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Schlei-Bote

21. Oktober 2017 | 07:17 Uhr

Kappeln : Strandkörbe für die Innenstadt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Ausschuss für Wirtschaft und Touristik begrüßt die Idee der Kaufleute, die Innenstadt mit Strandkörben zu verschönern.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2015 | 07:45 Uhr

Die bevorstehende dunkle Jahreszeit bietet beste Chancen, Ideen für die kommende Sommersaison vorzubereiten. Diesen Gedanken darf man wohl auch der Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS) sowie der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK) unterstellen, als der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Touristik sich jetzt mit je einem Vorschlag dieser Organisationen beschäftigte. Beide eint das Ziel, die Innenstadt touristisch aufzuhübschen – und zwar durch eine möglichst ansprechende Möblierung. Der Ausschuss begrüßte beide Einfälle mehrheitlich, fand sich allerdings bald in einer Diskussion um Satzungsfragen wieder.

„Welle und Netzausleger“ lautet der Titel des Konzepts, das die OFS vorgelegt hatte. Dahinter verbarg sich eine relativ voluminöse Sitzgelegenheit aus Holz, deren letzte Gestaltung jedoch noch offen ist. Fest steht, dass sich die Aktiv-Region mit Fördermitteln an der Realisierung des Projektes beteiligt, das auch in anderen Städten der Schleiregion umgesetzt werden soll. Auf die Stadt kämen pro „Netzausleger“ Kosten von 6400 Euro zu. Die WTK schlug derweil vor, zehn Strandkörbe im Stadtgebiet aufzustellen, die sie mit jeweils 600 Euro veranschlagte.

Stadtvertreter Matthias Mau (CDU) gefiel der Gedanke, dass sich die Idee der OFS durch die gesamte Region zieht, wenn bislang auch noch keine konkrete Gestalt vorliege. Maus Vorschlag: „Wir sollten das Geld im Haushalt bereitstellen, um weiterdiskutieren zu können. Es wäre schade, wenn wir uns daran nicht beteiligen.“ Dass unklar sei, wie der „Netzausleger“ am Ende aussehe, bemängelten auch Norbert Dick (Grüne), Christian Andresen (SSW), Michael Arendt (LWG) und Ausschussvorsitzender Axel Langkowski (CDU). Ulrich Bendlin von der städtischen Bauverwaltung konnte die Situation nur bedingt entschleiern, als er anführte: „Wie das aussieht, weiß die OFS auch noch nicht.“ Vielmehr gehe die Organisation erst dann in die konkrete Planung, wenn sich die Kommunen für das Projekt aussprächen. Bendlin: „Man kauft also ein bisschen die Katze im Sack.“ Auf Vorschlag von Mau stimmte das Gremium danach über einen Beschluss ab, wonach man grundsätzlich bereit ist, 6400 Euro für ein einheitliches Möblierungskonzept der OFS bereitzustellen, dieses aber zunächst mit einem Sperrvermerk belegt, bis das Konzept mit konkreten Inhalten angereichert ist. Bei einer Gegenstimme (SSW) und einer Enthaltung (Grüne) votierte der Ausschuss dafür.

Etwas anders entwickelte sich die Diskussion um den Strandkorb-Vorschlag der WTK. WTK-Geschäftsführer Jürgen van Schöll erläuterte, dass sich die Kaufmannschaft schon länger mit dem Gedanken befasse, Strandkörbe selber zu finanzieren und diese dann mit einem entsprechenden Sponsoren-Hinweis in der Innenstadt zu verteilen. Matthias Maus spontane Reaktion: „Nehmen wir.“ Als ganz so leicht stellte sich die Sache dann jedoch nicht dar. Laut van Schölls Worten erlaube es die Sondernutzungssatzung der Stadt nicht, einen Werbehinweis an anderer Stelle als unmittelbar vor dem dazugehörigen Geschäft aufzustellen. Deshalb gehe man nun den Weg eines Antrags über die Verwaltung mit dem damit verbundenen Wunsch der Kostenübernahme.

Grundsätzlich traf die Idee der Strandkörbe, die den maritimen Charakter der Stadt unterstreichen sollen, den Nerv aller Fraktionen. Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker machte sich daher als erste für eine Überprüfung der Sondernutzungssatzung stark. Unterstützung erfuhr sie unter anderem von Michael Arendt, der betonte: „Manchmal muss man alte Rechte neuen Wegen anpassen.“ Einstimmig sprach sich der Ausschuss danach dafür aus, den Antrag der WTK zurückzustellen sowie die Sondernutzungssatzung zu prüfen und gegebenenfalls zu ändern. Jürgen van Schöll witterte dabei die Gunst der Stunde und appellierte an das Gremium: „Die Satzungsänderung stand schon mal auf der Agenda. Ich bitte Sie, nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen.“ Und außerdem: „Ich könnte mir auch noch weitere Änderungen vorstellen.“

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