Mohrkircher Wette : Teich bleibt eisfrei

Mit dem Fernglas konnte Host Kähler erkennen, dass von Eis keine Spur auf dem Waschdiek war. Willi Kruse(li.) führt Buch über die Waschdiek-Wetten.
Mit dem Fernglas konnte Host Kähler erkennen, dass von Eis keine Spur auf dem Waschdiek war. Willi Kruse(li.) führt Buch über die Waschdiek-Wetten.

In diesem Jahr reichte das Fernglas: Den Waschdiek-Bewohnern fiel es leicht zu erkennen, dass auf ihrem Teich keine Eisschicht lag.

shz.de von
06. Januar 2015, 14:19 Uhr

Zeremonienmeister Horst Kähler musste in diesem Jahr nicht persönlich an den Rand des Waschdiek Teiches treten, um festzustellen, dass von einer geschlossenen Eisdecke keine Spur war. Vom Koppelrand machte er mit einem Feldstecher eine letzte Kontrolle und stellte fest „Wasser“. Da halfen auch Versuche nichts, ihn doch noch mit der Bemerkung umzustimmen, am frühen Morgen habe noch eine Eisschicht auf dem Wasser geglänzt. „Bei mehreren Graden über Null, muss das eine optische Täuschung gewesen sein“, beschied er unmissverständlich.

Die Waschdiek-Bewohner hoffen weiterhin unverdrossen auf Winter um die Jahreswende. Obwohl nun bereits zum drittenmal in Folge kein Eis auf der kleinen Teichfläche zu sehen war. Von 22 Eis-Wettern hatten sich am 26. Oktober des vergangenen Jahres, dem Tag der Festlegung, zwölf für Eis entschieden. An diesem Tag hilft kein Orakel. Auch kein Wetter-Papst ist in der Lage vorherzusagen, wie am ersten Wochenende im neuen Jahr die Temperaturen am Waschdiek in Mohrkirch sein werden.

Seit 32 Jahren wird bereits gewettet, wie am Jahresende der Zustand des Waschdiek sein werde. Bei einer Geburtstagsfeier war zu später Stunde die Wett- Idee entstanden und seitdem gehört es in der Straße am Waschdiek für die Bewohner zur Tradition, am Tag der Eiswette mit Kaffee, Kuchen und Punsch bewaffnet, zum Waschdiek zu pilgern.

Der älteste Anwohner der Straße, seit einigen Jahren ist dies Horst Kähler, muss das Urteil fällen. Mit Zylinder, Schirm und roten Schal kommt er gewissenhaft seiner Aufgabe nach. Willi Kruse, für den Wettablauf zuständig, führt nicht nur seit 32 Jahren die Liste über Eis und Wasser, er verwahrt auch die schriftliche Festlegung der Wett-Teilnehmer. Aus dem Topf mit den Namen, die Eis gewettet hatten, zog die Jüngste in der Runde, Mara Reuter, den Namen Günter Heidelstaedt. Er darf nun im Sommer das Straßenfest für die Wachdiek-Bewohner ausrichten.

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