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Bundestagswahl 2013 : Sütterlin-Waack startet in Kappeln durch

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die CDU-Bundestagskandidatin holt im Stadtgebiet die meisten Stimmen. Ihr Konkurrent Dirk Peddinghaus (SPD) blieb nur in drei Wahlbezirken Sieger. Die FDP stürzt ab, die AfD kommt auf 4,4 Prozent.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 06:45 Uhr

Die Stimmung war richtig gut im Raum des Gastes. So gut, dass der vorletzte Wähler am gestrigen Abend mit den launigen Worten „Sag’ mal, weißt du eigentlich, wie spät es ist ?“ begrüßt wurde. Es war vier Minuten vor sechs, und wenige Sekunden nach ihm marschierte die letzte Wählerin ins Wahllokal und tat erstmal fröhlich kund, dass sie zuvor im falschen Wahlbezirk vorstellig geworden sei. Beide haben noch in aller Ruhe gewählt, kurz nach ihnen allerdings war Schluss, und die sechs ehrenamtlichen Wahlhelfer machten sich ans Zählen. So wie in den anderen zehn Wahllokalen.

Nach der Auszählung stand fest, dass Sabine Sütterlin-Waack acht von elf Wahlbezirken sowie die Briefwahl für sich entschieden hatte. Dabei gelang der Newcomerin letztlich ein besseres Ergebnis, als ihre eigene Partei bei den Zweitstimmen eingefahren hatte. Letzteres schaffte SPD-Kandidat Dirk Peddinghaus auch, doch gewann er nur drei Wahlbezirke. Mit insgesamt 37,6 Prozent musste er seiner CDU-Konkurrentin, die es auf 44,1 Prozent brachte, in Kappeln den Vortritt überlassen. Bei den Zweitstimmen kam die CDU auf 39,5 Prozent, SPD auf 34,0 Prozent, die FDP erhielt 5,7 Prozent, Grüne 6,7 Prozent, die Linke 5,1 Prozent und die Alternative für Deutschland (AfD) erhielt 4,4 Prozent der gültigen Stimmen.

Im „Pierspeicher“ feierte derweil die Kappelner CDU. Um kurz vor 21 Uhr sprach die Ortsverbandsvorsitzende Corinna Graunke lachend davon, bereits die erste Runde geschmissen zu haben, denn: „Wir freuen uns wahnsinnig über dieses Ergebnis.“ Ihre Kandidatin Sabine Sütterlin-Waack sei bis zum späten Sonnabendnachmittag noch im aktiven Wahlkampf in Kappeln unterwegs gewesen, und dass gerade die Schleistadt Endstation gewesen sei, rechne ihr die örtliche CDU hoch an. „Und dabei hieß es immer, dass diese Wahl in Flensburg entschieden wird“, sagte Graunke gestern. In ihren Augen habe Sütterlin-Waack mit ihrer „sehr persönlichen Ansprache“ punkten können. „Sie hat immer von Mensch zu Mensch gesprochen und dabei nie selber den großen Auftritt gesucht“, resümierte Graunke. Jetzt sei sie guter Dinge, dass Kappeln auch weiterhin eine starke Stimme in Berlin habe – „und zwar auf direktem Draht“.

In der „Palette“ diskutierten etliche Sozialdemokraten und Grüne das Wahlergebnis. SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Moll machte aus seiner Gemütslage kein Versteckspiel. „Das Ergebnis enttäuscht mich, auch wenn Kappeln besser als im Bundesdurchschnitt abgeschnitten hat.“ Große Hoffnungen hatte Moll vor allem auf den Bundestagskandidaten Dirk Peddinghaus gesetzt. „Peddinghaus ist ein guter Mann, und er hat alles Mögliche getan, aber die CDU hatte einen massiven Materialaufwand betrieben, da konnten wir nicht mithalten.“ Das gute Abschneiden der neuen AfD nannte der Fraktionsvorsitzende erstaunlich. Laut Moll konnte die AfD nur deshalb so groß werden, weil die CDU im Wahlkampf keine richtigen Themen gehabt hätte, sondern alles auf Merkel gesetzt hätte. Das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozenthürde bereitete dem Sozialdemokraten unverhohlene Freude. „Die FDP hat in einem modernen Parteiensystem nichts verloren, weil sie sich nicht ums große Ganze kümmern.“ Freude bereite Moll auch das Abschneiden der SPD in seinem Wahlbezirk Gorch-Fock-Schule (04), in dem die SPD bei Erst- wie Zweitstimmen vorne lag.

Für die Grünen äußerte sich deren Vorstandssprecherin Annemie Dick zum Wahlergebnis. Die Forderungen nach Mindestlohn, Stärkung der erneuerbaren Energien und Reichensteuer erhalte man aber aufrecht. Das Abschneiden der AfD zeuge, davon, dass die Leute von den Parteien immer mehr enttäuscht seien. „Da schließe ich die Grünen auch nicht aus.“ Das Ergebnis der Erststimmen ergab für Dick nichts Überraschendes. Die CDU dominiere hier die Region, und Peddinghaus habe mit seinem großen Namen ein tolles Ergebnis eingefahren. Die eigene Kandidatin Marlene Löhr habe darunter gelitten, dass ihr Name nicht so bekannt sei. „Absolut positiv finde ich, dass die Wahlbeteiligung im Vergleich zum letzten Mal deutlich gestiegen ist.“

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