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Schulmesse in Kappeln : Thema getroffen, Termin verfehlt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Geschätzte 200 Besucher kamen zur ersten Kappelner Schulmesse. Allerdings: Der Termin schien einigen zu spät, da die Anmeldefrist für neue Schüler schon verstrichen war.

Es waren wirklich alle da: die Grundschule Karby, die Gorch-Fock-Schule, die dänische Kaj-Munk-Skole, die Gemeinschaftsschule, die Klaus-Harms-Schule, das Berufsbildungszentrum, das Förderzentrum, die Schulsozialarbeit – das Portfolio der Kappelner Schullandschaft ist bunt und für eine Stadt mit überschaubarer Größe ausgesprochen vielfältig. Dass das so ist, wurde am Donnerstagabend jedem, der die Mehrzweckhalle in der Hindenburgstraße betrat, auf einen Schlag deutlich. Jede Schule hatte einen kleinen abgesteckten Teil der Halle für sich beansprucht, dem Besucher leuchteten fröhliche Farben, aufgeregte Stimmen und gut vorbereitete Lehrer und Schüler entgegen. Beste Voraussetzungen also, um, wie es Schulverbandsvorsteherin Marta Kraft formulierte, „die Schullandschaft transparenter zu machen“. Einzig der Termin der Veranstaltung schien nicht günstig gewählt zu sein: Der Anmeldezeitraum für neue Schüler ist bereits verstrichen.

Am Stand es Berufsbildungszentrums (BBZ) schraubten der 21-jährige Michel Rode aus Süderbrarup und der 19-jährige Marco Eitel aus Kappeln einen Motor erst auseinander und setzten ihn anschließend wieder zusammen. Beide absolvieren die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker und stehen für das, was das BBZ nach den Worten des Leiters der Kappelner Außenstelle von anderen weiterführenden Schulen unterscheidet. „Die Praxis ist unser spezifisches Merkmal“, sagte Uwe Schürch. Und mit Blick auf die Veranstaltung betonte er: „Es ist gut, dass sich alle Schulen zusammen zeigen. Nur so wird ja die Vielfalt deutlich.“ Die Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen, ohne jede Schule einzeln aufsuchen zu müssen, stellte auch Inka Gorecki heraus. Gleichzeitig betrachtete die Leiterin der Grundschule Karby den Termin der Veranstaltung jedoch mit Skepsis, denn: „Die Anmeldungen sind schon gelaufen.“ Unabhängig davon könne diese erste Schulmesse jedoch ein guter Impuls für folgende sein und: „Wir sprechen seit eineinhalb Jahren darüber, so etwas zu organisieren. Da ist es gut, dass wir es jetzt endlich gemacht haben.“

Als Chance, sich zu zeigen, begriff auch Helga Bade die neu geschaffene Plattform. Die Leiterin der Kaj-Munk-Skole berichtete von ausführlichem Kontakt zu Eltern, die sich über einen Schulwechsel ihres Kindes in einem höheren Schuljahr erkundigt hätten. „Für uns ist es eine gute Gelegenheit zu zeigen, wie unser System überhaupt funktioniert“, sagte Bade, die übrigens auch mit Erzieherinnen aus Kindergärten ins Gespräch kam. Von regem Austausch berichtete auch Anke Lindemann-Katsioulis. Für den Elternbeirat war sie am Stand der Gemeinschaftsschule zwischen Roboter-AG, Textillehre und herzhaften Snacks, die Schüler im Fach Verbraucherlehre vorbereitet hatten, vertreten und beantwortete Fragen einer Mutter, die nach Kappeln ziehen möchte. Die Stände der einzelnen Schulen nannte Lindemann-Katsioulis „beeindruckend“, einzig mit dem Termin haderte auch sie etwas.

Als „Klaus-Harms-Schule en miniature“ präsentierte Thomas Hellmuth sein Gymnasium. Auf Schautafeln waren Aktivitäten verschiedener AGs abgebildet, im Hintergrund lief ein Film über das Schulleben. Der Leiter des Gymnasiums lobte die Möglichkeit, mithilfe der Messe die Breite der Kappelner Schullandschaft darstellen zu können, sagte aber auch: „Ich glaube, dass es gerade für die jungen Schüler auch wichtig ist, das eigentliche Gebäude zu sehen.“ Was sich im Innern der Klaus-Harms-Schule unter anderem abspielt, zeigte der A-cappella-Chor „da capo“ mit zwei Auftritten. Und auch Menschen, die die Schule schon lange hinter sich haben, suchten sich Informationen. Barbara Scheufler, Leiterin der Gorch-Fock-Schule, sprach etwa mit einem Senioren, der wissen wollte, wie Schule heutzutage überhaupt aussieht. Die Terminproblematik sah sie derweil nicht im Vordergrund. „Wir müssen irgendwann mal einen Anfang machen“, sagte Scheufler. „Und man kann sich ja auch langfristig informieren.“

Kurzfristige Informationen hätte derweil Kristina Thiesen gebraucht. Der Sohn der Norderbraruperin wechselt in diesem Sommer auf eine weiterführende Schule – „und bei dieser Entscheidung hat die Schulmesse nicht geholfen“, sagte Thiesen. Es sei zwar schön zu sehen, welche Schulen es überhaupt gebe. Aber sie hätte sich die Veranstaltung zu einem früheren Zeitpunkt im Jahr gewünscht – „dann wenn wirklich die Entscheidung ansteht“. Marta Kraft nahm die Kritik offen auf, verbuchte die Premiere der Schulmesse ungeachtet dessen aber als Erfolg. Und so darf man das grundsätzlich positive Feedback auch lesen. „Ich hätte gerne noch mehr Bürger hier gesehen“, sagte Kraft, in deren Kopf bereits die Gedanken an eine Wiederholung im Zwei-Jahres-Rhythmus wuchsen. Und: „Am Termin kann man noch feilen.“

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erstellt am 14.Mär.2015 | 08:30 Uhr

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