veranstaltungslokals „Alte Eule“, in der Nähe seines Grundstücks an einem Bach entdeckt und seinen Fund seinem Nachbarn Dr. Reiner Hoßfeld mitgeteilt. Hoßfeld wiederum ist Vogelfreund und war viele Jahre im Vorstand der Interessengemeinschaft Umweltschutz (IGU). Er machte sich daher auf die Suche nach dem toten Tier und fand es an der angegebenen Stelle. Mit dem Vogel ging er in die Tierarztpraxis von Dr. Thomas Meyer, der feststellte, dass es sich um ein zirka ein Jahr altes Jungtier handeln musste, zu erkennen am gesprenkelten Brustgefieder. Die zweite Entdeckung: Dem Habicht fehlten beide Füße. Das wiederum sehen die Experten als Indiz dafür an, dass mit großer Wahrscheinlichkeit eine Falle Schuld am Tod des Habichts ist.

Meyer und Hoßfeld sind überzeugt, dass der Vogel in einer Schlagfalle umgekommen ist. Als mögliche Szenarien seien denkbar, dass die Falle die Füße eingeklemmt und vielleicht sogar abgetrennt hat oder dass der Habicht sich beim Versuch, sich durch Flattern aus der Falle zu befreien, selber beide Füße abbrach. So oder so ist Hoßfeld überzeugt: „Es ist gar nicht abzusehen, wie sehr das Tier gelitten haben muss.“ Auch der Kappelner Vogelschutzwart Karl Plaumann, der mit eingeschaltet wurde, geht davon aus, dass das Tier in eine Falle geraten ist. Es könnte, nachdem es sich befreit hatte, noch ein paar Tage gelebt haben. Plaumann: „Der Habicht war trotz der Verletzung flugfähig.“ Allerdings sei er wegen der fehlenden Krallen nicht mehr in der Lage gewesen, Beute zu machen, um sich zu ernähren. Daher könnte er auch verhungert sein.

Da der Habicht unter Schutz steht, sieht Reiner Hoßfeld in der Tat einen kriminellen Akt und brachte sie deshalb zur Anzeige. Für ihn ist der Vorfall „ein Ding der Unmöglichkeit, der im Herzen weh tut“. Polizeikommissar Bernd Marquardsen, der die Anzeige gemäß Landesnaturschutzgesetz aufnahm, ist selbst Jäger. Wie er erklärte, sei die Falle nur eine mögliche Erklärung. Es könnte auch sein, dass Nager dem vielleicht mehrere Tage im Wald tot liegenden Habicht die Füße abgefressen haben. Um die Wahrheit herauszufinden, muss jetzt ermittelt werden. Diese Aufgabe wird der Umweltschutztrupp Schleswig übernehmen. Wer zudem sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei Kappeln, Tel. 0 46 42/9 65 59 01, zu melden.
 

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