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Schlei-Bote

17. Dezember 2017 | 07:23 Uhr

Kappeln : Stolperfallen in der Innenstadt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Auf zahlreichen Gehwegen haben sich die Pflastersteine gelockert – auch in der Mühlenstraße vor der Bäckerei.

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2015 | 08:30 Uhr

Der Zustand der Gehwege in Kappeln ist teilweise besorgniserregend. Jetzt hat Jan-Wilhelm Tange mit einem Schreiben an das Bauamt die Diskussion noch einmal angestoßen, indem er auf die Situation vor seiner gleichnamigen Bäckerei-Zentrale hinwies. „Der Zustand des Gehweges in der Mühlenstraße ist meiner Meinung nach nicht mehr zu verantworten“, hieß es darin. Die Steine stellten eine gefährliche Stolperfalle dar, und zahlreiche Beschwerden von Passanten in dem Geschäft seien bereits die Folge.

Der Bauausschuss hat daraufhin vor seiner jüngsten Sitzung einen Vorort-Termin in der Mühlenstraße eingelegt. Norbert Leukert vom Tiefbauamt führte das Problem darauf zurück, dass Gehwege in bestimmten Bereichen immer noch befahren werden. „Die Lkw halten sich weit rechts, um die links parkenden Autos nicht zu beschädigen“, so Leukert. Das Problem dabei sei jedoch, dass die Steine auf dem Gehweg älteren Datums seien und nicht wie heute einen Durchmesser von acht, sondern häufig nur von fünf Zentimetern hätten. Laut Leukert zerbricht der Stein dann bei diesen Belastungen oder er dreht sich aus dem Beton-Untergrund raus und ragt aus der Pflasterdecke heraus.

Vor der Bäckerei in der Mühlenstraße – oberhalb der Fußgängerzone – hat Seniorchef Hans-Hermann Tange selbst Hand angelegt und einen losen Stein wieder ins Pflaster eingefügt. „Der Stein ist einer der wenigen, die hier nicht wackeln“, so Seniorchefin Margret Tange. Doch ihren Vorschlag, dass der Bauhof an dieser Stelle den Gehweg ausbessert, lehnte Leukert ab. „Solche Arbeiten müssen wir in der Regel an andere Unternehmen vergeben, weil die Mitarbeiter vom Bauhof dafür nicht das Gerät haben oder aber dafür nicht ausgebildet sind“, so der Verwaltungsmitarbeiter. Zudem müsste bei solchen Maßnahmen oft im Untergrund gearbeitet werden. „Dann sind diese Arbeiten umlagepflichtig“, sagte Leukert. Ohnehin würden zuerst touristisch relevante Bereiche saniert. Margret Tange überzeugte das nicht. Sie sagte: „Unsere Bäckerei lebt vom Tourismus.“ Erst neulich sei dort die Mutter einer Kundin gefallen. „Diese Stolperfallen sind hochgradig gefährlich“, so die Kappelnerin.

Nur wenige Schritte von der Mühlenstraße entfernt hat der Gehweg in der Schanze ebenfalls sichtbar gelitten. Die hochkant eingesetzten Steine am Gehwegrand haben sich zur Seite gedreht. Als der Bauausschuss die Straße besichtigte, war auch zu erkennen, warum die Laster hier teilweise auf den Gehweg ausweichen: Im Kreuzungsbereich parkten zwei Autos im Scheitelpunkt der Kurve. „Um diesen Gehweg nur zu reparieren, bräuchten zwei Mann zwei Wochen“ so Leukert. Im Rathaus angekommen, sagte Leukert, dass Steine, die bis einen Zentimeter über den Gehwegbelag herausragten, noch tolerierbar seien. „Alles was darüber hinaus geht, sind Stolperfallen“, urteilte er. Die Sanierung des Gehweges in der Mühlenstraße auf über 300 Meter Länge mit Betonsteinen – inklusive neuer Bettung – bezifferte Leukert mit mindestens 109.000 Euro. Sollte es farbig werden, kostet die Komplettsanierung 115.000 Euro und bei farbigem Klinker, wie er in der Mühlenstraße bisher verlegt wurde, würden gar 143.000 Euro fällig. „Wo will die Stadt hin?“, fragte der Verwaltungsmitarbeiter. Bauausschussmitglied Axel Langkowski (CDU) hatte bereits in der Mühlenstraße betont: „Wir sollten auch aus touristischen Gründen einen einheitlichen Stein wählen, denn wir müssen das Gesamtbild der Stadt im Auge behalten.“

Ausschussvorsitzender Volker Ramge (CDU) sprach sich dafür aus, noch in diesem Jahr einige Reparaturen in bescheidenem Maße durchzuführen. „Die Komplettsanierung ist erst im nächsten Haushaltsjahr möglich. Bis dahin bleibt uns noch Zeit über Steine und Abschnitte nachzudenken“, sagte er. Sein Parteifreund, der Hauptausschussvorsitzende Matthias Mau, meinte, dass in den anstehenden Infrastrukturmaßnahmen von 1,086 Millionen Euro diese Arbeiten noch nicht enthalten seien. Mau schloss sich Ramge an, und schlug vor, 5000 bis 10  000 Euro für Reparaturen in diesem Jahr bereit zu stellen. Und so beschloss der Bauausschuss, für dieses Jahr noch 10.000 Euro für Reparaturen der Gehwege zu bewilligen. Margret Tange ist darüber zumindest erleichtert. Ihre Familie hätte sich bei der Stadt schon ein paar Mal deswegen gemeldet. Doch passiert sei bislang nichts. „Es gibt Kinder, die sagen schon zu ihren Eltern: Wir gehen zu dem Bäcker mit dem Klackerbürgersteig.“  
 

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