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Kappeln : Südhafen: Es geht nur schleppend voran

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Politik erhofft sich Ideen zur Weiterentwicklung, das Planungsbüro setzt den Fokus auf Bestandssicherung der Cremilk.

Schön ist die Situation nicht. Weder unter optischen noch unter planerischen Aspekten. Der Südhafen und all das, was damit zusammenhängt, entpuppt sich immer mehr als echte Herausforderung, deren mögliche Lösung offenbar so kompliziert ist, dass sich die Kommunalpolitik jüngst gezwungen sah, die bereits seit zwei Jahren geltende Veränderungssperre um ein weiteres Jahr zu verlängern. Insofern war eine gewisse Erwartungshaltung durchaus gerechtfertigt, als Rainer Isensee von der AC Planergruppe vor dem Bauausschuss über den B-Plan Nr. 80 „Cremilk und Umgebung“ referierte. Einziges Problem: Auf die Einleitung des Ausschussvorsitzenden Volker Ramge („Die Gemengelage am Südhafen beschäftigt uns schon lange.“) folgten Ausführungen, die sich nahezu ausschließlich mit der Cremilk und so gut wie gar nicht mit der Umgebung befassten. Schon gar nicht mit der seit Langem bekannten komplexen Gemengelage.

Dabei schickte Rainer Isensee seinen Erläuterungen Vielversprechendes vorweg. „Bei dem Gebiet handelt es sich um eine historisch gewachsene Gemengelage“, sagte er, „die zu einer für alle akzeptablen Lösung geführt werden soll“. Da war sie also schon wieder – die Gemengelage. Und Isensee definierte sie noch genauer, sprach von leerstehenden Gewerbehallen, Wohnbebauung, vom Hafen, von maritimem Gewerbe und der Dampfeisenbahn. Dann: „Der B-Plan Nr. 80 dient der Bestandssicherung der Cremilk“, sagte er. „Und dazu gehören auch gewisse Entwicklungsmöglichkeiten.“ Damit war Isensee thematisch beim Unternehmen im Nestléweg angekommen. Er erwähnte die Erweiterungsflächen der ehemaligen Kleingärten, deren Nutzung noch offen sei, sprach von „gegenseitiger Rücksichtnahme“, was die Lärmbelästigung angehe, von einer Vorabstimmung mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume.

Und dann meldete sich Matthias Mau. „Uns interessiert ja viel mehr, was nördlich davon passiert“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende. „Schließlich wollen wir dort die Veränderungssperre gerne aufheben.“ Isensee äußerte Verständnis für dieses Anliegen, indem er klarstelle: „Das ist mir bewusst, macht aber die Sache nicht einfacher.“ Die Schwierigkeit liege darin, dass die weitere Nutzung für dieses Gebiet noch nicht konkretisiert, daher auch der zusätzlich entstehende Lärm unklar sei. Isensee: „Wir haben unsere Aufgabe darin gesehen, dass die Cremilk auch künftig nicht eingeschränkt wird. Lärmtechnisch ist der Betrieb als Vorbelastung für das Gebiet anzusehen.“

Auch Volker Ramge (CDU) forderte Genaueres. „Wir müssen wissen, welche Optionen wir im übrigen Gebiet haben“, sagte der Vorsitzende. „Dazu wäre es hilfreich, ein Planungsbüro würde qualifizierte Vorschläge machen.“ Und Mau ergänzte: „Wir brauchen eine Einschätzung dessen, was überhaupt realistisch ist.“ Dazu seien zwei Werte nötig: „Der Lärm, der von der möglichen Neuplanung abgehen kann und der Lärm, der auf sie abzielt.“ Eben das allerdings, räumte Isensee ein, müsse noch einmal nachgerechnet werden. Aber: „Auch ein Schallgutachter fragt immer nach der beabsichtigten Planung“, sagte der Diplom-Ingenieur – und legte damit kurzerhand das Paradoxon offen: Die eine Seite fordert Angaben zur erlaubten Lärmproduktion, um in die Planung zu starten, die die andere Seite nur dann liefern kann, wenn bereits Ideen zur Planung vorliegen.

Entsprechend enttäuscht fiel Volker Ramges Fazit aus: „Wir haben Zeit verloren. Das Thema wird so lange auf der Tagesordnung stehen, bis die Planung fertig ist, dazu müssen Vorschläge gemacht werden. So, wie es jetzt gerade passiert ist, geht es nicht weiter.“

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erstellt am 30.Jun.2016 | 07:15 Uhr

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