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Thorsberg-Festspiele: Die Angeln entdecken ihre Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Widerstand aus Britannien war schnell überstanden – die Eröffnung der Thorsberg-Festspiele wurde zwar noch durch Regenschauer beeinflusst, die aus Westen herangezogen waren, als aber König Offa an der Hand seiner Gemahlin Königin Thryd mit Gefolge in den Bürgerpark einzog, schien die Sonne wieder.

Wie es in Angeln vor 1565 Jahren ausgesehen haben mag, können wir nur ahnen. Nach Aufzeichnungen, die der Hobby-Heimatforscher Wolfgang Warwel zutage befördert hat, war die Lage alles andere als rosig: Das halbe Jahr über regnete es, das Land war überbevölkert, Hungersnöte herrschten. Es blieb nur ein Ausweg. Unter König Offa wurde beschlossen, auf selbst gebauten Schiffen unter Führung der Häuptlinge „Hengist“ und „Horsa“ nach Britannien auszuwandern. Ein damals mutiger Schritt mit weltbewegender Bedeutung. Denn heute, so hat es eine englische Zeitung berichtet, gehen über 60 Prozent der englischen Gene auf Angeln zurück.

Wolfgang Warwel hat dieser einschneidende Schritt nicht ruhen lassen. Zusammen mit Mitgliedern des örtlichen Museumsvereins erforschte er die geschichtlich bedeutende Zeit und schrieb darüber ein Schauspiel, das vor zwei Jahren seine Uraufführung im Süderbraruper Bürgerpark erlebte. Schon damals war klar, dass diese Angelner Thorsberg-Festspiele keine einmalige Aktion bleiben würden. In diesem Jahr erhielt die Veranstaltung den Zusatz „international“, denn auch in England und Dänemark war das Interesse daran geweckt worden.

Kreispräsident Ulrich Brüggemeier sprach seine Anerkennung für das Engagement aus. Er machte deutlich, „dass wir uns unserer Wurzeln bewusst sein müssen, um unsere Kultur gestalten zu können“. Der Erste Kreisrat Timo Kux wies zudem auf die touristische Dimension hin – mit Blick auf die Bürger des Vereinigten Königreiches, die durch das Interesse an der gemeinsamen Geschichte die Region ihrer Vorfahren besuchen könnten. Mit Harry Schmidt („Big Harry“) aus Rundhof ist es den Veranstaltern erneut gelungen, einen imposanten König-Offa-Darsteller zu gewinnen.

In einem Teil des Bürgerparks konnten die Besucher Wikinger-Werkstätten besuchen. In ihrer typischen Bekleidung präsentierten sich die Sugambrer, ein Volksstamm aus dem Ruhrgebiet. Die Nachfahren verstehen sich als Kreis, der die germanische Kultur erforscht. Besonderheiten waren der Bronzeschmied und die Seilerei.

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