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Orkantief “Christian“ : Sturm hinterlässt Spur der Verwüstung

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zerstörte Dächer, kaputte Autos, eingedrückte Scheiben, früher Ladenschluss: Orkantief „Christian“ wirbelte das Leben in der Schleistadt durcheinander.

Am Nachmittag verschwanden die Aufsteller vieler Geschäfte von den Straßen, Laub wehte den nur noch vereinzelt auftretenden Fußgängern mitten in die Gesichter, wer sich an den Hafen traute, benötigte alle Kraft, um sich einigermaßen aufrecht zu halten. „Christian“ war angekommen. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 162 Stundenkilometern ist das Orkantief gestern über das Land hinweg gefegt. Und auch die Kappelner spürten seine Auswirkungen mehr als deutlich.

An die 40 Einsätze habe seine Truppe seit 15 Uhr absolviert – das berichtete Gemeindewehrführer Dirk Schadewaldt gegen 17 Uhr. In Ellenberg ist das Dach eines Hochhauses abgedeckt worden, an anderer Stelle hatte der Sturm Fensterscheiben herausgedrückt, Bäume entwurzelt, die auf Autos oder Häuser stürzten, Mülltonnen auf die Straßen geschleudert und jede Menge einzelner Dachpfannen verstreut. Schadewaldts Liste jedenfalls war immens. „Das Tückische war, dass der Sturm sehr schnell sehr aufbrausend war“, sagte der Gemeindewehrführer. In unglaublich kurzer Zeit seien die Leitungen in der Rettungsleitstelle heiß gelaufen, manche gar nicht mehr durchgekommen. Wie beispielsweise ein Anrufer, der einen Schuppenbrand in Habertwedt melden wollte. Schadewaldt: „Der hat sich dann ins Auto gesetzt, ist zu unserem Gerätehaus gefahren und hat dort vom Feuer berichtet.“

Am späten Nachmittag musste die Wehr derweil die B 199 ab Wassermühlenstraße sperren, da aus den angrenzenden Bäumen die Kronen herausgebrochen und auf der Straße gelandet waren. Mithilfe von Baggern sollte der Weg wieder frei geräumt werden. An anderer Stelle hatte ein umgestürzter Baum eine Garage eingedrückt, ein schwerer Ast war zudem auf dem Seitendach der Nikolaikirche gelandet. Im Dehnthof musste ein Dachdecker eine Sonderschicht absolvieren, da sich die Dachfolie selbstständig gemacht hatte. Und in der Schmiedestraße verabschiedete sich die Verkleidung der Balustrade eines Outdoor-Handels – nur einige Beispiele, für das, was sich gestern innerhalb weniger Stunden in der Stadt abgespielt hat. Dirk Schadewaldt jedenfalls schätzte den Schaden, der allein in der Schleistadt entstanden ist, hoch ein. „Ich denke, das muss in die Millionen gehen“, sagte er. Und dabei ist der Schaden durch die ausbleibenden Kunden noch nicht eingerechnet. Denn bei dem Orkansturm wagten sich gestern Nachmittag kaum noch Passanten auf die Straße. Manche Kaufleute schlossen daher ihre Geschäfte vorzeitig.

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erstellt am 29.Okt.2013 | 07:30 Uhr

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