Steinberg : Sturm zerstört Badebrücke

DLRG-Chef Heiko Marquardsen will dafür sorgen, dass der Steg zumindest wieder begehbar ist.
DLRG-Chef Heiko Marquardsen will dafür sorgen, dass der Steg zumindest wieder begehbar ist.

Der Steg der Seebadeanstalt ist so gut wie versunken. Die DLRG bemüht sich nun um eine Reparatur vor dem Saisonstart, ist jedoch in akuter Zeitnot.

shz.de von
03. Juni 2014, 07:45 Uhr

Verbogenes oder abgerissenes Gestänge, ausgehängte oder versunkene Planken – dieses Bild bot der Steg der Seebadeanstalt Norgaardholz nach dem schweren Oststurm in der vergangenen Woche. Die vorherigen, aufwendigen Arbeiten der Mitglieder der DLRG Norgaardholz sind zunichte gemacht. Für den Vorsitzenden Heiko Marquardsen bedeutet das einen herben Rückschlag. „Wir hatten die Brücke gerade erst an drei Wochenenden im Mai mit Unterstützung von Angehörigen der Tauchergruppe Süderbrarup aufgebaut.“ Jetzt sei fraglich, ob der teilweise erforderliche Abbau, die Reparatur oder der Ersatz von Einzelteilen und der Neuaufbau noch vor dem anstehenden Saisonstart möglich sind.

Im Einzelnen besteht die Badebrücke – vom Strand aus gesehen – aus einem 55 Meter langen Längs- und einem davor verlaufenden 25 Meter breiten Quersteg. An dessen Enden befindet sich jeweils ein zehn Meter langer rechtwinklig angebrachter Kurzsteg mit ins Wasser führender Treppe. Die ganze Konstruktion ruht auf Platten am Grund, wiegt etwa 8,5 Tonnen und wird normalerweise allein durch ihr Gewicht in ihrer Position gehalten. Der starke Sturm aber entsprach nicht dem Normal-, sondern einem Ausnahmefall. Ein um zwei Meter erhöhter Wasserstand in Verbindung mit starkem Wellengang hob die als begehbare Fläche dienenden Planken der Brücke und damit die komplette Konstruktion von unten an und versetzte sie. Durch die ständige Bewegung brachen viele Einzelteile ab oder verbogen sich in einem Maße, dass sie unbrauchbar wurden. Dabei wurde insbesondere der Quersteg schwer getroffen. Insgesamt ist mehr als die Hälfe der Badebrücke zerstört.

Das Bauwerk gehört dem Amt Geltinger Bucht. Nach Aussage von Gerd Petersen, dem vorherigen DLRG-Vorsitzenden, wurde sie 1991 angeschafft und kostete damals 75.000 Mark, etwa 38.000 Euro. Ihr Alter führe zu einem Problem: Durch einen vom Hersteller vorgenommenen Systemwechsel seien bestimmte Einzelteile gar nicht mehr verfügbar. Sie müssten im Bedarfsfall vom örtlichen Schmied individuell nachgebaut werden.

Nach ersten Aufräumarbeiten am Wochenende, bei denen wiederum neben zwei eigenen auch zwei Taucher aus Süderbrarup mithalfen, ist es nun das Ziel der Norgaardholzer DLRG, die Badebrücke so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen. Das werde jedoch sicherlich alle Juni-Wochenenden in Anspruch nehmen. Und eines ist Marquardsen jetzt schon klar: „Im bekannten, üblichen Rahmen kann dies nicht geschehen. Dafür ist zu viel kaputt und kann nicht sofort ersetzt werden.“

Die genaue Schadenshöhe sei gegenwärtig noch nicht absehbar, sie werde aber wohl mehr als 10.000 Euro betragen. Steinbergs Bürgermeister Gerhard Geißler liegt viel daran, die Brücke schnell wieder nutzbar zu machen. „Sie ist ein bedeutsamer Teil der touristischen Infrastruktur am Strand von Norgaardholz.“

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