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Weltweites Interesse : Tierisch viel Aufmerksamkeit für Nasar

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Unser Zeitungsartikel über den Araber von Stephanie Arndt aus Holt war der Anfang: Medien aus aller Welt berichten jetzt über das Pferd.

Mit Aufmerksamkeit hat Stephanie Arndt gerechnet, aber nicht damit, dass die Medien monatelang bei ihr Schlange stehen. Doch nachdem unsere Zeitung im Februar über ihr häusliches Zusammenleben mit dem dreijährigen Araberhengst Nasar berichtet hatte, stand das Telefon in dem schmucken Bauernhaus in Holt nicht mehr still. Zunächst gaben sich Medienvertreter aus ganz Deutschland die Klinke in die Hand, dann folgten internationale Medien, die die Geschichte des Pferdes, das wegen eines Sturmes ins Haus kam und dort nicht mehr weg wollte, erzählten. Anfangs habe sie sich „überrollt“ gefühlt von der überbordenden Medienaufmerksamkeit, sagt Stephanie Arndt. „Aber inzwischen freue ich mich, dass sich die Menschen über die Geschichte freuen.“ An Übertragungswagen von Fernsehsendern vor ihrem Bauernhaus hat sie sich längst gewöhnt, und viel wichtiger: Auch das Pferd nimmt all die Aufregung um es herum mit stoischer Gelassenheit hin.

„Wenn es früher hieß ,Tag Frau Dr. Arndt’, heißt es heute: Da kommt ja Pipi Langstrumpf“, sagt die ehemalige Leistungssportlerin und Medizinerin mit einem breiten Grinsen. Sie berät heute beruflich Krankenkassen und übernimmt ärztliche Notdienste an Wochenenden. Nur weil sie zeitlich flexibel sein kann, schafft sie es überhaupt, die vielen Medienanfragen auch zu bedienen. Und mit jeder Veröffentlichung steigt der Bekanntheitsgrad ihres Pferdes bei Kunden und Patienten. „Das ist schon krass, was in den letzten Monaten alles passiert ist.“

Zunächst stürzten sich nach der Veröffentlichung unserer Zeitung Nachrichtenagenturen auf die Geschichte vom „Pferd auf dem Flur“ und verbreiteten sie bundesweit. Kaum eine Zeitung in Deutschland, die Nasar nicht zumindest auf ihrem Online-Portal zeigte – Nasar im Esszimmer, Nasar in der Küche, Nasar im Flur. Nach wenigen Tagen schwappte die Geschichte nach England: Guardian, Daily Mail, Independent, Business Times und andere zeigten Bildergalerien aus einem kleinen deutschen Dorf namens Holt. Es folgten Zeitungen aus Kanada und den USA, sogar die Washington Post überraschte ihre Online-Leser mit Fotografien von Nasar und Stephanie Arndt.

Zudem wurden Radio und Fernsehen auf die Geschichte aufmerksam. Die ersten TV-Übertragungswagen des NDR machten sich auf den Weg nach Bollingstedt, Sat1, RTL und mehrere Produktionsfirmen, die für unterschiedliche Sender arbeiten, folgten. Von da an, sagt Stephanie Arndt, habe sie die Termine so koordinieren müssen, dass sich die unterschiedlichen Medien nicht ins Gehege kommen.

Denn nach der ersten Welle folgte die zweite: Nun schickten Zeitschriften eigene Redakteure und Fotografen – Nachrichtenmagazine, Tierzeitschriften, Frauenzeitschriften und Yellow-Press. Die deutsche National Geographic berichtete ebenso wie das gleichnamige Magazin aus Washington, D.C.

Kaum waren die Zeitschriften durch, kam erneut das Fernsehen, nun mit neuen Formaten. Nicht nur Nasar, auch Stephanie Arndt war gefragt. Am Montag, 2. Juni, 22 Uhr, ist sie in der SWR-Sendung „Sag die Wahrheit“ zu sehen. Kürzlich war zudem ein TV-Team bei ihr und hat für die Vox-Ranking-Show „Die tierischen 10“ mit Hundeexperte Martin Rütter und Moderator Jochen Schropp gedreht. Bei all diesen Terminen, sagt Arndt, sei sie erstaunt gewesen, wie ehrlich die Medien mit den Informationen umgegangen seien. Schlechte Erfahrungen habe sie erst einmal sammeln müssen, als eine TV-Tiertrainerin mit zwei Schweinen und einem Affen vorfuhr und versucht worden sei, „mich als Depp darzustellen“.

Kürzlich drehte das öffentlich-rechtliche französische Fernsehen (France 3) gleich mehrere Tage lang in Holt. Herausgekommen ist ein Beitrag über acht Minuten, der Nasar nicht nur in Haus und Stall zeigt, sondern auch bei der Waldarbeit und beim Ausreiten – deutlich mehr Pferdealltag also als in den Geschichten, die nur auf das Pferd im Haus abheben. Den Kontakt hatte das französische Fernsehen über Holts Bürgermeister Gunter Hansen hergestellt. Der freut sich zwar über die weltweite mediale Aufmerksamkeit, die seinem 190-Einwohner-Dorf zuteil wird, sieht den Rummel ansonsten aber entspannt. Denn vieles lasse sich über das abgeschiedene Dorf schließlich nicht sagen. Überhaupt, sagt er, sei er als Landwirt der Meinung, dass ein Pferd nicht ins Haus, sondern in den Stall gehört.

Die wenigen Kritiker, die sich ansonsten aufgrund der bisherigen Berichterstattung über Nasar zu Wort gemeldet haben, störten sie nicht, sagt Stephanie Arndt. „Wer einen Blick für Tiere hat, der sieht, wie entspannt und zufrieden Nasar ist.“

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erstellt am 31.Mai.2014 | 16:30 Uhr

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