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Tourismus-Bilanz : Super-Sommer lockt mehr Gäste an

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Mit dem Ende des Sommers ziehen Kappelns Touristik-Experten eine erste Bilanz – und die fällt durchweg positiv aus. Entscheidend dafür war das tolle Wetter.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2014 | 07:30 Uhr

Der Sommer ist zu Ende, die Feriensaison klingt aus. Schon am kommenden Wochenende werden die Uhren wieder auf Winterzeit umgestellt. Eine gute Gelegenheit also, um einen Blick auf die ausklingende Urlaubssaison zu werfen. Denn auch wenn der Herbst und vielleicht auch noch der Winter den ein oder anderen Touristen in die Region locken mögen, ist der große Ansturm deutlich vorbei.

Der Kappelner Touristikverein verbucht den zurückliegenden Sommer jedenfalls insgesamt als Plus gegenüber dem Vorjahr. Zwar hat der Verein keinen Überblick über konkrete Buchungszahlen, da er keine Buchung unmittelbar vornimmt. Aber er kann übersehen, wie viele Anfragen über das vereinseigene System auflaufen – und zumindest eine Tendenz ist da deutlich zu erkennen. So spricht Ingwer Hansen, Vorsitzender des Touristikvereins, für den Zeitraum Mai bis September von einem Anfrageplus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die größte Steigung hat der Juli zu verzeichnen mit einem Plus von 40 Prozent. Im gleichen Zeitraum sind auch die Zugriffe auf die eigenen Internetauftritte der Vermieter, die dem Verein angeschlossen sind, um 12,3 Prozent gewachsen. Hansens Rechnung: „Setzt man eine Anfrage mit einer Buchung gleich, kommen wir 2014 auf 5100 Buchungen und 2013 auf 3900.“

Der Grund für den enormen Schub ist leicht ausgemacht. „Das war das Super-Wetter“, sagt Hansen, auf den zudem viele Spontanbuchungen zurückzuführen seien. Insgesamt geht er davon aus, dass das Gros seiner Mitglieder davon profitiert hat. „Stichproben legen nahe, dass 45 Prozent der Vermieter in den fünf Monaten ihr Ergebnis von 2013 erreicht oder überschritten haben“, zieht er sein Fazit, schiebt aber hinterher, dass Quartiere, die direkt in Kappeln liegen, grundsätzlich einfacher an den Urlauber zu bringen seien, als Unterkünfte, die sich weiter außerhalb befinden. Stadtnähe und Wassernähe – so hießen die Säulen, auf denen sich am einfachsten eine solide Auslastung aufbauen ließe. „Der Preis spielt dabei keine so große Rolle“, sagt Hansen. „Es ist nicht so, dass günstige Quartiere eher gebucht werden als teure. Ich glaube sogar, dass eher das Gegenteil zutrifft.“

Ebenfalls besser besucht als im Vorjahr waren die vier Grillabende, die der Verein am Schleiufer ausrichtet. Noch Luft nach oben erkennt Hansen indes beim Angebot für Kinder, spielt aber bereits lose mit Ideen für 2015 und nennt den TSV Kappeln oder das Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld als mögliche Partner.

Auch Max Triphaus von der Ostseefjord-Schlei (OFS) GmbH sieht gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung der Gästezahlen. „Insgesamt bin ich mit dem Saisonverlauf sehr zufrieden“, sagt der Geschäftsführer der Lokalen Tourismusorganisation. Bereits im vergangenen Jahr habe man einen sehr guten Sommer gehabt. „Doch jetzt haben wir insgesamt das Gästeaufkommen nochmals steigern können.“ Dafür macht Triphaus vor allem die Buchungen im Frühjahr und im Spätsommer verantwortlich. Allerdings treten bei den OFS-Zahlen deutliche Unterschiede zutage. So bleiben die Werte für die 361 Ferienunterkünfte in der Region Kappeln, dazu gehören neben der Stadt auch das Amt Kappeln-Land und das Amt Geltinger Bucht, deutlich hinter den Zahlen der gesamten OFS-Region mit ihren 1037 Ferienobjekten zurück. So sind jeweils im Zeitraum von Januar bis September die Ankünfte in der gesamten OFS-Region um 4,3 Prozent gestiegen, während sie in Kappeln um 2,5 Prozent zurückgingen. Auch bei der Zahl der Übernachtungen weist die OFS-Region mit einem Plus von 9,4 Prozent eine sehr viel größere Zunahme auf als die Kappelner Region mit 1,9 Prozent. Triphaus erklärt das wie folgt: „In der nachfragestarken Zeit im Sommer konnten wir in Kappeln und an den Ostseestandorten kaum weitere Buchungen erzielen, da unsere Quartiere wie im letzten Sommer ausgebucht waren.“ Davon haben dann nach Ansicht des OFS-Geschäftsführers die Standorte abseits der Ostseeküste profitiert, die für das positive regionale Gesamtergebnis erforderlich sind.

Dass die Kappelner Region nichts an Attraktivität eingebüßt hat, zeigt die Anzahl der Besucher in der Kappelner Touristinformation. Mit fast 29.800 Gästen in der Mühle weist sie ein Plus von 16,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf. Zum Vergleich: In der OFS-Region gab es bis September rund 43.700 Besucher in den Touristinformationen, das entspricht einer Steigerung von 7,2 Prozent. „Die Zahl der Gäste in der Touristinfo Kappeln zeigt, dass in Stadt und Region deutlich mehr Gästebetrieb war als im Vorjahr“, so der OFS-Geschäftsführer. Auch belegten die Zahlen ein deutliches Plus an Tagesgästen.

Die amtliche Statistik, die nur Übernachtungsmöglichkeiten ab zehn Betten aufwärts sowie Campingplätze berücksichtigt, weise bis Juli 6,7 Prozent mehr Ankünfte und 4,5 Prozent mehr Übernachtungen auf. Auch angesichts der positiven Zahlen in diesem Jahr hat OFS-Marketingleiterin Andrea Simons keine Sorge vor der nächsten Saison. „Im nächsten Jahr überlappen sich die Ferien nicht so sehr wie in diesem Jahr, dadurch haben wir einen breiteren Urlaubskorridor.“ Das sollte besonders für die in diesem Jahr zeitweilig ausgebuchten Standorte in Wassernähe wie Kappeln vorteilhaft sein. Doch ein wichtiger Faktor bleibt unvorhersehbar: das Wetter.


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