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Rabel bei Kappeln : Tote 16-Jährige: Schock am frühen Morgen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Am Freitagmorgen verunglückte eine 16-Jährige auf dem Weg zur Schule tödlich. Mitschüler und Lehrer stehen unter Schock.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Der Alltag in der Kappelner Schulgemeinschaft steht seit Freitagmorgen still. Gegen 7 Uhr war eine Gemeinschaftsschülerin auf der Nordstraße von einem Auto erfasst worden. Sie erlag noch am Unfallort ihren Verletzungen. Die 16-Jährige war auf dem Weg zur Schule und überquerte in Rabel die B 199, um zur Bushaltestelle zu gelangen. Ein 46-jähriger Mercedes-Fahrer, der aus Kappeln kam, erkannte sie zu spät und konnte nicht mehr ausweichen. Der Mann erlitt einen Schock, die B 199 war bis gegen 9.30 Uhr gesperrt. Die Tragik dieses Unfalls übermannte gestern alle Mitschüler der Jugendlichen und sämtliche Lehrer.

Britta Pichatzek, Leiterin der Gemeinschaftsschule, berichtete von einer tiefen Betroffenheit und großen Sprachlosigkeit, die in ihrer Schule herrschten. Die Nachricht habe sich unter den Schülern rasch über soziale Netzwerke verbreitet. Zunächst habe die Schulleiterin die Klasse der Verstorbenen informiert, danach alle anderen Klassen. Und sie hat sich und ihren Schülern Hilfe geholt: Helga Brusgatis von der Hospizgruppe war schnell zur Stelle. Deren erste Aufmerksamkeit galt der Schülerin, die noch an der Rabeler Bushaltestelle die Polizei verständigt hatte, danach stand sie auch den anderen Schülern zur Seite. Britta Pichatzek sagte: „Unsere Zehntklässler standen alle sehr unter Schock.“ Noch immer verspürt sie große Dankbarkeit für die spontane Unterstützung. „Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine da steht in dieser unwirklichen Situation.“

Entgegen dem gestrigen Stundenplan haben die Gemeinschaftsschüler die dritte und vierte Schulstunde mit ihren Klassenlehrern verbracht, nach der vierten Stunde war außerplanmäßig Schulschluss. Und inzwischen steht fest, wie den Schülern Gelegenheit gegeben werden soll, auch in der kommenden Zeit mit ihren Gefühlen umzugehen. „Wir werden einen Trauerraum einrichten“, sagte Britta Pichatzek. „Einen Raum der Ruhe, wo wir ein Foto unserer verstorbenen Schülerin und Lichter aufstellen und ein Kondolenzbuch auslegen.“ Dort darf jeder seinen Gedanken nachhängen, sich erinnern und versuchen, seine Traurigkeit in Worte zu fassen. Später soll die Familie der 16-Jährigen das Kondolenzbuch erhalten.

Auch in der Klaus-Harms-Schule hat der bestürzende Unfall Spuren hinterlassen. Ein mit der Verstorbenen gut befreundeter Gymnasiast benötigte medizinische Betreuung, nachdem er vom Verlust der Freundin gehört hatte. Dies bestätigte Schulleiter Thomas Hellmuth. Auch seinen übrigen Schülern gab er Hilfe an die Hand. Ein am Gymnasium tätiger Vikar und Pastor Christoph Sassenhagen versuchten zu trösten und die Schüler aufzufangen. Ab Montag will die Klaus-Harms-Schule ebenfalls einen Raum zur Verfügung stellen, den die Schüler in ihrer Trauer aufsuchen können. Denn auch Thomas Hellmuth ist überzeugt: „Es ist wichtig, ihnen solch einen Ort anzubieten, wo sie auch nicht alleine sind.“ Gestern entließ er seine Schüler nach der fünften Stunde nach Hause.

Die verunglückte 16-Jährige reißt ein großes Loch in die Kappelner Schulgemeinschaft, die in dieser Situation eng zusammen steht. Britta Pichatzeks Stimme klang brüchig, als sie sagte: „Sie war eine strahlende junge Frau mit konkreten Zukunftsplänen.“ In diesem Sommer hätte sie ihren Abschluss gemacht.

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