Ungewöhnlicher Fund : Streit um Finderlohn für Drohne

280 Kilo schwer war die gefundene Unterwasserdrohne. Neuwert: 377  000 Euro.
280 Kilo schwer war die gefundene Unterwasserdrohne. Neuwert: 377 000 Euro.

Ein Düsseldorfer Tourist entdeckte im vergangenen Dezember in der Schlei ein Minensuchgerät der Marine – jetzt fordert er vor Gericht eine Belohnung.

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11. Juli 2014, 07:30 Uhr

Es ist viereinhalb Meter lang und angeblich 280 Kilogramm schwer. Der Düsseldorfer Andreas Engel fand das unbekannte Schwimm-Objekt in Kappeln am Ufer der Schlei. Inzwischen ist klar: Das torpedoähnliche Ding ist „David“, der Prototyp einer Unterwasser-Drohne aus einem Testlabor der Bundeswehr. Die Marine sei im vergangenen Dezember auch sehr schnell an Ort und Stelle gewesen und habe das Gerät demontiert und eingesammelt, nachdem er die Küstenwache alarmiert habe, berichtet Engel.

Seine Anwältin Christine George-Jakubowski sagt dazu: „Mein Mandant war erstmal fürchterlich erschrocken. Er wusste ja nicht, ob das Ding explosiv ist.“ Dann kam Engel auf die Idee, dass ihm für seinen spektakulären Fund Finderlohn zustehen dürfte. „Mein Mandant wurde erstmal von Pontius zu Pilatus geschickt. Als er die Faxen dick hatte, hat er mich eingeschaltet.“ Nun streitet sich die Juristin – noch außergerichtlich – über die angemessene Höhe des Finderlohns. Drei Prozent des Wertes stünden dem Finder zu. Die Bundeswehr habe den Neuwert der Drohne mit 377.000 Euro angegeben, sagt sie. Die Frage ist nun: Wie viel war sie noch wert, als sie am Strand der Schlei lag?

Wie die Bundeswehr in einer schriftlichen Stellungnahme bestätigt, handelt es sich bei dem Fund um ihr „Autonomes Unterwasserfahrzeug“ mit dem Namen „David“ („Deutscher AUV Versuchsträger zur Instrumentation und Dokumentation“). „David“ sei keine Waffe, sondern werde zur Minensuche und zur Erkundung des Meeresbodens eingesetzt und sei in der Eckernförder Bucht verloren gegangen. Der rund 40 Kilometer entfernte Fundort stromaufwärts am Ufer der Schlei sei „überraschend“, räumt die Wehrtechnische Dienststelle WTD 71 in Eckernförde ein. Das Gerät sei bereits über viele Jahre im Versuchseinsatz gewesen und habe eine hohe Betriebsdauer auf dem Buckel gehabt, heißt es bei der Marine. Zum Zeitwert möchte man sich nicht äußern, die Frage sei „Teil eines laufenden Verfahrens zwischen dem Finder und der Bundesrepublik Deutschland“.

Nach langem Hin und Her habe die Bundeswehr erst 500 Euro und inzwischen 900 Euro Finderlohn angeboten, so die Rechtsanwältin. Der Prototyp sei kaum noch etwas wert gewesen, behaupte die Bundeswehr. Das will Andreas Engel nicht glauben. Die angebotene Summe erscheint ihm „lächerlich niedrig“. Allein die in der Drohne gespeicherten Daten seien von unschätzbarem Wert, habe ihm eine Marine-Mann beim Abtransport der Drohne verraten. Engel pocht auf einen höheren Finderlohn und will notfalls vor Gericht ziehen: „Schließlich bin ich ein ehrlicher Finder. Ich hätte das Ding ja auch auf Ebay verkaufen können.“

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