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Förderzentrum Kappeln : Tauziehen um Schulgebäude beginnt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Tage der Hans-Christian-Andersen-Schule sind gezählt. Susanne Stührwold hat eine Idee, wie der Bau genutzt werden könnte.

Im März verkündete das Förderzentrum Angeln die Schließung ihrer Außenstelle in Kappeln – der Hans-Christian-Andersen-Schule – zum 31. Januar 2016. Aufgrund sinkender Schülerzahlen soll die Kappelner Filiale aufgelöst und die verbleibenden 20 Schüler künftig dem Förderzentrum Sörup angegliedert werden. Was aber passiert mit dem Gebäude der Hans-Christian-Andersen-Schule, nachdem es auf den Schulfluren still geworden ist?

Susanne Stührwold hätte da einen Vorschlag. Seit drei Monaten arbeitet sie ehrenamtlich für die Kappelner Tafel und erlebt dort „katastrophale Zustände“. Jeden Freitag bauen die ehrenamtlichen Helfer ihre Ausgabestände im Ellenberger Begegnungszentrum auf und später wieder ab. „Das sind größtenteils alte Leute, die dort Möbel rücken und Tische aufbauen“, sagt Stührwold. „Es wäre so toll, wenn die Tafel ein eigenes Gebäude hätte, damit ihnen das erspart bleibt.“ Als die Kappelnerin vom bevorstehenden Aus der Hans-Christian-Andersen-Schule hörte, kam ihr die Idee: „Man könnte doch die Tafel fest dort unterbringen. Das Gebäude muss schließlich voll genutzt werden, und meines Wissens gibt es noch keine weiteren Nutzungspläne.“ Doch bei der Tafel solle es nicht bleiben, erklärt Susanne Stührwold. Um die 1656 Quadratmeter vollständig auszulasten, möchte sie in dem Objekt ein Zentrum für soziale Einrichtungen etablieren. „Da hätte man alles zusammen – die Tafel, ein Sozial-Café, ein soziales Kaufhaus, die Awo, die Volkshochschule und einen Rentnertreff, wo Senioren gemeinsam ihre Gerätschaften reparieren können.“ Es habe schon Gespräche mit den Betroffenen gegeben, erklärt Susanne Stührwold: „Überall besteht Bedarf. Die Awo wäre nicht abgeneigt. Entscheidend wäre nur die Miete. Auch die VHS sucht Räume.“

Bei einer Ortsbegehung mit dem Leiter der Bauverwaltung, Erich Reuter, Mitte September hat Stührwold schon konkrete Vorstellungen von der Aufteilung und Nutzung der 28 großen Räume entwickelt. Auch für die Finanzierung hat die Ehrenamtlerin einen Plan: „Ich würde die Räume von der Stadt mieten und sie dann an die jeweiligen Einrichtungen weitervermieten.“ Kein anderes Gebäude in Kappeln biete die Möglichkeiten wie der Backsteinbau. „So könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das Gebäude steht nicht leer, und man hätte alle sozialen Einrichtungen an einem Ort.“ Im Juli hat Susanne Stührwold Bürgermeister Heiko Traulsen schriftlich ihr Konzept vorgestellt. Die Antwort: Es gebe noch andere Interessenten. Über die Nutzungsmöglichkeiten des Objektes werde der Bau- und Planungsausschuss in naher Zukunft beraten.

Der amtierende Bürgermeister Rainer Moll äußert sich auf Anfrage des Schlei Boten zum aktuellen Stand etwaiger Nutzungspläne des Gebäudes so: „Bis Ende Oktober wird das Bauamt vor Ort eine Bestandsaufnahme machen und gucken, was baulich möglich ist. Wir müssen beispielsweise klären, in welchem Zustand die Sanitäranlagen sind und ob es überhaupt Duschen gibt.“ Eine konkrete Auswahl an Nachnutzungsmöglichkeiten des Schulgebäudes gebe es darum noch nicht, so Moll. Grundsätzlich sei die Einrichtung eines sozialen Knotenpunktes eine Option, genauso wie die Unterbringung von Flüchtlingen, der Awo oder des Hospizvereins. Aber auch die Nutzung der ehemaligen Schulräume als Kindertagesstätte sei denkbar. „Nach der Bestandsaufnahme durch das Bauamt erstellen wir einen Katalog der zur Auswahl stehenden Vorschläge, dann erst geht es in die Politik. Was mit dem Gebäude passiert, müssen wir aber bis Ende des Jahres klären“, versichert Rainer Moll. Susanne Stührwold wartet nun auf die Entscheidung der Stadtvertreter. „Ich mache das ja nicht für mich“, betont sie. „Aber ich wäre sehr traurig, wenn meine Idee abgelehnt wird.“

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erstellt am 02.Okt.2015 | 08:00 Uhr

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